Hilfssheriff nach Parkland-Schulmassaker festgenommen

«Seine Untätigkeit hat Leben gekostet»: Die Justiz von Florida wirft einem 56-Jährigen grobe Fahrlässigkeit vor. Ihm drohen bis zu 97 Jahre Haft.

Er war bewaffnet, griff aber während des Amoklaufs nicht ein: Hilfssheriff Scott P.

Er war bewaffnet, griff aber während des Amoklaufs nicht ein: Hilfssheriff Scott P.

(Bild: Reuters)

Fast eineinhalb Jahre nach dem Schulmassaker von Parkland ist ein damals untätig gebliebener Hilfssheriff festgenommen worden. Dem 56-jährigen Scot P. wird unter anderem Vernachlässigung von Kindern und grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen, wie die Justizbehörden im Bundesstaat Florida am Dienstag mitteilten. Er habe «absolut nichts» unternommen, um das Massaker zu stoppen.

«Es kann keine Entschuldigung für seine komplette Untätigkeit geben, und es gibt keinen Zweifel, dass seine Untätigkeit Leben gekostet hat», erklärte Justizvertreter Rick Swearingen. Ein ehemaliger Mitschüler hatte am Valentinstag 2018 an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland mit einem Schnellfeuergewehr um sich geschossen. Er tötete 14 Schüler und drei Erwachsene.

Zu dem Zeitpunkt war der Hilfssheriff der einzige bewaffnete Wachmann auf dem Schulgelände. Aufnahmen aus Überwachungskameras zeigen, dass er während des Massakers vor dem Schulgebäude stand – aber nicht eingriff und das Gebäude nicht betrat. Nach Bekanntwerden der Aufnahmen bezeichnete US-Präsident Donald Trump ihn öffentlich als «Feigling». Der Hilfssheriff beteuert, er habe sich an die Einsatzregeln gehalten. Von der Behörde hiess es, sollte der Angeklagte in allen elf Punkten schuldig gesprochen werden, könnte ihm eine Höchststrafe von 97 Jahren Haft drohen.

sda/red

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