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Nora Illi will die «Bild»-Zeitung verklagen

Nach der viel kritisierten ARD-Sendung «Anne Will» beschimpft die Frauenbeauftragte des IZRS die Medien als «Lügenmaschinerie» – und kündigt rechtliche Schritte an.

Nora Illi vom Islamischen Zentralrat Schweiz war in der deutschen Talkshow «Anne Will» des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ARD zu Gast. Das Thema: «Mein Leben für Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?»

Der Auftritt hat einen medialen Shitstorm ausgelöst. Nicht nur vonseiten der Zuschauer hagelte es Kritik, auch die Medien fanden keine guten Worte für den Auftritt: «IS-Propaganda», titelte etwa die «Welt». Und der «Stern» sprach von einem «Skandal».

«Massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte»

Nun wehrt sich Illi in einem Interview mit dem Medien-Branchendienst «Meedia» gegen die Vorwürfe und schiesst gegen die Presse. Sie will nun sogar die «Bild»-Zeitung verklagen, weil diese nach ihrem TV-Auftritt ein Foto von Illi ohne Kopftuch zeigte. «Wenn sich jemand seit mehreren Jahren aus religiösen Gründen verschleiert und dann ein solches Foto publiziert wird, ist das definitiv ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, und dagegen sollte rechtlich vorgegangen werden», so Illi.

Ihre Äusserungen seien in den Medien nicht richtig dargestellt worden, kritisiert Illi. «Meinen klaren Statements in der Sendung, wie beispielsweise die klare Distanzierung vom IS, wird keine Rechnung getragen», ärgert sie sich. «Wie kann man mir IS-Propaganda oder die Verteidigung der IS-Ideologie vorwerfen, wenn ich versuche, einen Diskurs auf Augenhöhe zu führen?»

«Medien sind Schuld an Radikalisierung»

Sie bezeichnet die Presse als «eine einmalige Lügenmaschinerie»: «Einen Muslim als ‹radikal› oder ‹fundamentalistisch› zu bezeichnen, ist in den Medien Standard. Dieses Schubladendenken muss ein Ende haben», sagte sie. Die Medien seien schuld an der Radikalisierung muslimischer Jugendlicher. «Die Medien betreiben derzeit eine absolute Radikalisierung mit ihrer Berichterstattung, weil sie zu einer absoluten Solidarisierung führt – gerade von jungen Muslimen, die sich von solchen Bewegungen wie dem IS angezogen fühlen.»

In der Sendung wurde ein Text von Illi zitiert: Es sei «gar nichts daran auszusetzen, wenn man im gelobten Syrien gegen die Schergen Assads und für Gerechtigkeit kämpfen» wolle, sagte sie darin. Eine solche Überzeugung müsse man, in den hiesigen Kontext übersetzt, als Zivilcourage hochloben, so Illi.

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