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Über 300'000 Haushalte in Portugal ohne Strom

In der Nacht auf Sonntag traf ein tropischer Wirbelsturm auf die Küste Portugals. Windspitzen erreichten 176 Kilometer pro Stunde.

anf/roy
Noch nicht vorbei: «Leslie» soll heute weiter ins Inland ziehen und Spanien erreichen. Video: Tamedia/AFP/Leser-Reporter

Der Sturm Leslie ist mit starken Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von fast 180 Kilometern pro Stunde über Teile Portugals gezogen. Vor allem in den Bezirken Lissabon, Leiria und Coimbra im Landesinneren richtete der zu einem tropischen Wirbelsturm herabgestufte Leslie Schäden an.

Der Sturm hat auch Lissabon gestreift, wo es im Quartier Benfica Schäden gab.
Der Sturm hat auch Lissabon gestreift, wo es im Quartier Benfica Schäden gab.
Rafael Marchante, Reuters
Sturm Leslie hatte in der Nähe der Stadt Figueira da Foz, nördlich von Lissabon, kurz vor 23 Uhr Ortszeit das portugiesische Festland erreicht.
Sturm Leslie hatte in der Nähe der Stadt Figueira da Foz, nördlich von Lissabon, kurz vor 23 Uhr Ortszeit das portugiesische Festland erreicht.
Rafael Marchante, Reuters
In Coimbra gab es Windböen mit bis zu 176 Kilometern pro Stunde.  (EPA/PAULO NOVAIS
In Coimbra gab es Windböen mit bis zu 176 Kilometern pro Stunde. (EPA/PAULO NOVAIS
EPA/Paulo Novais
Die Windspitzen knickten und entwurzelten in Coimbra unzählige Bäume.
Die Windspitzen knickten und entwurzelten in Coimbra unzählige Bäume.
EPA/Paulo Novais
Leslie wurde davor mit Windgeschwindigkeiten von 110 km/h zwar vom Hurrikan zum Sturm herabgestuft, die Windspitzen erreichten trotzdem Hurrikanstärke.
Leslie wurde davor mit Windgeschwindigkeiten von 110 km/h zwar vom Hurrikan zum Sturm herabgestuft, die Windspitzen erreichten trotzdem Hurrikanstärke.
EPA/Paulo Novais
In Figueira da Foz, wo der Sturm auf Land traf, gibt es grosse Schäden.
In Figueira da Foz, wo der Sturm auf Land traf, gibt es grosse Schäden.
Carlos Costa, AFP
Auch einzelne Dächer wurden abgerissen.
Auch einzelne Dächer wurden abgerissen.
Carlos Costa, AFP
Bäume fielen auf Häuser ...
Bäume fielen auf Häuser ...
Carlos Costa, AFP
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Er entwurzelte Bäume, beschädigte Autos und Häuser. 27 Menschen erlitten Verletzungen, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Insgesamt war seine Wucht aber geringer als befürchtet.

Die Behörden hatten für das gesamte Gebiet die höchste Sturmwarnung ausgegeben und die Bewohner aufgerufen, die Küstengebiete zu meiden und nicht ins Freie zu gehen. Fischer wurden in die nächstgelegenen Häfen zurückgerufen.

Dach einer Sporthalle weggerissen

Aus Aveiro, Viseu und Porto wurden insgesamt etwa 1900 Vorfälle gemeldet. 324'000 Menschen seien ohne Strom. Die Versorgung wurde im Laufe des Vormittags schrittweise wieder hergestellt. Mehr als 60 Menschen mussten ihre beschädigten Häuser verlassen. In Mealhada im Bezirk Aveiro wurde das Dach einer Sporthalle weggerissen. Die dort stattfindende Frauen-Europameisterschaft im Rollhockey musste beendet werden.

Leslie werde im Laufe des Sonntags weiter ins Inland und auch über den Nordwesten Spaniens ziehen, hiess es in der Prognose. In Böen könnte die Windgeschwindigkeit auch bei über 110 km/h liegen. Gewarnt wurde auch vor starken Regenfällen, die zu Überflutungen führen könnten – vor allem in den Regionen Asturien, León und Kantabrien. Am Sonntagabend werde der Sturm voraussichtlich abgezogen sein.

Ungewöhnlich für die Region

Für 13 von 18 Festlandbezirke, darunter Lissabon, galten entsprechende Warnungen. Portugals Katastrophenschutz rief Anwohner in den Küstengebieten auf, Spaziergänge am Wasser zu meiden. Ausläufer des Sturms sollten auch die Azoren, die Kanaren und Marokko erreichen.

Leslie ist ungewöhnlich unter den Stürmen. Hurrikane sind auf der amerikanischen Seite des Atlantiks normal. Sie haben aber selten für Europa zerstörerische Auswirkungen.

Leslie hatte als Orkan seit dem 23. September über dem Atlantik getobt. Zunächst wurde befürchtet, dass er Portugals stärkster Orkan seit 1842 werden könnte. In den Wetteraufzeichnungen sind erst fünf Orkane in diesem Teil des Atlantiks registriert.

Auch Spanien hatte am Sonntag mit starken Winden zu kämpfen. Die Behörden gaben Hochwasserwarnungen für dem Norden und Nordwesten des Landes aus. Vor wenigen Tagen waren auf der Insel Mallorca bei schweren Überschwemmungen zwölf Menschen getötet worden.

(SDA)

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