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Mindestens 28 Tote bei Anschlagserie in Bagdad

Der Irak kommt nicht zur Ruhe: Beim Morgeneinkauf auf Märkten schiitischer Viertel explodierten Autobomben. Als Täter werden sunnitische Extremisten aus dem Umkreis der al-Qaida vermutet.

Bild der Zerstörung: Autobomben in der irakischen Hauptstadt Bagdad. (17. Februar 2013)
Bild der Zerstörung: Autobomben in der irakischen Hauptstadt Bagdad. (17. Februar 2013)
Reuters

Bei der Explosion mehrerer Autobomben in Wohnvierteln irakischer Schiiten sind am Sonntag in Bagdad mindestens 37 Menschen getötet und mehr als 130 verletzt worden. Die Anschläge richteten sich zumeist gegen Märkte in Wohngebieten schiitischer Muslime. Dort waren am Sonntagmorgen, dem Beginn der Arbeitswoche, viele Käufer unterwegs.

«Diese blutigen Szenen haben mich schmerzlich an die gewaltsame Vergangenheit erinnert», sagte Nima Chadum, der im öffentlichen Dienst beschäftigt ist. Nach einer der Explosionen seien die Fenster seines Hauses zu Bruch gegangen. Danach sei die Luft voller Qualm gewesen. Auf der Strasse habe er brennende Autos und Tote und Verletzte gesehen. «Ich weiss nicht, was diese Sicherheitskontrollpunkte sollen, wenn sie nur zu Staus führen und nichts bringen, um Bagdad sicherer zu machen», sagte Chadum. Für das Blutvergiessen heute trägt die Regierung die volle Verantwortung, weil ihre Sicherheitskräfte versagen.»

Drei Autobomben in Sadr City

Drei Autobomben explodierten im Stadtteil Sadr City, einem Wohnviertel, in dem viele Arme leben. Weitere Anschläge gab es im Stadtteil Al Amin, in Husseinija nordöstlich von Bagdad sowie in der östlichen Vorstadt Kamalija und in Karrada. Die Polizei brachte nach eigenen Angaben zudem zwei weitere Autobomben gezielt zur Explosion, die die Sicherheitskräfte rechtzeitig entdeckt hatten.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Der UN-Gesandte im Irak, Martin Kobler, verurteilte die Anschläge und sagte, alle irakischen Führer hätte die Verantwortung, sich gegen diese schrecklichen Verbrechen zu stellen.

Ähnliche Terrorakte wurden in der Vergangenheit von sunnitischen Extremisten aus dem Umkreis der Al-Qaida verübt. Dazu gehört die Organisation Islamischer Staat Irak, der häufig schiitische Muslime angreift. Die schiitische Mehrheitsbevölkerung im Irak stellt die Regierung von Ministerpräsident Nuri al Maliki; die Sunniten waren unter dem 2003 im Irak-Krieg der USA gestürzten Regime von Saddam Hussein dominierend.

Seit Anfang Februar kamen mehr als hundert Menschen bei Anschlägen im Irak ums Leben, im Januar waren es 178. Beobachter befürchten, dass die Gewalt vor den Provinzwahlen am 20. April weiter zunehmen wird. Diese Wahl ist die erste landesweite Abstimmung seit dem Abzug der US-Truppen vor mehr als einem Jahr.

AP/ses

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