Zum Hauptinhalt springen

Hayek: «Brand traf das Herzstück der Produktion»

Aus der Uhrenfirma Eta in Grenchen ist am Sonntag gegen 9 Uhr starker Rauch ausgetreten. Wie die Kantonspolizei Solothurn mitteilte, wurde die Bevölkerung vorsorglich aufgefordert, zuhause zu bleiben und Türen und Fenster zu schliessen.

Aus dem Gebäude der ETA entwich am Sonntagmorgen bissiger Rauch, der weit über Grenchen hinaus sicht- und riechbar war.
Aus dem Gebäude der ETA entwich am Sonntagmorgen bissiger Rauch, der weit über Grenchen hinaus sicht- und riechbar war.
zvg/Bruno Gribi, KAPO Solothurn
Gemäss der Polizei entstand der Rauch in der Galvanikabteilung des grössten Herstellers von Uhrwerken.
Gemäss der Polizei entstand der Rauch in der Galvanikabteilung des grössten Herstellers von Uhrwerken.
Arthur Sieber
Das genaue Schadenausmass und die Auswirkungen auf die Produktion müssten am Montag analysiert werden.
Das genaue Schadenausmass und die Auswirkungen auf die Produktion müssten am Montag analysiert werden.
Arthur Sieber
1 / 14

Die Meldung über eine starke Rauchentwicklung aus der Firma «Eta SA» an der Schild-Rust-Strasse in Grenchen ging bei der Kantonspolizei Solothurn am Sonntagmorgen kurz nach 8.45 Uhr ein. Gemäss der Polizei entstand der Rauch in der Galvanikabteilung des grössten Herstellers von Uhrwerken. Rund 80 Einsatzkräfte der Chemie-, Feuerwehr und der betriebseigenen Brandbekämpfung brachten den Brand bis gegen 9.30 Uhr unter Kontrolle.

Aus dem Brandobjekt entwich bissiger Rauch, der weit über Grenchen hinaus sicht- und riechbar war. Weil in einer ersten Phase nicht klar war, ob und was allenfalls für Substanzen entweichen konnten, wurde die Bevölkerung über die Medien aufgefordert, behördliche Vorsichtsmassnahmen zu befolgen. Nach entsprechenden Abklärungen durch einen Chemiefachberater konnte diesbezüglich aber noch vor dem Mittag Entwarnung gegeben werden. Für die Bevölkerung bestand und besteht nach derzeitigen Erkenntnissen keine Gefahr.

Im Verlauf des Einsatzes musste ein Feuerwehrmann zur Kontrolle in ein Spital gebracht werden, ansonsten gab es keine Verletzten. Die Swatch-Gruppe, zu der Eta gehört, teilte mit, das Atelier sei völlig ausgebrannt. Da niemand arbeitete, habe es ansonsten keine Verletzten gegeben. Die Schadensumme kann im Moment nicht näher beziffert werden, dürfte aber einige 100‘000 Franken betragen. Die Brandursache bildet Gegenstand der eingeleiteten Untersuchungen durch Spezialisten der Brandermittlung.

Hayek: Brand traf Herzstück der Produktion

Swatch-Konzernchef Nick Hayesk sagte dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF, der Brand habe das Herzstück der Produktion getroffen.

Alles sei verwüstet und die Montagehalle sei verraucht. Seine Firma könne auf andere Uhrenfabriken ausweichen, was aber einer Neuorganisation bedürfe. Das genaue Schadenausmass und die Auswirkungen auf die Produktion müssten am Montag analysiert werden.

8000 Angestellte an mehreren Standorten

Für die Eta arbeiten gemäss Angaben im Internet rund 8000 Personen an mehreren Standorten. Das Unternehmen ging aus einem Zusammenschluss mehrerer Hersteller hervor, seine Wurzeln reichen bis 1793 zurück.

Es produziert Uhrwerk-Bestandteile, Bausätze und ganze Uhrwerke und nimmt in diesem Markt zusammen mit der ebenfalls zur Swatch-Gruppe gehörenden Nivarox eine beherrschende Stellung ein.

Die Wettbewerbskommission genehmigte im Oktober eine Vereinbarung, dass die beiden Swatch-Töchter bis 2019 aus der historisch gewachsenen Lieferverpflichtung an die Konkurrenz aussteigen können. Swatch-Konzernchef Hayek versuchte das seit längerem. In Boomzeiten nämlich vermag die Produktion der Bestandteile kaum genug für den eigenen Bedarf zu liefern. In schlechten Zeiten bleiben die Firmen dafür auf Überkapazitäten sitzen.

SDA/jzu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch