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Der Motor läuft noch immer

Der grün-blaue Lastwagen ist zum Symbol des verheerenden Einsturzes der Morandi-Brücke in Genua geworden.

Nach dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua mit Dutzenden Todesopfern ging dieses Bild um die Welt: Nur wenige Meter vor dem Abgrund steht ein grüner Lastwagen und sieht seltsam unbeschadet aus.
Nach dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua mit Dutzenden Todesopfern ging dieses Bild um die Welt: Nur wenige Meter vor dem Abgrund steht ein grüner Lastwagen und sieht seltsam unbeschadet aus.
Alessandro Di Marco
Der Fahrer des LKW kann es selbst kaum fassen, dass er das Unglück vom Dienstag überlebte, wie er der Zeitung «Corriere della Sera» erzählte.
Der Fahrer des LKW kann es selbst kaum fassen, dass er das Unglück vom Dienstag überlebte, wie er der Zeitung «Corriere della Sera» erzählte.
AP Photo/Antonio Calanni
«Es war wie eine Szene aus einem Film, es war die Apokalypse», sagte der frühere Torwart des Liga-Vereins Cagliari dem Fernsehsender Sky TG24. «Ich weiss nicht, warum mein Auto nicht zerquetscht wurde.
«Es war wie eine Szene aus einem Film, es war die Apokalypse», sagte der frühere Torwart des Liga-Vereins Cagliari dem Fernsehsender Sky TG24. «Ich weiss nicht, warum mein Auto nicht zerquetscht wurde.
Paolo Rattini/Getty
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Nach dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua mit Dutzenden Todesopfern ging dieses Bild um die Welt: Nur wenige Meter vor dem Abgrund steht ein grüner Lastwagen und sieht seltsam unbeschadet aus. Der Fahrer des LKW kann es selbst kaum fassen, dass er das Unglück vom Dienstag überlebte, wie er der Zeitung «Corriere della Sera» erzählte.

Zum Zeitpunkt des Einsturzes habe es ein Unwetter gegeben, sagte der 37-jährige Genuese. «Es regnete, es regnete sehr, und schnell fahren war nicht möglich. Als mich ein Auto überholte, habe ich verlangsamt, denn es war unmöglich bei diesem Regen zu bremsen, man sah nicht viel», sagte der noch unter Schock stehende Fahrer.

Dann habe plötzlich alles gewackelt. «Das Auto vor mir ist verschwunden. Die Wolken schienen es verschluckt zu haben», berichtete der Fahrer des grünen Lastwagens, dessen Name in dem Bericht nicht genannt wurde.

Als er aufgeblickt habe, habe er den Brückenabschnitt vor ihm einstürzen sehen. «Als ich mich vor der Leere befand, habe ich instinktiv den Rückwärtsgang eingelegt, als wollte ich versuchen, dieser Hölle zu entkommen.» Wie viele Meter er zurücksetzte, konnte der Mann nicht sagen.

Der 37-jährige Genuese hat überlebt: Er sprang in Panik aus dem Laster und rannte davon, ohne den Motor auszustellen. Der grün-blaue Lastwagen blieb zurück und ist zum Symbol des verheerenden Einsturzes der Morandi-Brücke geworden.

Er stand auch am Donnerstag noch auf der Brücke – mit immer noch laufendem Motor. Auch die Scheibenwischer liefen weiterhin, weil es zum Zeitpunkt des Brückeneinsturzes geregnet hatte. Nach Angaben der Spedition hat der Lastwagen genug getankt, um noch tagelang laufen zu können.

Der Lastwagen ist nicht das einzige Fahrzeug, das die Menschen bei der Flucht von der Brücke dort stehen gelassen haben: Mehrere Lastwagen und Autos stehen weiter hinten auf der Fahrbahn. Die Staatsanwaltschaft hat aus Ermittlungsgründen und wegen der Einsturzgefahr noch nicht angeordnet, sie abzuschleppen. Früher oder später wird das aber passieren.

Von der Brücke gestürzt und überlebt

Noch mehr Glück als der Lastwagenfahrer hatte der frühere italienische Fussballprofi Davide Capello: Der 33-Jährige stürzte am Dienstag mit den Trümmern der Unglücksbrücke von Genua in die Tiefe - und überlebte ohne grössere Schrammen. «Es war wie eine Szene aus einem Film, es war die Apokalypse», sagte der frühere Torwart des Liga-Vereins Cagliari dem Fernsehsender Sky TG24. «Ich weiss nicht, warum mein Auto nicht zerquetscht wurde.»

Er habe nach der harten Landung aussteigen und aus eigener Kraft über die Brückentrümmer zu den Rettungskräften laufen können. «Ich bin auf der Brücke gefahren, plötzlich gab die Strasse vor mir nach, und ich bin mit dem Auto abgestürzt», sagte Capello. Sein Auto sei dann an einem Brückenpfeiler zum Stillstand gekommen.

Der gebürtige Sardinier Capello hatte früher beim damaligen Zweitligisten Cagliari gespielt. Nachdem seine Karriere nie richtig Fahrt aufnahm, verliess er 2005 den Profi-Fussball und wurde Feuerwehrmann.

sda/afp/20min.ch/anf

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