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Hurrikan Florence trifft auf Land

Mit peitschendem Regen und Winden von mehr als 150 Kilometer pro Stunde sucht der Sturm die US-Ostküste heim.

Kategorie 1: Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde warnte die Bewohner der betroffenen Gebiete am Donnerstag dennoch, der Sturm müsse ernst genommen werden. Video: Tamedia/Storyful

Hurrikan Florence rückt trotz verminderter Windstärke – er wurde auf einen Sturm der Kategorie 1 herabgestuft – mit grosser Zerstörungskraft auf die Südostküste der USA zu. Als eine der ersten Gegenden wurde der Insel-Nationalpark Outer Banks vor dem Bundesstaat North Carolina getroffen.

Auch New Bern wurde von einer Sturmflut getroffen. Erste Flüsse traten über die Ufer, Uferstrassen wurden überspült. In etlichen Haushalten fiel bereits der Strom aus. Die Situation werde sich in den nächsten Stunden und Tagen drastisch verschlechtern, sagten die Meteorologen voraus.

Fünf Millionen betroffen

Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums in Miami bewegte sich der Wirbelsturm extrem langsam mit nicht einmal zehn Kilometern pro Stunde auf die Küstenregion um die Stadt Wilmington (North Carolina) zu. Dies bedeutet, dass das Zentrum des Sturms mit starkem Wind und ergiebigen Regenfällen lange über der Küstenregion bleiben dürfte. Die Experten rechnen damit, dass sich die Wasserlast von Florence bis zu vier Tage lang auf das Land ergiessen wird. In der Nähe der Stadt nahm der Stromversorger Duke Energy ein Kernkraftwerk vorsorglich vom Netz.

Die Behörden rechnen damit, dass insgesamt fünf Millionen Menschen in einem riesigen Einzugsgebiet im gesamten Südosten der USA von Überschwemmungen betroffen sein könnten. Sturmfluten, die vom Ozean in die Flüsse und damit ins Hinterland drängen, sowie ergiebiger Regen mit Billionen Litern Wasser könnten gemeinsam eine grosse zerstörerische Kraft entfalten.

In New Bern wurde ein Boot aus dem Hafen gerissen und auf die Strasse gespühlt. (14. September 2018)
In New Bern wurde ein Boot aus dem Hafen gerissen und auf die Strasse gespühlt. (14. September 2018)
Eduardo Munoz, Reuters
Menschen sitzen in Wilmington in einer Bar, während «Florence» Tod und Verwüstung bringt.
Menschen sitzen in Wilmington in einer Bar, während «Florence» Tod und Verwüstung bringt.
Carlo Allegri, Reuters
Unzählige Häuser wurden schwer beschädigt. Ein Bild aus Wilmington in North Carolina. (14. September 2018)
Unzählige Häuser wurden schwer beschädigt. Ein Bild aus Wilmington in North Carolina. (14. September 2018)
Jonathan Drake, Reuters
Diese Eiche in Wilmington, North Carolina, wurde mehr als hundert Jahre alt. «Florence» hat sie entwurzelt.
Diese Eiche in Wilmington, North Carolina, wurde mehr als hundert Jahre alt. «Florence» hat sie entwurzelt.
Jonathan Drake, Reuters
Eine weitere Eiche liegt am Boden in Wilmington, Äste haben das Haus schwer beschädigt.
Eine weitere Eiche liegt am Boden in Wilmington, Äste haben das Haus schwer beschädigt.
Jonathan Drake, Reuters
Kinder werden in New Bern vor der steigenden Flut in Sicherheit gebracht.
Kinder werden in New Bern vor der steigenden Flut in Sicherheit gebracht.
Chris Seward/AP, Keystone
Eine Familie wird in New Bern evakuiert.
Eine Familie wird in New Bern evakuiert.
Chris Seward/AP, Keystone
Die Flut steigt, Hunderte Menschen warten auf Hilfe.
Die Flut steigt, Hunderte Menschen warten auf Hilfe.
Chris Seward/AP, Keystone
Der Wasserpegel steigt auch in Myrtle Beach in South Carolina.
Der Wasserpegel steigt auch in Myrtle Beach in South Carolina.
Alex Edelman, AFP
Strasse in Swansboro, North Carolina. (14. September 2018)
Strasse in Swansboro, North Carolina. (14. September 2018)
Tom Copeland/AP, Keystone
Menschen auf einer Strasse im sintflutartigen Regen in Swansboro.
Menschen auf einer Strasse im sintflutartigen Regen in Swansboro.
Tom Copeland/AP, Keystone
Das Wasser reicht bis an die Fassade: Häuser in Küstennähe in North Carolina.
Das Wasser reicht bis an die Fassade: Häuser in Küstennähe in North Carolina.
Tom Copeland/AP, Keystone
Die Stadt New Bern hat es hart getroffen.
Die Stadt New Bern hat es hart getroffen.
Chris Seward/AP, Keystone
Ein Platz in New Bern ist überflutet.
Ein Platz in New Bern ist überflutet.
Gray Whitley/Sun Journal/AP, Keystone
Tausende Menschen sind ohne Strom.
Tausende Menschen sind ohne Strom.
Gray Whitley/Sun Journal/AP, Keystone
Der Hurrikan führt in North Carolina zu extremen Winden.
Der Hurrikan führt in North Carolina zu extremen Winden.
Jim Lo Scalzo/EPA, Keystone
Diese haben in Wilmington eine Tankstelle schwer beschädigt.
Diese haben in Wilmington eine Tankstelle schwer beschädigt.
Jim Lo Scalzo/EPA, Keystone
Beschädigte Infrastruktur in Wilmington.
Beschädigte Infrastruktur in Wilmington.
Jim Lo Scalzo/EPA, Keystone
Ein Mann trinkt einen Kaffee in einem Hotel in Wilmington...
Ein Mann trinkt einen Kaffee in einem Hotel in Wilmington...
Carlo Allegri, Reuters
... während der Strom in weiten Teilen der Stadt ausgefallen ist. Kinder spielen ein Brettspiel in einem Hotel in Wilmington.
... während der Strom in weiten Teilen der Stadt ausgefallen ist. Kinder spielen ein Brettspiel in einem Hotel in Wilmington.
Carlo Allegri, Reuters
Blätter und Zweige liegen auf den Strassen von New Bern, während sich das Auge des Hurrikans nähert.
Blätter und Zweige liegen auf den Strassen von New Bern, während sich das Auge des Hurrikans nähert.
Eduardo Munoz, Reuters
Hunderte Menschen haben in North Carolina Notrufe getätigt.
Hunderte Menschen haben in North Carolina Notrufe getätigt.
Chip Somodevilla, AFP
Das Wasser steigt in New Bern im Bundesstaat North Carolina.
Das Wasser steigt in New Bern im Bundesstaat North Carolina.
FotografGray Whitley/AP, Keystone
Studenten benutzen in New Bern Anemometer, um die Windstärke zu messen.
Studenten benutzen in New Bern Anemometer, um die Windstärke zu messen.
FotografGray Whitley/AP, Keystone
Die Winde sind auch in der Stadt Wilson angelangt.
Die Winde sind auch in der Stadt Wilson angelangt.
Eduardo Munoz, Reuters
Bewohner von James City in North Carolina werden in Sicherheit gebracht. (14. September 2018)
Bewohner von James City in North Carolina werden in Sicherheit gebracht. (14. September 2018)
Chip Somodevilla/Getty, AFP
Eine Strasse in Wilmington. (14. September 2018)
Eine Strasse in Wilmington. (14. September 2018)
Andrew Caballero-Reynolds, AFP
Überflutung in Swansboro in North Carolina. (14. September 2018)
Überflutung in Swansboro in North Carolina. (14. September 2018)
Tom Copeland, Keystone
Das Auge von «Florence» fotografiert aus der ISS.  (12. September 2018)
Das Auge von «Florence» fotografiert aus der ISS. (12. September 2018)
Alexander Gerst/ESA/Nasa/AP, Keystone
Bereits am Donnerstagabend trat in New Bern in North Carolina der Fluss Neuse über die Ufer: Bewohner bringen sich in der Nacht auf Freitag in Sicherheit. (13. September 2018)
Bereits am Donnerstagabend trat in New Bern in North Carolina der Fluss Neuse über die Ufer: Bewohner bringen sich in der Nacht auf Freitag in Sicherheit. (13. September 2018)
Chip Somodevilla/Getty, AFP
Ein Bilder Überflutung in New Bern am Donnerstagabend. (13. September 2018)
Ein Bilder Überflutung in New Bern am Donnerstagabend. (13. September 2018)
Chip Somodevilla/Getty, AFP
Die Wellen in Atlantic Beach in North Carolina am Donnerstagabend. (13. September 2018)
Die Wellen in Atlantic Beach in North Carolina am Donnerstagabend. (13. September 2018)
Travis Long /The News & Observer/AP, Keystone
Überflutungen in New Bern in North Carolina. (13. September 2018)
Überflutungen in New Bern in North Carolina. (13. September 2018)
Gray Whitley/Sun Journal via AP, Keystone
In etlichen Haushalten fiel bereits der Strom aus: Myrtle Beach in South Carolina. (13. September 2018)
In etlichen Haushalten fiel bereits der Strom aus: Myrtle Beach in South Carolina. (13. September 2018)
Alex Edelman, AFP
Die äusseren Bänder des Hurrikans haben die Küste erreicht. Massive Regenwolken über Wilmington, wo Florence auf Land treffen wird.
Die äusseren Bänder des Hurrikans haben die Küste erreicht. Massive Regenwolken über Wilmington, wo Florence auf Land treffen wird.
Andrew Caballero-Reynolds, AFP
Blick aus einem Flugzeug der US Air Force auf Florence: Die HC-C130J startete in Savannah im Bundesstaat Georgia zu einem Erkundungsflug.
Blick aus einem Flugzeug der US Air Force auf Florence: Die HC-C130J startete in Savannah im Bundesstaat Georgia zu einem Erkundungsflug.
US Air Force
Satellitenbild vom 13. September 2018 mit eingezeichneten Grenzen.
Satellitenbild vom 13. September 2018 mit eingezeichneten Grenzen.
Noaa
Wirkt auch aus dem All gewaltig: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat Florence von der Internationalen Raumstation ISS aus fotografiert.
Wirkt auch aus dem All gewaltig: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat Florence von der Internationalen Raumstation ISS aus fotografiert.
ESA
Ein Signal in Emerald Isle im Bundesstaat New Carolina weist auf die Evakuierung hin.
Ein Signal in Emerald Isle im Bundesstaat New Carolina weist auf die Evakuierung hin.
Tom Copeland/AP, Keystone
Streifenwagen eskortieren eine Kolonne Autos auf einem Highway von Charleston nach Columbia.
Streifenwagen eskortieren eine Kolonne Autos auf einem Highway von Charleston nach Columbia.
@TrooperBob_SCHP, Reuters
«Dieser Sturm ist extrem gefährlich», schrieb Donald Trump auf Twitter.
«Dieser Sturm ist extrem gefährlich», schrieb Donald Trump auf Twitter.
Leah Millis, Reuters
Astronaut Ricky Arnold hat den Hurrikan von der International Space Station aus fotografiert.
Astronaut Ricky Arnold hat den Hurrikan von der International Space Station aus fotografiert.
@astro_ricky/Nasa, Reuters
Die Bilder stammen vom 6. September.
Die Bilder stammen vom 6. September.
@astro_ricky/Nasa, Reuters
Ruhe vor dem Sturm: Eine Frau am Myrtle Beach in South Carolina.
Ruhe vor dem Sturm: Eine Frau am Myrtle Beach in South Carolina.
Randall Hill, Reuters
Rekruten der US-Marine richten in South Carolina ein Depot für Hilfsgüter ein.
Rekruten der US-Marine richten in South Carolina ein Depot für Hilfsgüter ein.
Yamil Casarreal/USMC, Reuters
«Wenn Sie aufgefordert werden zu gehen, dann raus da»: US-Präsident Trump fordert die Menschen auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen.
«Wenn Sie aufgefordert werden zu gehen, dann raus da»: US-Präsident Trump fordert die Menschen auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen.
Leah Millis, Reuters
Die Ruhe vor dem Monstersturm: Zwei Menschen schauen in Wrightsville Beach, North Carolina, auf den Ozean.
Die Ruhe vor dem Monstersturm: Zwei Menschen schauen in Wrightsville Beach, North Carolina, auf den Ozean.
Andrew Caballero-Reynolds, AFP
Bewohner aus den Küstengebieten in der Nähe von Wallace, North Carolina, fliehen vor Florence.
Bewohner aus den Küstengebieten in der Nähe von Wallace, North Carolina, fliehen vor Florence.
Andrew Caballero-Reynolds, AFP
Vorbereitung in Willoughby Spit in Norfolk, Virginia: Ein Mann legt Sandsäcke vor die Türen.
Vorbereitung in Willoughby Spit in Norfolk, Virginia: Ein Mann legt Sandsäcke vor die Türen.
Alex Brandon, Keystone
In Summerville, South Carolina, werden Hunde aus einem Tierheim evakuiert.
In Summerville, South Carolina, werden Hunde aus einem Tierheim evakuiert.
Dorchester Paws, Reuters
Auf dieser Aufnahme der US-Wetter- und Ozeanografie­behörde ist zu sehen, wie Hurrikan Florence auf die US-Ostküste zusteuert.
Auf dieser Aufnahme der US-Wetter- und Ozeanografie­behörde ist zu sehen, wie Hurrikan Florence auf die US-Ostküste zusteuert.
Noaa, Keystone
Florence sollte zwischen den Bahamas und Bermuda hindurch in Richtung der US-Ostküste ziehen, wo er am Donnerstag erwartet wird.
Florence sollte zwischen den Bahamas und Bermuda hindurch in Richtung der US-Ostküste ziehen, wo er am Donnerstag erwartet wird.
Nasa
Am stärksten würden voraussichtlich die Bundesstaaten North Carolina und South Carolina sowie Virginia getroffen. Die drei Bundesstaaten riefen bereits den Notstand aus.
Am stärksten würden voraussichtlich die Bundesstaaten North Carolina und South Carolina sowie Virginia getroffen. Die drei Bundesstaaten riefen bereits den Notstand aus.
Noaa, Keystone
Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, ordnete an, einen fast 320 Kilometer langen Küstenabschnitt zu evakuieren.
Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, ordnete an, einen fast 320 Kilometer langen Küstenabschnitt zu evakuieren.
Joshua Roberts, Reuters
Bis zu einer Million Menschen in der Region wurden aufgerufen, sich ab Dienstagmittag in Sicherheit zu bringen: Larry Pierson von der Isle of Palms deckt sich mit Wasserflaschen ein.
Bis zu einer Million Menschen in der Region wurden aufgerufen, sich ab Dienstagmittag in Sicherheit zu bringen: Larry Pierson von der Isle of Palms deckt sich mit Wasserflaschen ein.
Mic Smith, Keystone
Ebenso begehrt sind Generatoren.
Ebenso begehrt sind Generatoren.
Ken Blevins/The Star-News, Keystone
Aber auch Batterien und sonstige Hilfsmittel sind sehr gefragt.
Aber auch Batterien und sonstige Hilfsmittel sind sehr gefragt.
Ken Blevins/The Star-News, Keystone
Teilweise sind die Regale der Supermärkte bereits leer.
Teilweise sind die Regale der Supermärkte bereits leer.
Twtter/@ missgil, Reuters
Die US-Marine erteilte sämtlichen Schiffen auf ihrem Stützpunkt Hampton Roads in Virginia die Anweisung, aufs offene Meer auszuweichen, da ein Verbleib im Hafen zu gefährlich sei.
Die US-Marine erteilte sämtlichen Schiffen auf ihrem Stützpunkt Hampton Roads in Virginia die Anweisung, aufs offene Meer auszuweichen, da ein Verbleib im Hafen zu gefährlich sei.
Caledon Rabbipal, Keystone
Später wies sie zudem 30 Kriegsschiffe ihres Stützpunktes in Norfolk (Virginia) an, aufs Meer hinauszufahren.
Später wies sie zudem 30 Kriegsschiffe ihres Stützpunktes in Norfolk (Virginia) an, aufs Meer hinauszufahren.
Caledon Rabbipal, AFP
Zwei weitere Wirbelstürme folgen dem Pfad von Florence: Helene und Isaac.
Zwei weitere Wirbelstürme folgen dem Pfad von Florence: Helene und Isaac.
Noaa
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Die Stärke des auf Kategorie 2 herabgestuften Wirbelsturms wird sich jetzt laut Experten kaum mehr ändern. Meteorologen hatten zuvor nicht ausgeschlossen, dass sich der Sturm zu einem Hurrikan der höchsten Stärke 5 entwickeln, also Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern erreichen könnte.

«Flüsse werden umgekehrt»

Obwohl die Stärke heruntergestuft wurde, bleibt Florence laut der Katastrophenschutzbehörde Fema «sehr gefährlich». Weshalb das so ist, erklärte die Fema in einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen.

Hier wird das Auge des Hurrikans erwartet: Livestream vom Wrightsville Beach bei Wilmington im Bundesstaat North Carolina.

Während die Windgeschwindigkeit des Hurrikans gesunken sei, habe sich die Windstärke, die an der Oberfläche über Land wirkt, ausgedehnt, zitiert «BBC» einen Fema-Experten. Das bedeute, dass die Vorhersagen für den Gesamtniederschlag unverändert blieben.

«Flut wird viele Menschen töten»

Das langsamere Vorankommen des Sturms führt dazu, dass es in denselben Gebieten länger regnet. Sturmfluten könnten laut Meteorologen bis zu vier Meter hoch und Flüsse in ihrer Laufrichtung umgekehrt werden. «Die Überschwemmungen, die im Landesinneren auftreten werden, werden viele Menschen töten», sagt der Experte.

Die Flut wird demnach innerhalb weniger Stunden einsetzen. «Der Ozean beginnt zu steigen. Ihre Zeit, aus den bedrohten Gebieten rauszukommen, läuft ab», so der Experte weiter. Besonders gefährdet seien Einwohner, die in der Nähe von Flüssen, Bächen und Tieflandgebieten leben.

Der Hurrikan wird bei Wilmington auf die Küste treffen, wie das Google Crisis Map zeigt.

In der Schneise des Hurrikans liegen vor allem North Carolina und South Carolina, weiter nördlich auch Virginia. Meteorologen sagten zuletzt aber voraus, der Hurrikan könne noch etwas südlich eindrehen.

«Ein Sturm, an den man sich erinnern wird»

Die Menschen an der Südostküste der USA bereiten sich seit Tagen auf die Ankunft des Wirbelsturms vor. Florence soll spätestens am Freitagmorgen auf die Küste der Bundesstaaten North Carolina oder South Carolina treffen. Mehrere Bundesstaaten, die nationale Katastrophenschutzbehörde Fema, die US-Streitkräfte und Versorgungsunternehmen arbeiten rund um die Uhr, um sich für das Schlimmste zu wappnen.

«Es könnte Rekordfluten geben», sagte der amtierende Leiter des Hurrikan-Zentrums, Ed Rappaport. «Es wird ein Sturm werden, an den man sich erinnern wird.» Überschwemmungen würden auch über längere Zeiträume erwartet. US-Medien verglichen den Hurrikan Florence schon vor seiner Ankunft mit Wirbelstürmen wie Katrina, der 2005 Tod und Schrecken über die Südstaaten gebracht hatte.

Ungewöhnliche Kurve

Den Meteorologen gelang es zunächst nicht, den Weg des Hurrikans wegen dessen ungewöhnlicher Kurve exakt zu bestimmen. Je nach Rechenmodell könnten sich in der Schneise des Wirbelsturms neben Hunderttausenden Wohnhäusern bis zu sechs Kernkraftwerke und mehrere Sondermülldeponien befinden. Anlass zur Sorge gebe es wegen der Kraftwerke derzeit nicht, versicherte die Katastrophenschutzbehörde Fema.

Die Behörden und an ihrer Spitze Präsident Donald Trump forderten die Menschen in der Region am Mittwoch noch einmal eindringlich dazu auf, den Anweisungen zur Räumung ihrer Häuser Folge zu leisten. «Spielt keine Spielchen mit ihm. Er ist gross», sagte Trump in einer Videobotschaft über den Wirbelsturm.

Tiere werden gerettet

Auch viele Tiere mussten in Sicherheit gebracht werden, etwa Wasserschildkröten. Die Wildpferde-Herden auf den Outerbanks vor North Carolina – eine weltbekannte Touristenattraktion – bleiben, wo sie sind. Nach Angaben der Behörden sind die Tiere durch ihre Instinkte gut gerüstet und begeben sich selbstständig ausser Gefahr.

Ein Fema-Vertreter verglich den Sturm mit der Schlaggewalt eines früheren Schwergewichts-Boxweltmeisters: «Das ist ein Mike-Tyson-Faustschlag für die Küste von Carolina.» US-Medien sprachen von deutlich mehr als einer Million Menschen, die die Küstenregion verlassen sollten, und von insgesamt mehreren Millionen Betroffenen. Die Gebiete entlang der südlichen US-Atlantikküste glichen schon am Mittwoch Geisterstädten. Fenster und Türen waren verbarrikadiert, Läden und Supermärkte geschlossen, Hotels schickten ihre Gäste zurück.

Florence sorgt für Geisterstädte. Video: Storyful/AP/Tamedia

Auch gab es viele Menschen, die ihre Häuser aber nicht verlassen wollten. Darüber hatte etwa die Bürgermeisterin des Urlaubsortes Myrtle Beach in South Carolina geklagt. Auch in US-Fernsehsendern meldeten sich immer wieder Menschen aus den bedrohten Küstengebieten zu Wort, die sagten, dass sie lieber zu Hause bleiben wollten. Sie hätten sich mit Essen und Stromgeneratoren eingedeckt und fühlten sich sicher. Behördenvertreter halten das für lebensgefährlich.

Nationalgarden aktiviert

Die Katastrophenschutzbehörde erklärte, der Hurrikan werde über Land zwar schnell an Kraft verlieren, starken Regen aber auch in Gebiete bringen, die nicht an der Küste liegen. Fema-Vertreter Jeff Byard sagte, es sei noch zu früh abzuschätzen, wie viel Schaden Florence anrichten werde. Absehbar sei aber, dass der Sturm die Stromversorgung unterbrechen, Häuser zerstören und Strassen und Brücken beschädigen werde.

Angesichts des nahenden Wirbelsturms wurden mehr als 2700 Soldaten der Nationalgarden einberufen, Vorräte angelegt und Notunterkünfte eingerichtet. Zudem versuchten die Behörden, die 16 Atomreaktoren in der Region wetterfest zu machen. Am Morgen wurden zunächst 6000 Stromausfälle gemeldet. Experten erwarteten Millionen weitere Blackouts, die wochenlang anhalten könnten.

Eindrückliche Aufnahmen der Nasa zeigen das Auge des Hurrikans Florence. Video: Storyful/AP/Tamedia

Kontroverse wegen Puerto Rico 2017

Der Sturm rückte politisch das Krisenmanagement von Trump in den Fokus. Dieses war nach dem Sturm Maria 2017 über Puerto Rico kritisiert worden, bei dem den örtlichen Behörden zufolge fast 3000 Menschen starben. Trump schrieb auf Twitter, die Zahl sei von den Demokraten aufgebläht worden, um ihm zu schaden. Zunächst sei von 6 bis 18 Toten die Rede gewesen, «viel später» seien dann höhere Zahlen «wie 3000» genannt worden.

«Das wurde von den Demokraten gemacht, um mich so schlecht wie möglich aussehen zu lassen», schrieb Trump, ohne einen Beleg zu liefern. Alle Toten seien auf die Liste gesetzt worden, selbst wenn sie an Altersschwäche gestorben seien. Die Bürgermeisterin von San Juan, Carmen Yulin Cruz, wies die Vorwürfe zurück. Sie beschrieb Trump auf Twitter als «von Wahn erfasst, paranoid und von jedem Realitätssinn entkoppelt».

(sda/afp)

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