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Fünftes Todesopfer nach Angriffen in Tennessee

Nach dem blutigen Anschlag auf eine Militäreinrichtung in Chattanooga, bei dem vier Marineinfanteristen erschossen wurden, ist auch ein fünftes Opfer seinen Verletzungen erlegen.

Gedenkstätte: Eine Frau trauert vor dem Rekrutierungsbüro der Armee in der Stadt Chattanooga um die Opfer.
Gedenkstätte: Eine Frau trauert vor dem Rekrutierungsbüro der Armee in der Stadt Chattanooga um die Opfer.
Mark Zaleski, Keystone

Der Anschlag auf Einrichtungen der Armee vom vergangenen Donnerstag fordert ein weiteres Todesopfer. Wie die US-Marine am Samstag mitteilte, starb der Matrose in der Nacht an den schweren Verletzungen, die ihm der mutmassliche Todesschütze Mohammad Youssuf A. zugefügt hatte. Die Ermittlungen zu den Motiven der Tat, die sich am Donnerstag in der Stadt Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee ereignet hatte, dauerten an.

Der 24-Jährige hatte am Donnerstag nach Darstellung der Behörden zunächst vor einem Rekrutierungsbüro der Armee in der Stadt Chattanooga das Feuer eröffnet. Anschliessend lieferte er sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und fuhr zu einem Reservistenzentrum, wo er vier Marineinfanteristen erschoss. A. kam bei einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben.

Vom Islamischen Staat inspiriert?

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf «inländischen Terrorismus». Nicht ausgeschlossen werden aber auch mögliche Verbindungen zu international tätigen Extremisten sowie «ein einfacher krimineller Akt». Der republikanische Senator Michael McCaul hatte am Freitag die Vermutung geäussert, dass es sich womöglich um eine vom Islamischen Staat (IS) inspirierte Attacke handelte. Der FBI-Chefermittler Ed Reinhold warnte vor voreiligen Schlüssen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass der Täter «von jemand anderem inspiriert oder dirigiert wurde als von sich selbst».

Unterdessen wurden weitere Einzelheiten über A. bekannt. So arbeitete er vorübergehend in einem Atomkraftwerk. Er sei entlassen worden, als sich herausstellte, dass er nicht die Mindestanforderungen an den Job erfüllte, sagte eine Sprecherin des Energieversorgers FirstEnergy. Der 24-Jährige arbeitete demnach Ende Mai 2013 für knapp zwei Wochen in der Perry Nuclear Power Plant in Lake Erie, hatte den Angaben zufolge allerdings nie unbegleiteten Zugang zu der Anlage.

Reise nach Jordanien

Die Ermittlungen konzentrierten sich auch auf die Auslandsreisen des Täters. Medienberichten zufolge hielt er sich im vergangenen Jahr mehrere Monate in Jordanien auf. Die Ermittler prüfen nun, ob er während der Reise Kontakte zu Islamisten hatte. A. praktizierte nach Aussage von Bekannten seinen muslimischen Glauben, er sei aber keineswegs fanatisch gewesen. Er kam nur einmal mit dem Gesetz in Konflikt, im April wurde er wegen Trunkenheit am Steuer vorübergehend festgenommen.

Die 168.000-Einwohner-Stadt Chattanooga stand nach dem Attentat weiter unter Schock. Die Islamische Gesellschaft der Region sagte aus Rücksicht auf die Opferfamilien die geplanten Feiern zum islamischen Fastenbrechen ab.

AFP

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