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Museumsbesucher mit Geigerzähler findet Eimer mit Uranerz

Touristen und Angestellte liefen im Grand-Canyon-Museum an Ausstellungsstücken vorbei, in denen gefährliche Inhalte lagerten.

Museumsbesucher in den USA findet strahlendes Uranerz in einem Ausstellungsraum. (Archiv)
Museumsbesucher in den USA findet strahlendes Uranerz in einem Ausstellungsraum. (Archiv)
Laurent Gillieron, Keystone

Wer zwischen dem Jahr 2000 und dem 18. Juni 2018 das Collections-Museum des Grand-Canyon-Nationalparks besucht hat, ist mit Uranerz in Berührung gekommen. Das schrieb der Sicherheitsdirektor des Parks, Elston Stephenson, Anfang Februar dieses Jahres in einem E-Mail an die Mitarbeiter des Parks.

Fast zwei Jahrzehnte lang kamen demnach in dem Museum Angestellte, Touristen und Schulklassen an drei im Gebäude aufbewahrten Farbeimern vorbei, ohne zu wissen, dass sie Strahlungen ausgesetzt waren. Zeitweise hätten Kinder während ihres Besuchs über eine halbe Stunde neben den Eimern gesessen. Laut Stephenson befanden sich die Eimer bereits zuvor jahrelang in einem Keller des Gebäudes und wurden bei der Museumseröffnung vor 19 Jahren in den Ausstellungsbereich verlegt.

Entdeckt wurden die Eimer im März 2018 von einem Sohn eines Parkangestellten, der während eines Besuchs seinen Geigerzähler mitgebracht und die Strahlung bemerkt hatte. Stephenson selbst sei erst «einige Monate später» nach der Entdeckung auf die Eimer – einer soll so voll gewesen sein, dass sich der Deckel nicht schliessen liess – aufmerksam gemacht worden, sagte der ehemalige Armeeangehörige der Tageszeitung «The Arizona Republic».

Leere Eimer landen wieder im Museum

Es habe wiederum einige Tage gedauert, bis von ihm gerufene Spezialisten die Eimer nach einer erneuten Kontrolle weggebracht hätten. Der Inhalt der Eimer sei dann in eine stillgelegte Mine in der Nähe des Nationalparks gekippt worden, die leeren Behälter landeten wieder im Museum. Weshalb, kann keiner beantworten.

Bilder, die Stephenson der «Republic» zur Verfügung gestellt hat, zeigen die Experten, die im Juni 2018 die Eimer mit dem uranhaltigen Material wegbringen.
Bilder, die Stephenson der «Republic» zur Verfügung gestellt hat, zeigen die Experten, die im Juni 2018 die Eimer mit dem uranhaltigen Material wegbringen.

Nach einem Bericht Stephensons an die Arbeitsschutzbehörde tauchten laut der «Republic» Inspektoren in gelben Schutzanzügen im Museum auf. Deren Strahlenmessgeräte hätten ebenfalls ausgeschlagen und auf die geleerten Behälter gewiesen.

Während die Untersuchungen noch andauerten, liege mittlerweile die gemessene natürliche Hintergrundstrahlung in dem Gebäude wieder auf normalem Wert, schreibt die Zeitung weiter.

Dem Parkmanagement unterstellt Stephenson, dass es einen «Geheimhaltungspakt» geschlossen und den Vorfall absichtlich vertuscht habe, weshalb er die Öffentlichkeitsarbeit selbst in die Hand nahm. Stephenson wandte sich an die Mitarbeiter und die «Republic» und schrieb, dass die vermeintliche Vertuschung ein Misserfolg des Topmanagements sei; zudem warnte er vor möglichen gesundheitlichen Folgen.

Nach Stephensons eigenen Berechnungen sollen Erwachsene in der Nähe der Eimer 400-mal und Kinder 4000-mal über dem Sicherheitsgrenzwert einer Strahlung ausgesetzt gewesen sein.

Das Management hat mittlerweile reagiert. Bei den Untersuchungen arbeite es mit den Gesundheits- und Arbeitsschutzbehörden von Arizona zusammen. Geplant sei auch eine Hotline, bei der sich besorgte Personen melden können, schreibt die «Republic». Laut Parksprecherin Vanessa Lacayo wolle man ermitteln und bestimmen, wie riskant die Sache für die Angestellten und Touristen wirklich gewesen sei.

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