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New Yorks Läden und Restaurants müssen Bargeld akzeptieren

Die Metropole stellt sich gegen den Trend zum bargeldlosen Geschäften. Rein elektronische Zahlungsmöglichkeiten seien diskriminierend.

Bargeldloses Bezahlen gewann in den vergangenen Jahren vermehrt an Popularität. (Symbolbild) Foto: Simon Dawson/Getty Images
Bargeldloses Bezahlen gewann in den vergangenen Jahren vermehrt an Popularität. (Symbolbild) Foto: Simon Dawson/Getty Images

Der New Yorker Stadtrat hat sich für ein Verbot von bargeldlosen Geschäften ausgesprochen. Das Gremium hat am Donnerstag fast einstimmig ein Gesetz verabschiedet, durch welches Geschäfte und Restaurants bestraft werden, wenn sie Barzahlungen ablehnen.

Wie «The Guardian» berichtet, möchten die Politiker mit dieser neuen Bestimmung die «Auswüchse der digitalen Wirtschaft» eindämmen und die Diskriminierung von Personen mit niedrigem Einkommen stoppen.

«Kunden dazu zu zwingen, bargeldlos zu bezahlen, benachteiligt Menschen mit niedrigem Einkommen, Dunkelhäutige, illegale Einwanderer und Senioren.»

Stuart Appelbaum, Präsident des Einzelhandels-, Grosshandels- und Kaufhausverbandes

Das neue Gesetz muss noch von New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio akzeptiert werden. Falls der 58-jährige Demokrat dem Vorschlag zustimmt, wird New York die vierte Stadt der USA, die ein solches Verbot einführt. New Jersey, Philadelphia und San Francisco kennen bereits seit 2019 Bestimmungen, die es Geschäften verbietet, nur Zahlungen per Debit- oder Kreditkarte zu akzeptieren.

Die Befürworter des Gesetzes argumentieren, dass rein elektronische Zahlungsmöglichkeiten Minderheiten diskriminieren. «Kunden dazu zu zwingen, bargeldlos zu bezahlen, benachteiligt Menschen mit niedrigem Einkommen, Dunkelhäutige, illegale Einwanderer und Senioren», sagt Stuart Appelbaum, Präsident des Einzelhandels-, Grosshandels- und Kaufhausverbandes.

Unternehmen werde es nicht länger erlaubt sein, Bargeld abzulehnen, schreibt auch der New Yorker Stadtrat Ritchie Torres auf Twitter.

Einem Bericht des New Yorker Ministeriums für Konsumenten- und Arbeitnehmerschutz aus dem Jahr 2019 zufolge besitzen 11 Prozent der Haushalte in New York kein Bankkonto. 22 Prozent gelten als «unterbankiert» – was bedeutet, dass sie Alternativen zu Bankkonten und Kreditkarten verwenden, wie beispielsweise ein Darlehen bei einem Pfandhaus.

Afroamerikaner haben weniger wahrscheinlich ein Bankkonto oder Zugang zu Krediten als weisse US-Bürger. «In New Yorker Vierteln, in denen mehrheitlich Dunkelhäutige leben, ist die Wahrscheinlichkeit doppelt so gross, dass es keine Bankfiliale gibt, als im nationalen Durchschnitt», sagt Stuart Appelbaum. «Das Gesetz stellt sicher, dass alle Personen in jedem Geschäft der Stadt einkaufen oder essen können.»

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