Neuer Stromausfall legt weite Teile Venezuelas lahm

In mehreren Städten Venezuelas ist am Freitag erneut der Strom ausgefallen. Das Rote Kreuz kündigte an, in zwei Wochen mit der Ausgabe von Hilfsgütern zu beginnen.

Wieder im Dunkeln: In Venezuelas Hauptstadt Caracas ist erneut der Strom ausgefallen. AP Photo/Natacha Pisarenko

Wieder im Dunkeln: In Venezuelas Hauptstadt Caracas ist erneut der Strom ausgefallen. AP Photo/Natacha Pisarenko

Der Stromausfall begann um 19.10 Uhr (Ortszeit) und betraf nebst Venezuelas Hauptstadt Caracas auch andere Städte, darunter Maracaibo, Valencia, Maracay und San Cristobal, wie in sozialen Netzwerken berichtet wurde. Es ist das dritte Mal seit dem 7. März, dass in weiten Teilen des Krisenlandes Menschen ohne Strom auskommen müssen.

Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicólas Maduro sieht Sabotage-Akte als Grund für die Stromausfälle. Seine Gegner machen dagegen mangelnde Investitionen in den Unterhalt der Infrastruktur, Missmanagement sowie Korruption verantwortlich.

In dem südamerikanischen Krisenland herrscht ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó, der sich Ende Januar zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Die USA und rund 50 weitere Staaten, darunter auch Deutschland, Frankreich und andere europäische Länder, unterstützen den Oppositionsführer. Maduro kann sich bisher jedoch auf das Militär verlassen und wird zudem von Russland unterstützt.

Rotes Kreuz will helfen

Das Rote Kreuz kündigte unterdessen an, in zwei Wochen mit der Ausgabe von Hilfsgüter in Venezuela zu beginnen. Die Organisation werde dabei entsprechend ihrer Grundsätze «Überparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit» handeln, sagte Francesco Rocca, Präsident der Internationalen Föderation von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond.

Unterernährung und Krankheiten sind in Venezuela auf dem Vormarsch. Das Land rutscht wegen der politischen Krise immer tiefer in wirtschaftliches Chaos ab. Maduro hatte im Februar die Grenzen schliessen lassen, um zu verhindern, dass Hilfsgüter aus den USA ins Land kommen. Er bezeichnete sie als Vorwand, um eine US-Invasion vorzubereiten.

AFP

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