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Mutmasslicher Helfer des Boston-Attentäters vor Gericht

Weil er Beweismaterial aus dem Wohnzimmer des Terrorverdächtigen Dschochar Zarnajew «beiseitegeschafft» haben soll, steht ein Kasache vor Gericht. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Soll über die Ansichten von Dschochar zarnajew bescheid gewusst haben: Der Angeklagte Asamat Taschajakow bei einer Anhörung vor Gericht. (13. Mai 2014)
Soll über die Ansichten von Dschochar zarnajew bescheid gewusst haben: Der Angeklagte Asamat Taschajakow bei einer Anhörung vor Gericht. (13. Mai 2014)
AP Photo

Ein Freund des mutmasslichen Attentäters vom Boston-Marathon 2013 steht wegen Strafvereitelung vor Gericht. Der Angeklagte Asamat Taschajakow und sein Mitbewohner hätten Beweismaterial aus dem Wohnzimmer des Terrorverdächtigen Dschochar Zarnajew «beiseitegeschafft», sagte Staatsanwältin Stephanie Siegmann in ihrem Eröffnungsplädoyer. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe.

Dschochar Zarnajew soll gemeinsam mit seinem auf der Flucht getöteten Bruder Tamerlan zwei Bomben an der Ziellinie des Marathonlaufs im April 2013 abgelegt haben. Bei dem Anschlag wurden drei Menschen getötet und mehr als 260 weitere verletzt. Der ethnische Tschetschene Zarnajew hatte vor dem Anschlag Material islamischer Extremisten aus dem Internet heruntergeladen, in dem zu Gewalt gegen Feinde des Islams aufgerufen wird.

«Mit einem Lächeln sterben»

Dem nun angeklagten mutmasslichen Helfershelfer hält die Staatsanwaltschaft vor, er habe einen Rucksack mit Feuerwerkskörpern sowie einen Laptop aus Zarnajews Zimmer entfernt, nachdem klar gewesen sei, dass dieser als Verdächtiger des Terroranschlags galt. Taschajakow könnten bis zu 20 Jahre Haft drohen. Der zweite Freund, Dias Kadyrbajew, wird sich ebenfalls als mutmasslicher Helfershelfer ab September in einem eigenen Verfahren vor Gericht verantworten müssen. Beide stammen aus Kasachstan.

Staatsanwältin Siegmann bemühte sich zum Auftakt des Prozesses herauszustreichen, dass Taschajakow über die Ansichten Zarnajews Bescheid wusste. Einen Monat vor dem Anschlag auf den Bostoner Marathon habe Zarnajew ihm und einem anderen Freund gesagt, es sei gut, als Märtyrer ums Leben zu kommen. Dann könnte man «mit einem Lächeln sterben und direkt in den Himmel kommen», sagte er demnach. 90 Minuten nach dem Anschlag schickte Zarnajew laut der Staatsanwältin dann ein SMS an Taschajakow mit dem Text «Denk nicht, dass ich es war».

AP/ajk

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