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Männliche Beamte sind die grössten Motzer

In der Stadt Zürich kann man Schäden an der Infrastruktur direkt via App melden. Nun wurde publik, wer davon am meisten Gebrauch macht.

Auf manchen Bildern erkennt man nichts. Bis man den Schadensbericht liest: «Tafel ist umgefallen und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Fahrbahn Abfahrt in Richtung Puls 5.»
Auf manchen Bildern erkennt man nichts. Bis man den Schadensbericht liest: «Tafel ist umgefallen und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Fahrbahn Abfahrt in Richtung Puls 5.»
www.zueriwieneu.ch
«Hier ist immer wieder eine Sauordnung, ist aber ein touristischer Hotspot,» schreibt der Fotograf zu diesem Bild. Die Stadt Zürich antwortet, dass der Müll bis spätestens am 16. November abgeholt wird.
«Hier ist immer wieder eine Sauordnung, ist aber ein touristischer Hotspot,» schreibt der Fotograf zu diesem Bild. Die Stadt Zürich antwortet, dass der Müll bis spätestens am 16. November abgeholt wird.
Na dann, gute Nacht: «Hier liegt ein Matratze.»
Na dann, gute Nacht: «Hier liegt ein Matratze.»
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Sei es ein ungereinigter Schulweg, unsachgemäss entsorgter Müll, fehlende Pflastersteine oder Graffitis: Mit der App «Züri wie neu» können die Stadtbewohner seit 2013 Infrastrukturschäden direkt den zuständigen Stellen melden. Aussergewöhnlich viele Meldungen erhält die Stadt jedoch aus den eigenen Reihen, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet.

Das System hat Erfolg: 8900 Meldungen wurden bisher registriert. Bern und Luzern möchten etwas ähnliches lancieren, in St. Gallen können Bewohner bereits Schäden vermelden. Da die Einträge auf der Seite anonymisiert sind, hat die Forschungsstelle für digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern die Nutzer befragt. Das Resultat: Der Durchschnittsnutzer ist ein 50-jähriger Mann mit Hochschuldiplom und Anstellung beim Staat. Bei den einzelnen Kategorien der Schadensmeldungen zeichnen sich zwei Favoriten ab. Mit 2827 Einträgen wird die Kategorie «Strasse/ Trottoir/ Platz» favorisiert, dicht gefolgt von «Abfall/ Sammelstelle» mit 2309 Einträgen.

Pro Monat 50 neue Nörgler

Zwei Drittel der Nutzer haben eine Universität oder Hochschule besucht, jeder dritte arbeitet im öffentlichen Dienst. Diese Quote ist hoch, denn insgesamt arbeitet nur jeder fünfte Stadtzürcher für den Staat. «Staatsangestellte engagieren sich offenbar besonders häufig für die Ordnung auf Zürichs Strassen», so Forschungsstellenleiter Matthias Stürmer von der Universität Bern gegenüber der Zeitung. Zusätzlich hat die App monatlich 50 neue Nörgler, was eigentlich eine Durchmischung fördern sollte. Noch überwiegt jedoch auch der Männeranteil mit 76 Prozent.

Bei den Angestellten der Ansprechsstellen stiess die App anfangs auf Ablehnung. 2014 gaben noch 80 Prozent der intern befragten Beamten an, dass die App einen Mehraufwand erzeuge und bestehende Prozesse durcheinanderbringt. Zudem erklärten 70 Prozent, dass die meisten Schlaglöcher und Graffitis auch ohne die App gefunden worden wären. Auch auf dieses Feedback ist die Stadt eingegangen und hat die Arbeitsabläufe angepasst.

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