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Greenpeace-Schiff prüft Gas-Verschmutzung in der Nordsee

Betreiber Total versichert, das Leck an der Nordsee-Bohrinsel Elgin stelle keine grössere Gefahr für die Umwelt dar. Greenpeace will dies nun selbst überprüfen. Ein Schiff der Umweltorganisation ist vor Ort.

Nehmen Schadstoff-Messungen vor: Ein Greenpeace-Mitglied nimmt Wasserproben. (2. April 2012)
Nehmen Schadstoff-Messungen vor: Ein Greenpeace-Mitglied nimmt Wasserproben. (2. April 2012)
Reuters
Prüfen den Verschmutzungsgrad rund um die Plattform Elgin: Mitarbeiter von Greenpeace holt eine Wasserprobe. (2. April 2012)
Prüfen den Verschmutzungsgrad rund um die Plattform Elgin: Mitarbeiter von Greenpeace holt eine Wasserprobe. (2. April 2012)
AFP
Droht zu explodieren: Die Bohrinsel Elgin.
Droht zu explodieren: Die Bohrinsel Elgin.
AFP
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Ein Forschungsschiff der Umweltorganisation Greenpeace hat mit eigenen Schadstoff-Messungen nahe der leckgeschlagenen Nordsee-Gasplattform Elgin begonnen. «Wir sind vor Ort, haben bereits erste Luftproben genommen und entnehmen nun Wasserproben», teilte Greenpeace-Logistiker Michael Meyer am Montag per Satellitentelefon von Bord der «Königin Juliana» mit. Nach seinen Angaben liegt die «Königin Juliana» an der Grenze der Zwei-Seemeilen-Sperrzone (rund 3,7 Kilometer) rund um die Plattform. Die Greenpeace-Experten wollten dort bis zum Nachmittag bleiben.

Die Plattform Elgin rund 240 Kilometer vor der schottischen Küstenstadt Aberdeen war nach der Entdeckung des Lecks vor mehr als einer Woche evakuiert worden. Am Wochenende erlöschte eine zum Abfackeln von Gasresten genutzte Flamme, die unmittelbare Gefahr einer Explosion war damit gebannt. Doch nach wie vor strömen grosse Mengen Gas aus. Der französische Energiekonzern Total versichert, das Leck stelle keine grössere Gefahr für die Umwelt dar.

Greenpeace will dies nun selbst überprüfen. Die Organisation schickte die «Königin Juliana» von Cuxhaven aus zu der Plattform, um die Verschmutzung von Luft, Wasser und Meeresboden zu bestimmen. Eine Infrarotkamera soll ausserdem versuchen, die Austrittsstelle des klimaschädlichen Methan-Gases zu ermitteln, um die Angaben von Total zu prüfen. «Wir sind hier, weil Ölkonzerne bei Unfällen oftmals Informationen zurückhalten», erklärte der Meeresexperte der Organisation, Christian Bussau. «Wir wollen uns daher selbst vor Ort ein Bild von den Umweltschäden machen».

Gasgeruch und Ölfilm

Ein AFP-Fotograf an Bord der «Königin Juliana» berichtete von einem leichten Gasgeruch in der Luft. Auf der Wasseroberfläche sei zudem ein deutlicher Ölfilm zu sehen.

Vertreter von Total sollten am Montag Experten der zuständigen britischen Sicherheitsbehörde treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Sollte die Behörde ihr grünes Licht geben, wollen Experten zunächst mit einem Hubschrauber zur Plattform fliegen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Total plant nach eigenen Angaben zwei Entlastungsbohrungen zur Verminderung des Drucks, gleichzeitig will der Konzern schweren Schlamm in das Bohrloch pumpen, um den Gasaustritt zu stoppen. Laut dem französischen Konzern kann die Schliessung des Lecks ein halbes Jahr dauern.

(AFP)

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