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Hurrikan Matthew tötet elf Menschen

Der grösste Wirbelsturm der letzten zehn Jahre bringt Haiti, der Dominikanischen Republik und Kuba Tod und Verwüstung. An der US-Ostküste werden 1,1 Millionen Menschen evakuiert.

Mächtiger Matthew: Der Hurrikan zerstörte in der Dominikanischen Republik und in Haiti Häuser und überflutete Strassen. Video: Tamedia/AFP

Hurrikan Matthew hat in der Karibik mindestens elf Menschen getötet. Mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 230 Stundenkilometern riss er am Dienstag auf der Insel Hispaniola Bäume um, deckte Häuser ab und liess Flüsse über die Ufer treten. Ganze Wohnviertel wurden von Wasser und Schlamm überschwemmt. Das Zentrum des stärksten Sturms traf nach Angaben des US-Hurrikanzentrums in der Nacht zu Mittwoch in Kuba erneut auf Land. Es wurde erwartet, dass Matthew danach in die USA weiterzieht.

In Haiti starben nach Angaben der Behörden fünf Menschen. So ertrank ein 26-Jähriger, der versuchte, ein Kind aus einem Fluss zu retten. Das Kind überlebte. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden viele Häuser zerstört oder beschädigt. Viele Slumbewohner weigerten sich trotz der Gefahr, ihre Behausungen zu verlassen, aus Angst, ihre wenigen Habseligkeiten könnten gestohlen werden.

Die Ruhe nach dem Sturm: Ein Skateboarder in Flagler Beach schaut vor der beschädigten Florida State Road A1A Richtung Atlantik. (8. Oktober 2016)
Die Ruhe nach dem Sturm: Ein Skateboarder in Flagler Beach schaut vor der beschädigten Florida State Road A1A Richtung Atlantik. (8. Oktober 2016)
Willie J. Allen jr., Keystone
Die 1945 eröffnete Strasse wurde durch den Hurrikan schwer beschädigt. (8. Oktober 2016)
Die 1945 eröffnete Strasse wurde durch den Hurrikan schwer beschädigt. (8. Oktober 2016)
Willie J. Allan jr., Keystone
Ein Jamaikaner aus Kingston verriegelt mit Hammer und Holzplatten seine Fenster. (1. Oktober 2016)
Ein Jamaikaner aus Kingston verriegelt mit Hammer und Holzplatten seine Fenster. (1. Oktober 2016)
EPA/Rudolph Brown, Keystone
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Neun Meter hohe Wellen

Aus der benachbarten Dominikanischen Republik wurden vier Tote gemeldet, aus Kolumbien sowie dem Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen jeweils ein Todesfall. In Kuba krachten bis zu neun Meter hohe Wellen auf die Strände. Hotelfenster wurden verbarrikadiert und Ampeln abgebaut, um zu verhindern, dass der Sturm sie in gefährliche Geschosse verwandelt.

Das US-Hurrikanzentrum NHC bezeichnete den Sturm, den stärksten in der Region seit einem Jahrzehnt, als «extrem gefährlich». In Haiti hinterliess Matthew bereits eine Spur der Verwüstung, mindestens drei Menschen wurden getötet, Dutzende Häuser wurden zerstört. Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als 9000 Menschen in Notunterkünften in Schulen und Kirchen untergebracht.

Schwere Überschwemmungen

Vor allem an der Südküste Haitis sorgten heftige Regenfälle für schwere Überschwemmungen. Eine Brücke, die die Hauptstadt Port-au-Prince mit dem südlichen Landesteil verbindet, stürzte ein. Die Verbindung in die Region wurde dadurch abgeschnitten. Auch Telefonleitungen wurden gekappt.

Haiti gilt als ärmstes Land des amerikanischen Kontinents. Sechs Jahre nach einem verheerenden Erdbeben, bei dem 2010 rund 250'000 Menschen ums Leben kamen, leben immer noch Tausende Obdachlose in Zelten.

Zwei Kinder sterben

In der Dominikanischen Republik, die sich mit Haiti die Insel Hispaniola teilt, starben zwei Kinder, als ihr Haus in einem Armenviertel der Hauptstadt Santo Domingo einstürzte, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein weiteres Kind und ein Mann wurden in anderen Stadtteilen unter Trümmern begraben.

Fast 18'000 Menschen mussten nach Behördenangaben vorsorglich ihre Häuser verlassen. Rund 800 von ihnen wurden in Notunterkünften untergebracht. 31 Ortschaften waren von jeglicher Kommunikation abgeschnitten, wie das Zentrum für Katastropheneinsätze mitteilte.

Am Dienstagnachmittag erreichte Matthew mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Stundenkilometern die Ostküste Kubas, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. 1,3 Millionen Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Notstand in Florida, South und North Carolina

Auch die USA rüsten sich bereits für schwere Unwetter. In den Bundesstaaten Florida und South Carolina und in Teilen von North Carolina wurde der Notstand ausgerufen. In South Carolina ordnete Gouverneurin Nikki Haley die Evakuierung der Küsten an. 1,1 Millionen Menschen sollen spätestens ab Mittwoch mindestens 160 Kilometer ins Inland fliehen.

Matthew war zwischenzeitlich sogar zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie fünf hochgestuft worden. Am Wochenende schwächte sich der Sturm jedoch wieder leicht ab und wurde auf die Stufe vier herabgesetzt.

AFP/vk

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