Zum Hauptinhalt springen

«Jakarta ist ein einziger Swimmingpool»

Grosse Teile der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind überschwemmt. Mindestens elf Menschen sind wegen des Monsuns bereits gestorben. Der Verkehr und das öffentliche Leben stehen still.

Auch die Botschaften Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens sind von den Fluten eingeschlossen: Strassenszene im Geschäftsviertel Jakartas. (17. Januar 2013)
Auch die Botschaften Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens sind von den Fluten eingeschlossen: Strassenszene im Geschäftsviertel Jakartas. (17. Januar 2013)
Reuters

Nach heftigen Unwettern sind in der indonesischen Hauptstadt Jakarta mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 18'000 Menschen hätten wegen Überschwemmungen zudem ihre Häuser verlassen müssen, teilte die Katastrophenschutzbehörde heute mit.

Mindestens fünf Menschen wurden demnach seit Beginn der Unwetter am Dienstag durch Stromschläge getötet. Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch zwei Kinder im Alter von zwei und 13 Jahren.

Etwa acht Prozent der Fläche Jakartas waren demnach weiterhin überschwemmt. Meterhohe Überschwemmungen hatten das öffentliche Leben in der indonesischen Hauptstadt Jakarta gestern zum Stillstand gebracht. Die Stadt sei «im Belagerungszustand», sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes. Die Lage könne sich angesichts anhaltender Monsun-Regenfälle noch verschlimmern.

Mit Flossen durch die Strassen

Strassen waren unpassierbar, Tausende Wohnhäuser standen unter Wasser, der Verkehr in der 20-Millionen-Einwohner-Metropole brach zusammen. Obwohl weiterhin der Notstand gelte, sei «die Lage heute unter Kontrolle», hiess es.

Autofahrer standen gestern stundenlang im Stau, Radfahrer schoben ihre Räder durch das hüfthoch stehende schlammige Wasser. Im Stadtzentrum waren Luxushotels und die Botschaften Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens von den Fluten eingeschlossen. Um den Wassermassen zu entgehen, fuhren Autofahrer über Trottoirs und auf Mittelstreifen. In manchen Stadtteilen steuerten Kinder Flösse durch die Strassen, die eher Kanälen ähnelten.

Präsident mitten im Wasser

Rund 100'000 Menschen harrten in oberen Stockwerken oder in der Nähe ihrer überfluteten Hütten und Häuser aus, um Plünderungen zu verhindern. Militär und Polizei waren in Schlauchbooten unterwegs, um Menschen zu retten. «Jakarta ist ein einziger Swimmingpool», sagte die Verwaltungsangestellte Yohanna. «Ich habe keine Ahnung, wie ich nach Hause kommen soll. Wahrscheinlich muss ich drei Stunden zu Fuss gehen.»

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono zeigte sich mit hochgerollten Hosenbeinen bis zu den Waden im braunen Wasser im Garten seiner Residenz stehend. Er hoffe, dass nicht noch mehr Todesopfer zu beklagen seien, sagte er.

Indonesien wird während der mehrmonatigen Regenzeit immer wieder von tödlichen Fluten und Erdrutschen heimgesucht. In Jakarta leben viele Menschen in der Nähe von Flüssen, die regelmässig über die Ufer treten.

AFP/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch