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«Ich sehe einen Krater mit verkohlten Teilen»

Absturz der F/A-18 in Glamondans: Eindrücke von unserem Korrespondenten Philippe Reichen vor Ort.

Im französischen Département Doubs stürzte im Oktober 2015 eine Maschine der Schweizer Armee ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. (14. Oktober 2015)
Im französischen Département Doubs stürzte im Oktober 2015 eine Maschine der Schweizer Armee ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. (14. Oktober 2015)
Sebastien Bozon, AFP
Bergungskräfte und Feuerwehr waren vor Ort. (14. Oktober 2015)
Bergungskräfte und Feuerwehr waren vor Ort. (14. Oktober 2015)
Sebastien Bozon, AFP
Bereits am 23. Oktober 2013 stürzte ein Flugzeug desselben Typs in Alpnachstad, Kanton Obwalden, ab. (23. Oktober 2013)
Bereits am 23. Oktober 2013 stürzte ein Flugzeug desselben Typs in Alpnachstad, Kanton Obwalden, ab. (23. Oktober 2013)
Keystone
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Philippe Reichen, was haben Ihnen die Menschen vor Ort von dem Absturz berichtet?

Ich habe mit Schülern gesprochen, die zur Absturzzeit um 11.36 Uhr Unterricht hatten. Sie haben ein laut zischendes Geräusch gehört, ein Geräusch, das sie zuvor noch nie gehört hatten. Dann einen lauten Knall. Und schwarzer Rauch stieg auf. Einige Menschen hätten den Fallschirm am Himmel gesehen, sagten sie mir. Den Piloten selbst haben die Leute aus der Ferne nicht sehen können.

Beschreiben Sie Ihre Eindrücke von der Absturzstelle.

Ich stehe hier auf einem Hügel, wo das Flugzeug aufgeschlagen ist. Es ist eine Wiese mit Wäldern ringsherum. Ich kann einen grossen Krater sehen, der zwar nicht tief, aber voll aufgewühlter Erde ist. Darin liegen verkohlte Teile. Ich kann kleine Teile der Heckflosse und des Rumpfs sehen. Man würde nie denken, dass diese zersplitterten, verkohlten Teile jemals ein Flugzeug waren.

Was wissen Sie Näheres zum Piloten?

Der Pilot hat den Schleudersitz betätigt und ist rund 700 Meter von der Absturzstelle des Flugzeugs gelandet. Retter berichteten mir, dass der Pilot über starke Rückenschmerzen geklagt habe. Er wurde direkt ins Spital nach Besançon geflogen.

Sind die Arbeiten an der Absturzstelle noch im Gange?

Es waren direkt nach dem Absturz 35 bis 40 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie haben den Brand des Wracks unter Kontrolle gebracht. Jetzt sind noch rund 20 Feuerwehrleute im Einsatz. Der ermittelnde Staatsanwalt ist bereits wieder weg.

Der Luftraum über dem Ort wird von den Luftwaffen Frankreichs und der Schweiz fürs Training genutzt. Wie reagieren die Einwohner darauf?

Für die Menschen hier ist das völlig normal. Ein Mann sagte mir, dass die Schweizer Luftwaffe wöchentlich hier fliege. Teilweise auch in spektakulären Manövern. Ich habe auch noch mit einem älteren Paar gesprochen, dessen Haus nur 100 Meter von der Absturzstelle entfernt ist. Die beiden haben den Aufschlag der Maschine gehört und wussten, dass es sich um ein Flugzeug handelt. Doch sie sind in ihrem Haus geblieben, bis die Feuerwehr kam.

Was ist Glamondans für ein Ort?

Es ist ein sehr ruhiger Ort. Ein typisch französisches Landdorf. Hier leben 210 Einwohner. 1940, während des Zweiten Weltkriegs, stürzte wenige Hundert Meter von der jetzigen Unfallstelle ein französisches Militärflugzeug ab, das von einem Einsatz aus Deutschland gekommen war. Damals starben fünf Menschen.

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