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Nach Massenpanik in Shanghai räumt Polizei Fehler ein

Es sollten fröhliche Silvesterfeiern werden, am Ende gab es in Shanghai Panik, Chaos und viele Tote. Nun hat die Polizei erste Hinweise für die Gründe der Massenpanik. Das jüngste Opfer war erst zwölf Jahre alt.

Polizisten in Shanghai bewachen die Gedenkstätte für die Toten in der Silvesternacht. (2. Januar 2015)
Polizisten in Shanghai bewachen die Gedenkstätte für die Toten in der Silvesternacht. (2. Januar 2015)
AP Photo/Ng Han Guan
Viele Tote bei Massenpanik: Grosse Trauer in Shanghai am Tag nach der Katastrophe. (1. Januar 2015)
Viele Tote bei Massenpanik: Grosse Trauer in Shanghai am Tag nach der Katastrophe. (1. Januar 2015)
AFP
Schock nach der Massenpanik: Jugendliche auf dem Chen-Yi-Platz in Shanghai. (1. Januar 2015)
Schock nach der Massenpanik: Jugendliche auf dem Chen-Yi-Platz in Shanghai. (1. Januar 2015)
Reuters
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Nach der Massenpanik mit 36 Toten in Shanghai hat die Polizei eingeräumt, von der Grösse der Menschenmenge am Silvesterabend völlig überrascht worden zu sein. Nachgemachte Geldscheine seien aber nicht die Ursache für das tödliche Gedränge gewesen.

In einer Mitteilung widersprach ein Polizeisprecher Berichten von Augenzeugen, wonach nachgemachte Geldscheine, die aus einem Fenster geworfen worden waren, das tödliche Gedränge an der legendären Uferpromenade der ostchinesischen Hafenmetropole ausgelöst hätten. «Das passierte nach der Massenpanik», hiess es

Überwachungsvideos zeigten nach diesen Angaben, dass Dutzende Scheine um 23.47 Uhr an der Adresse eines Nachtclubs am Bund 18 in der Luft segelten. Das tödliche Gedränge auf den völlig überfüllten Treppen der Uferterrasse habe aber schon um 23.35 Uhr begonnen.

Niedergetrampelt und eingequetscht

Die Menschen seien gestürzt, als die Menge hoch drängte, während andere hinunter wollten, berichteten Polizei und Augenzeugen übereinstimmend. Viele wurden niedergetrampelt, eingequetscht und erstickten.

Die Menschenmassen waren nach offizieller Darstellung viel grösser als erwartet, während die Präsenz der Sicherheitskräfte vergleichsweise gering war. «Die Polizei hat sich verschätzt, wie viele Menschen zu diesem Ereignis kommen», sagte der Vizekommandeur der zuständigen Polizeikräfte, Cai Lixin, laut der Nachrichtenagentur China News.

«Die Polizei bedauerte ihr Versagen, wirksam einzugreifen, als der Strom der Menschen um 23.30 Uhr ungewöhnlich anschwoll», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua ferner den Vizekommandanten. Erst zu diesem Zeitpunkt seien weitere 500 Polizisten geschickt worden, um die Menge zu kontrollieren oder aufzulösen.

Geringe Polizeipräsenz

An Silvester seien an den Uferterrassen am Huangpu-Fluss weniger Sicherheitskräfte mobilisiert worden als etwa am Nationalfeiertag, hiess es in Medienberichten. Die geringere Polizeipräsenz wurde damit erklärt, dass eine ursprünglich geplante Lasershow mit Feuerwerk um Mitternacht eine Woche vorher abgesagt worden war. Der Grund war, dass ein zu grosser Andrang und ein Verkehrschaos befürchtet worden waren. Im Vorjahr waren 300'000 Menschen gekommen.

Shanghais Parteichef Han Zheng schien indirekt Fehler in der Organisation einzuräumen. Die Stadtregierung werde die Planung für Veranstaltungen an besonders überfüllten Orten überarbeiten, teilte der Spitzenfunktionär mit.

Viele Shanghaier legten Blumen in der chinesischen Trauerfarbe Weiss am Unglücksort am Chen-Yi-Platz nahe dem historischen Peace Hotel nieder, um der Opfer der Massenpanik zu gedenken. Nach einer vorläufigen Liste mit 32 Getöteten, die veröffentlicht wurde, waren die Opfer zwischen 12 und 37 Jahre alt, doch meist Anfang 20. Insgesamt 49 Menschen wurden verletzt, darunter 13 schwer.

SDA/bru

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