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Island senkt Warnstufe wieder

Der isländische Vulkans Bárdarbunga ist offenbar doch nicht ausgebrochen. Entsprechende Messungen erwiesen sich als falsch.

Stösst bereits Lava aus: Vulkan Bárdarbunga auf Island. (24. August 2014)

Die isländische Wetterbehörde hat die Warnstufe für den Luftverkehr trotz weiterer seismischer Aktivität am Vulkan Bárdarbunga wieder auf Orange gesenkt. Es gebe kein sichtbares Anzeichen für eine Eruption, hiess es zur Begründung. Kontrollflüge hatten keine Anzeichen von Aktivität auf der Oberfläche des Gletschers festgestellt.

Am Samstag hatte die Behörde nach einer kleinen Lava-Eruption am Vulkan die Warnstufe auf die höchste Stufe Rot hinaufgesetzt. Die Messungen, die zunächst auf einen Ausbruch hindeuteten, erwiesen sich aber als falsch.

Ausbruch weiterhin möglich

Ein Ausbruch des Vulkans kann aber weiterhin nicht augeschlossen werden. Am frühen Morgen erschütterten zwei Erdbeben die Gegend um den Vulkan. Nach Angaben des Meteorologischen Amtes des Landes erreichten die Erdstösse die Stärke 5,3 und 5,1 und waren die bislang heftigsten in dem Gebiet. Die Behörden verhängten für den Luftverkehr die höchste Alarmstufe, weil sie befürchteten, dass der Vulkan bald eine grosse Aschewolke ausstossen wird.

Bereits seit Tagen werden Erschütterungen in dem Gebiet registriert. Wie Geophysiker Gunnar Gudmundsson vom Meteorologischen Amt sagte, beobachten Experten das Gebiet weiterhin. Sie seien sich aber nicht sicher, ob der Vulkan ausbrechen werde.

Touristen evakuiert

Wegen der erhöhten seismischen Aktivität ist die Region um den Vulkan bereits evakuiert worden. Die Eisdecke des Gletschers sei nicht zum Schmelzen gebracht worden, sagte Theodor Hervasson, der für die Warnhinweise des isländischen Wetterdienstes verantwortlich ist.

Nach Angaben der Polizei mussten einige Touristen nördlich des Bárdarbunga in Sicherheit gebracht werden. Die Bewohner in der Region wurden zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Ihre Häuser mussten sie aber nicht verlassen. Die Polizei sprach von einer «kleineren Eruption».

Grosse Schäden befürchtet

Der Bárdarbunga ist der grösste Vulkan Islands. Er liegt unter dem Gletscher Vatnajökull im Südosten des Landes. Aus Sorge vor einem möglichen Vulkanausbruch waren vor einigen Tagen in dem Gebiet bereits etwa 300 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Der Bárdarbunga ist seit einer Woche aktiv. Am Montag wurde ein Erdstoss der Stärke 4,5 gemessen und die Warnstufe für den Flugverkehr auf Orange angehoben.

Wissenschafter befürchten, dass ein grösserer Ausbruch des Vulkans erhebliche Schäden anrichten und durch Aschewolken den Flugverkehr in Nordeuropa und über dem Nordatlantik behindern könnte.

Im April 2010 hatte die Eruption des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Mehr als 100'000 Flüge wurden gestrichen, mehr als acht Millionen Reisende sassen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest. Experten zufolge kann Vulkanasche in Flugzeugtriebwerken grossen Schaden anrichten und sogar zum Ausfall der Turbinen führen.

sda/AP/mw

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