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Mann erschiesst Frau im Coiffeursalon – Täter im Spital verstorben

In Wettingen AG hat ein Mann seine Frau erschossen und später die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Er starb später im Spital. Kurz vor seiner Tat gab er Dokumente in einem benachbarten Kebab-Laden ab.

Der Mann betrat das Geschäft und schoss auf eine Frau: Der abgesperrte Tatort. (3. Oktober 2012)
Der Mann betrat das Geschäft und schoss auf eine Frau: Der abgesperrte Tatort. (3. Oktober 2012)
Stefan Hohler
Das Opfer hatte offenbar vor der Tat die Scheidung eingereicht: Beamte der Kantonspolizei Aargau am Tatort. (3. Oktober 2012)
Das Opfer hatte offenbar vor der Tat die Scheidung eingereicht: Beamte der Kantonspolizei Aargau am Tatort. (3. Oktober 2012)
Keystone
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In einem Coiffeurgeschäft im aargauischen Wettingen ist es am Mittwoch zu einem Ehedrama gekommen. Ein 51- jähriger Türke erschoss seine 40-jährige Ehefrau. Danach richtete er die Waffe gegen sich selbst. Noch am selben Tag erlag auch er seinen Verletzungen.

Der Mann betrat um 10.30 Uhr den Coiffeursalon, der von seiner Ehefrau geführt wurde, wie die Aargauer Kantonspolizei mitteilte. Danach schoss er ohne Vorwarnung mehrmals auf die Frau, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete und abdrückte.

Die Frau starb noch am Tatort. Der Schütze überlebte schwer verletzt. Ein Rettungshelikopter der Rega flog den 51-Jährigen ins Universitätsspital Zürich, wo er kurz nach Mittag ebenfalls verstarb.

Scheidung eingereicht

Ein Nachbar sagte gegenüber Redaktion Tamedia, ein Türke habe seine Frau erschossen. Nach dem Mord fanden sich mehrere Angehörige der türkisch-kurdischen Gemeinde beim Tatort ein. Ihren Angaben zufolge ist der Mann von Beruf Maler gewesen und habe ein eigenes Geschäft geführt. Er sei schon zum vierten Mal verheiratet gewesen. Die nun ermordete Frau habe zuvor die Scheidung eingereicht. Das Paar war demnach kinderlos.

Um 12.30 Uhr traf auch die Schwester des Opfers ein. Polizeibeamte hinderten die verzweifelte, angeblich schwangere Frau am Betreten des Coiffeursalons.

Vor Bluttat Dokumente abgegeben

Vor dem Tötungsdelikt hatte der Türke offenbar einen benachbarten Kebab-Laden betreten und dort schriftliche Dokumente abgegeben, wie Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Der Inhalt dieser Dokumente sei noch unklar. Zumindest teilweise seien sie auf Türkisch verfasst. Aus diesem Laden wurde darauf auch die Polizei wegen des Tötungsdeliktes alarmiert. Im Vordergrund der polizeilichen Ermittlungen steht ein Beziehungsdelikt.

Die beiden aus der Türkei stammenden Ehegatten wohnten in der Region, allerdings getrennt voneinander. Das Paar war der Polizei bekannt.

Monatelanger «Terror»

Laut einer Freundin des Opfers lag das Paar seit längerer Zeit im Streit. «Der Ehemann war sehr eifersüchtig», erklärt die Frau. Über Monate sei es zu häuslicher Gewalt gekommen. Einmal habe der Mann seine Frau mit dem Auto beinahe angefahren. Ausserdem habe er sie mit SMS «terrorisiert». Das Opfer hat offenbar seiner Freundin gesagt: «Eines Tages wird er mich umbringen.»

Die Frau habe auch mehrmals wegen der Gewalt ihres Mannes die Polizei zu Hilfe gerufen, zuletzt vor rund vier Wochen. Polizeisprecher Bernhard Graser wollte dazu gegenüber Redaktion Tamedia am Anfang nichts sagen. In einer späteren Medienmitteilung erklärte die Polizei, dass die Frau kürzlich Anzeige wegen Drohung gegen ihren Mann erstattet habe. Zum Zeitpunkt der Tat seien die entsprechenden polizeilichen Ermittlungen noch immer im Gange gewesen. Der 51-jährige Täter sei nicht einschlägig vorbestraft gewesen.

Über die näheren Umstände und die Hintergründe des Tötungsdeliktes machte die Polizei keine weiteren Angaben. Die Staatsanwaltschaft Baden hat eine Untersuchung eröffnet sowie die Obduktion der beiden Leichen angeordnet.

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