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«Ja, ich habe Crack geraucht»

Lange leugnete Torontos Bürgermeister, dass er Drogen genommen hatte. Nun ist es raus: Rob Ford hat nach eigener Aussage Crack-Kokain geraucht – im Vollrausch. Muss er nun zurücktreten?

kpn
Kommt nicht aus den Schlagzeilen: Bürgermeister Rob Ford. (19. November 2013)
Kommt nicht aus den Schlagzeilen: Bürgermeister Rob Ford. (19. November 2013)
Keystone
Kritik perlt an ihm ab wie der Regen: Rob Ford, Bürgermeister von Toronto, an einer Zeremonie für Veteranen. (11. November 2013)
Kritik perlt an ihm ab wie der Regen: Rob Ford, Bürgermeister von Toronto, an einer Zeremonie für Veteranen. (11. November 2013)
Reuters
Verwandelte das Rathaus in einen «Zirkus»: Torontos Bürgermeister Rob Ford. (6. November 2013)
Verwandelte das Rathaus in einen «Zirkus»: Torontos Bürgermeister Rob Ford. (6. November 2013)
Keystone
«Ja, ich habe Crack geraucht»: Rob Ford in seiner wöchentlichen Radioshow. (3. November 2013)
«Ja, ich habe Crack geraucht»: Rob Ford in seiner wöchentlichen Radioshow. (3. November 2013)
Keystone
Eigenwilliger Politiker: Rob Ford.
Eigenwilliger Politiker: Rob Ford.
Keystone
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Monatelang hat Torontos Bürgermeister geleugnet, nun hat er seinen Fehltritt gestanden. «Ja, ich habe Crack-Kokain geraucht», sagte Rob Ford vor einer Gruppe Journalisten. Er habe es «vor etwa einem Jahr im Vollrausch» getan, offenbarte er. Einen Rücktritt schloss er jedoch aus.

Die Drogenvorwürfe gegen den Bürgermeister beschäftigen die grösste Metropole Kanadas seit Mai. Damals war ein Video aufgetaucht, das zwar niemand öffentlich zeigte, über das aber zwei Journalisten des «Toronto Star» berichteten. Darin soll Ford beim Rauchen von Crack zu sehen sein, doch er hatte beständig die Existenz einer solchen Aufzeichnung bestritten.

Alle sollen es sehen

Nun wolle er dieses Video sehen, das den Anstoss für die öffentliche Debatte um seine Person gegeben hatte. Er bestreite jetzt nicht mehr, dass es das Video gebe und er wolle selbst sehen, in welchem Zustand er damals gewesen sei. Er wolle, dass alle dieses Video sähen, sagte Ford.

Der Polizeichef von Toronto hatte vergangene Woche erklärt, seine Leute hätten ein entsprechendes Video sichergestellt. Allerdings sei das Video als Beweis für das Vergehen nicht ausreichend für eine Anklage, hiess es. Das öffentliche Geständnis könnte dies nun ändern. Die kanadischen Gesetze sehen indes eine Amtsenthebung eines Bürgermeisters nur vor, wenn eine strafrechtliche Verurteilung vorliegt.

Lachnummer von Nordamerika

Mehrere Abgeordnete des Stadtrats forderten Ford zum Rücktritt auf. «Wir sind zur Lachnummer von Nordamerika geworden, wenn nicht sogar der ganzen Welt», kritisierte beispielsweise Jaye Robinson. Kanadas Justizminister Peter MacKay sprach von einem «traurigen Tag für die Stadt» und empfahl Ford, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Sämtliche Kritik liess Ford zunächst an sich abperlen. Der Zeitung «Toronto Sun» sagte er, er denke nicht an Rücktritt. Dafür fühle er sich durch das Geständnis um tausend Pfund leichter. «Ich fühlte, dass ich es sagen musste. Es ist, wie es ist. Ich fühle mich im Moment so klein mit Hut, aber ich musste etwas tun», sagte er.

Ford war vor drei Jahren als Kandidat von Protestwählern zum Bürgermeister der grössten Stadt Kanadas gewählt worden. Seither machte er jedoch vor allem mit eigenwilligem Verhalten von sich reden. Er soll unter anderem Passanten aus seinem Auto heraus mit obszönen Gesten beschimpft und sich lauthals mit einem Arbeiter und einem Reporter gestritten haben. In seinem Wahlkampf 1999 hatte Ford zunächst Vorwürfe dementiert, er sei in Florida wegen des Besitzes von Marihuana festgenommen worden. Später räumte er ein, dass die Berichte wahr waren.

(SDA)

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