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Kritischer Fotojournalist und vier Frauen exekutiert

Der Leichnam von Rubén Espinosa wurde in einer Wohnung in Mexiko-Stadt aufgefunden. Seit 2007 wurden über 50 Journalisten verschleppt oder getötet.

Weiterer Meilenstein der Gewalt gegen die Presse: Journalisten und Aktivisten halten Masken von Espinosa vor ihr Gesicht. (2. August 2015) Foto: AP Photo/Dario Lopez-Mills
Weiterer Meilenstein der Gewalt gegen die Presse: Journalisten und Aktivisten halten Masken von Espinosa vor ihr Gesicht. (2. August 2015) Foto: AP Photo/Dario Lopez-Mills

In Mexiko ist ein Fotojournalist zusammen mit vier weiteren Menschen ermordet worden. Die Leichen von Rubén Espinosa und vier Frauen seien in einer Wohnung in einem Mittelklasse-Viertel in Mexiko-Stadt entdeckt worden.

Das teilte die örtliche Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Alle Opfer hätten Folterspuren und eine Schusswunde am Kopf aufgewiesen.

«Nicht einer mehr»

Der 31 Jahre alte Journalist berichtete für die regierungskritische Zeitschrift «Proceso», die lokale Nachrichtenagentur AVC und die Fotoagentur Cuartoscuro vor allem über soziale Proteste. «Zum tausendsten Mal fordern wir ein Ende der Aggressionen gegen Journalisten», schrieb AVC. «Nicht einer mehr!»

Die Frauen waren 40, 32, 29 und 18 Jahre alt. Eines der Opfer stammte nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus Kolumbien. Die Gewalttat wurde demnach bereits am Freitag verübt. Laut einem Bericht von «Proceso» wohnte Espinosa in der Wohnung mit zwei der Frauen zusammen. Bei dem 40-jährigen Opfer handelte es sich um eine Hausangestellte.

Bereits früher angegriffen

Zuletzt war Espinosa im Bundesstaat Veracruz im Osten des Landes von Unbekannten angegriffen und bedroht worden. Daraufhin floh er in die Hauptstadt. «Wir sehen mit Besorgnis, dass Mexiko-Stadt kein sicherer Zufluchtsort für vertriebene Journalisten mehr ist», hiess es in einer Mitteilung der Journalisten-Organisation Artículo 19.

In Mexiko wurden seit 2007 nach Angaben des Committee to Protect Journalists (CPJ) über 50 Medienschaffende ermordet oder verschleppt. Die Taten werden nur selten aufgeklärt. Auf der Weltrangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Mexiko auf Platz 148 von 180 Staaten.

Aufklärung gefordert

Die Nationale Menschenrechtskommission forderte eine umfassende Aufklärung des Verbrechens. «Straflosigkeit muss um jeden Preis verhindert werden», schrieb die staatliche Organisation am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Bundesstaat Veracruz an der Golfküste ist ein besonders hartes Pflaster für Journalisten. Verbrechersyndikate, aber auch staatliche Sicherheitskräfte schüchtern dort immer wieder Reporter ein. Vier Journalisten wurden laut CPJ seit 2011 wegen ihrer Arbeit in Veracruz getötet, drei weitere verschwanden. Sechs Reporter kamen unter ungeklärten Umständen ums Leben.

«Der Mord an Rubén Espinosa ist ein weiterer Meilenstein der Gewalt gegen die Presse», hiess es in der Mitteilung von Artículo 19. Die Gruppe rief die Behörden auf, die Täter zu Verantwortung zu ziehen und Journalisten besser zu schützen.

SDA/hae

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