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Meteoriteneinschlag hinterlässt grosse Schäden

Ein grosser Krater, 1200 Verletzte und Tausende zerschlagene Fensterscheiben: Die Folgen des Meteoriteneinschlags in der Ural-Region werden noch lange sichtbar sein.

bru/rub
Ein Anwohner zeigt ein mutmassliches Meteoritenstück.
Ein Anwohner zeigt ein mutmassliches Meteoritenstück.
Andrei Romanow, Reuters
Die Region hofft jedoch bereits auf einen Touristenboom.
Die Region hofft jedoch bereits auf einen Touristenboom.
Andrei Romanow, Reuters
Im Tschebarkul-See wird das grösste Bruchstück vermutet.
Im Tschebarkul-See wird das grösste Bruchstück vermutet.
EPA/Sergei Ilnitsky, Keystone
Forscher der Ural-Universität haben zahlreiche Splitter gefunden: Der Meteorit gehört zur Klasse gewöhnlicher Chondriten. (18. Februar 2013)
Forscher der Ural-Universität haben zahlreiche Splitter gefunden: Der Meteorit gehört zur Klasse gewöhnlicher Chondriten. (18. Februar 2013)
Keystone
Die Gesteinsfragmente wurden in der Nähe des Tschebarkul-Sees in Zentralrussland gefundenen. (18. Februar 2013)
Die Gesteinsfragmente wurden in der Nähe des Tschebarkul-Sees in Zentralrussland gefundenen. (18. Februar 2013)
Reuters
Ein Wissenschaftler der Ural Federal University inspiziert Meteoriten-Teile. (18. Februar 2013)
Ein Wissenschaftler der Ural Federal University inspiziert Meteoriten-Teile. (18. Februar 2013)
Reuters
Das Aufräumen hat begonnen: Ein Mann repariert eines der zahlreichen Fenster, die beim Meteoriteneinschlag zerstört wurden, ... (16. Februar 2013)
Das Aufräumen hat begonnen: Ein Mann repariert eines der zahlreichen Fenster, die beim Meteoriteneinschlag zerstört wurden, ... (16. Februar 2013)
Reuters
... eine Frau wischt Scherben in einem Sportzentrum in Tscheljabinsk auf. (16. Februar 2013)
... eine Frau wischt Scherben in einem Sportzentrum in Tscheljabinsk auf. (16. Februar 2013)
Keystone
Schockwelle brachte Scheiben zum Zerbersten: Ein Anwohner inspiziert sein zerstörtes Fenster. (15. Februar 2013)
Schockwelle brachte Scheiben zum Zerbersten: Ein Anwohner inspiziert sein zerstörtes Fenster. (15. Februar 2013)
Keystone
Loch im Eis: Ob es wirklich vom Meteoriten stammt, ist unklar.  (15. Februar 2013)
Loch im Eis: Ob es wirklich vom Meteoriten stammt, ist unklar. (15. Februar 2013)
AFP
Der Wettersatellit Meteosat 10 fotografierte den Meteoriten kurz nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre. (15. Februar 2013)
Der Wettersatellit Meteosat 10 fotografierte den Meteoriten kurz nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre. (15. Februar 2013)
EUMETSAT
Der Wettersatellit Meteosat 10 zeigt, wie heiss er kurz nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre war. (15. Februar 2013)
Der Wettersatellit Meteosat 10 zeigt, wie heiss er kurz nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre war. (15. Februar 2013)
EUMETSAT
Rauchschweif des Meteoriten über dem Uralgebiet.  (15. Februar 2013)
Rauchschweif des Meteoriten über dem Uralgebiet. (15. Februar 2013)
Keystone
Rauchschweif des Meteoriten über dem Uralgebiet.  (15. Februar 2013)
Rauchschweif des Meteoriten über dem Uralgebiet. (15. Februar 2013)
AFP
Spur des Meteoritenniedergangs über der Stadt Tscheljabinsk. (15. Februar 2013)
Spur des Meteoritenniedergangs über der Stadt Tscheljabinsk. (15. Februar 2013)
OOO Spetszakaz, Reuters
Gefährliches Naturereignis: Ein Mann betrachtet an einem Computer ein Bild, das die Schweifspur eines Meteoritenteils über Tscheljabinsk zeigen soll. (15. Februar 2013)
Gefährliches Naturereignis: Ein Mann betrachtet an einem Computer ein Bild, das die Schweifspur eines Meteoritenteils über Tscheljabinsk zeigen soll. (15. Februar 2013)
Yuri Kadobnov, AFP
Mehr als 500 Personen sollen Verletzungen davongetragen haben: Ein Mann nach der Behandlung einer Verletzung, die durch den Meteoritenniedergang in Tscheljabinsk verursacht wurde. (15. Februar 2013)
Mehr als 500 Personen sollen Verletzungen davongetragen haben: Ein Mann nach der Behandlung einer Verletzung, die durch den Meteoritenniedergang in Tscheljabinsk verursacht wurde. (15. Februar 2013)
Andrei Kuzmin, Reuters
Zahlreiche Verletzte und Schäden im russischen Ural: Frauen halten Ausschau nach weiteren Meteoritenteilen.
Zahlreiche Verletzte und Schäden im russischen Ural: Frauen halten Ausschau nach weiteren Meteoritenteilen.
Blogger Marat Kabanov
Gemäss dem Twitter-Nutzer Ilya Varlamov sollen Meteoritenstücke Gebäude beschädigt haben.
Gemäss dem Twitter-Nutzer Ilya Varlamov sollen Meteoritenstücke Gebäude beschädigt haben.
Twitter/@varlamov
Laut Russia Today, die das Bild über Twitterer @TimurKhorev bezog, wurde hier eine Zinkfabrik getroffen: In dem Gebäude klafft ein grosses Loch.
Laut Russia Today, die das Bild über Twitterer @TimurKhorev bezog, wurde hier eine Zinkfabrik getroffen: In dem Gebäude klafft ein grosses Loch.
user@TimurKhorev
Das Dach der Zinkfabrik stürzte auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern zusammen. (15. Februar 2013)
Das Dach der Zinkfabrik stürzte auf einer Fläche von rund 600 Quadratmetern zusammen. (15. Februar 2013)
Reuters
Unter den Einwohnern sei Panik ausgebrochen, hiess es: Geborstene Fensterscheiben einer Sporthalle in Tscheljabinsk. (15. Februar 2013)
Unter den Einwohnern sei Panik ausgebrochen, hiess es: Geborstene Fensterscheiben einer Sporthalle in Tscheljabinsk. (15. Februar 2013)
OOO Spetszakaz, Reuters
Auch hier gebrochenes Fensterglas: Passanten begutachten die Schäden an einem Laden in Tscheljabinsk. (15. Februar 2013)
Auch hier gebrochenes Fensterglas: Passanten begutachten die Schäden an einem Laden in Tscheljabinsk. (15. Februar 2013)
Keystone
Ein Mann entfernt Splitter von einem Fensterrahmen in Tscheljabinsk. (15. Februar 2013)
Ein Mann entfernt Splitter von einem Fensterrahmen in Tscheljabinsk. (15. Februar 2013)
Andrei Kuzmin, Reuters
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Mit einem grellen Blitz und einer lauten Explosion ist am Freitag in Russland ein etwa 7000 Tonnen schwerer Meteorit eingeschlagen. Etwa 1200 Menschen wurden nach Angaben des Innenministeriums zumeist leicht verletzt. In der Millionenstadt Tscheljabinsk brach Panik aus. Fensterscheiben gingen zu Bruch. Unter den Verletzten waren laut Behördenvertretern auch mehr als 200 Kinder einer Schule; 48 Menschen wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

Eine an der Wirbelsäule schwer verletzte Frau wurde am Samstag mit einem Sonderflug nach Moskau überführt. Dies teilte das Zivilschutzministerium mit. Der Gouverneur des Gebiets, Michail Jurewitsch, sagte, dass die Lage unter Kontrolle sei. Insgesamt seien nach dem Meteoriteneinschlag durch Schäden an den vielen Gebäuden rund 100'000 Menschen betroffen. Der Gesamtschaden liege bei etwa einer Milliarde Rubel (30 Millionen Franken).

Der Einschlag des grössten Meteoriten seit mehr als einem Jahrhundert ereignete sich etwa 09.20 Uhr (04.20 Uhr MEZ) in einer dünn besiedelten Gegend im Ural, rund 1500 Kilometer östlich von Moskau. Die russische Akademie der Wissenschaften teilte mit, der Meteorit sei mit einer Geschwindigkeit von mindestens 54'000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre eingetreten und sei in einer Höhe zwischen 30 und 50 Kilometern über der Oberfläche explodiert. Nach einer Schätzung der Nasa wog der Himmelskörper etwa 7000 Tonnen und setzte eine Energie von 300 bis 500 Kilotonnen Energie frei.

«Überall war Panik»

Ältere Frauen fürchteten lauthals, das Ende der Welt sei gekommen, wie Augenzeugen berichteten. «Überall war Panik», sagte Sergej Chametow, ein Bewohner der gleichnamigen Stadt Tscheljabinsk. «Wir haben einen grossen Blitz gesehen, gingen nach draussen und hörten dann einen wirklich lauten Donner», sagte er der Nachrichtenagentur AP am Telefon. (Hier der ausführliche Bericht eines Augenzeugen.)

Wadim Kolesnikow, Sprecher des russischen Innenministeriums, sagte, die meisten Verletzungen seien durch herumfliegende Glassplitter entstanden. Bei der Schockwelle wurde laut Schätzungen von Stadtvertretern eine Glasfläche von rund 100'000 Quadratmetern zerstört. Fragmente des Meteoriten stürzten auf die Erde, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte. In Tscheljabinsk wurden den Angaben zufolge etwa 3000 Gebäude beschädigt. Das Dach einer Zinkfabrik stürzte teilweise ein, es war die Rede von 600 Quadratmetern zerstörtem Dach. Unklar war, ob das Dach nach einem Einschlag oder aufgrund von Schockwellen einstürzte.

Acht Meter grosser Kater im Eis

Einige Teile des Meteoriten schlugen in einem Stausee in der Nähe der Stadt Tschebarkul ein, einer riss nach Angaben der Regionalbehörden einen acht Meter grossen Krater ins Eis. Ein Amateurvideo, das im russischen Fernsehen zu sehen war, zeigte, wie ein Objekt kurz nach 9.00 Uhr (Ortszeit) über den Himmel schoss und einen dicken weissen Schweif hinterliess. Ausserdem war ein gewaltiger Blitz zu sehen.

In der Region Tscheljabinsk lagern grosse Mengen an chemischen und nuklearen Waffen der russischen Armee. Laut Greenpeace Russland ereignete sich die Explosion lediglich hundert Kilometer von einem wichtigen Atomwaffenlager entfernt. Angaben über eine Beschädigung der Anlage gab es zunächst nicht.

Wirtschaftlicher Instinkt

Einige Russen reagierten mit wirtschaftlichem Instinkt auf die Naturkatastrophe: Die Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtete, einige Bewohner der betroffenen Region hätten ihre Fenster zerstört, um vorzugeben, sie seien durch den Meteoriten zu Bruch gegangen. Andere boten im Internet mutmassliche Teile des Meteorits zum Kauf an.

Der Meteoriteneinschlag ereignete sich nur wenige Stunden, bevor der Asteroid 2012 DA14 in 27 357 Metern Abstand an der Erde vorbeiflog. Dies war soweit bekannt die bisher kürzeste Distanz eines Asteroiden zur Erde. Nach Angaben von Astronomen gab es keinen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen.

(sda/AFP/AP)

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