Noch nie wurden so viele Lawinen gesprengt

120 Tonnen Sprengstoff wurden diesen Winter in den Bergen bereits in die Luft gejagt. Eine Rekordmenge.

Eindrucksvolle Bilder: Leser filmten Lawinenniedergänge in der Schweiz. (Video: Leserreporter/Tamedia)

Das Wetter vom letzten Wochenende brachte gewaltige Schneemengen mit sich. Um Dörfer und vor allem Skipisten zu sichern, wurden schweizweit über 5000 Sprengladungen gezündet, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Allein die Pistenrettung Saas Fee hat laut dem Bericht bis zur Wochenmitte rund 300 Ladungen Sprengstoff gezündet. Im Mattertal seien es 80 Detonationen oberhalb von Bahnlinie und Strasse gewesen und 200 zur Sicherung der Liftanlagen und Pisten am Matterhorn.

Die Nacht auf Dienstag verbrachten Patrouilleure im Skigebiet von Crans-Montana in der Bergstation, um mit den Sprengungen vor Betriebsbeginn fertig zu sein. So wurden an diesem Morgen 260 Sprengladungen gezündet.

120 Tonnen Sprengstoff verkauft

Seit letztem Wochenende wurden auf die ganze Schweiz hochgerechnet 16 Tonnen Sprengstoff verschossen, wie Lukas Stoffel vom Lawinenforschungsinstitut in Davos schätzt. Allgemein hat es diesen Winter in den Bergen mehr geknallt, als in den Jahren zuvor.

Der einzige Lawinensprengstoff-Zulieferer in die Schweiz, die Société Suisse des Explosifs, verzeichnet im einem durchschnittlichen Winter zwischen 80 und 120 Tonnen verkauften Sprengstoff, doch seit Beginn der aktuellen Saison gingen bereits 120 Tonnen in Umlauf, wie es im Bericht weiter heisst. Das meiste davon dürfte laut Verkaufsleiter Clo Gregori bereits in die Luft gegangen sein, denn es gebe laufend neue Bestellungen.

Alle 20 Jahre eine solche Situation

Die Lawinengefahr war in den letzten Tagen so hoch wie schon lange nicht mehr. «Ich schätze, dass wir alle 10 bis 20 Jahre eine solche Situation haben, zuletzt im Lawinenwinter 1999», sagt Lawinenprognostiker Benjamin Zweifel zu 20 Minuten. Grund waren die Rekordmengen an Schnee, die vor allem im Wallis und in Graubünden für Ausnahmezustände gesorgt hat.

Der beliebte Skiort Zermatt war gleich zweimal innert kurzer Zeit von der Aussenwelt abgeschottet und auch die Gäste und Organisatoren des diesjährigen WEF hatten mit den Schneemassen zu kämpfen. Dort wurden am Eröffnungstag 1,75 Meter Neuschnee gemessen.

Hier nochmals ein Rückblick auf die Schneemassen in Davos vor dem WEF.

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kaf

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