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Frauen ab 30 wenden sich von der Pille ab

Während Frauen immer weniger auf die Antibabypille setzen, ist die Nachfrage bei jungen Frauen und Mädchen gestiegen.

Ab 30 bevorzugen Frauen öfter eine Variante ohne Hormone: Eine Frau bei der Einnahme einer Antibabypille.(Symbolbild)
Ab 30 bevorzugen Frauen öfter eine Variante ohne Hormone: Eine Frau bei der Einnahme einer Antibabypille.(Symbolbild)
Gaetan Bally, Keystone

Seit 2008 sind die nationalen Verkaufszahlen der Antibabypille rückläufig. Trotzdem ist sie Favorit von 65 Prozent der verhütenden Schweizerinnen. Ein genauerer Blick auf die Altersverteilung deckt dabei ein neues Phänomen auf: Immer mehr Mädchen nehmen die Pille hierzulande, aber «Frauen ab 30 wenden sich von der Pille ab», so Andrés Uzeda, leitender Oberarzt der Frauen-Permanence Zürich, zur «Schweiz am Sonntag».

Frauen über 30 ziehen nicht-chemische Wirkstoffe vor. Oder solche, die nur lokal wirken. Die Gründe dafür sind vielfältig. Gemäss Martina Nordin, Gynäkologin am Kantonsspital Baden, verzichten viele ab 30 auf hormonelle Verhütung zwischen Geburten. Auch steige das Thromboserisiko bei Raucherinnen über 35. Zudem mindern Antibabypillen die sexuelle Lust. Gleichzeitig hat der Verkauf von Hormonspiralen, Hautpflastern oder Vaginalringen zugenommen. «Sie haben weniger Nebenwirkungen und führen daher zu einem geringeren Libidoverlust», erklärt Uzeda.

Zugang ohne Einwilligung der Eltern

Im Gegensatz ist der Verkauf bei Mädchen gestiegen. Nicht nur verhüten mehr junge Frauen mit einer Antibabypille, auch wird immer früher damit angefangen. Das soll aber nicht heissen, dass die Mädchen zu einem früheren Zeitpunkt sexuell aktiv werden. Die Zahl der 14- und 15-Jährigen, die bereits Sex hatten, ist seit 2010 rückläufig: Heute hat eines von sieben Mädchen in diesem Alter den ersten Sex gehabt. Aber der Zugang zur Pille ist einfacher geworden, für ein Rezept braucht es ab 14 Jahren die Einwilligung der Eltern nicht mehr. «Wir klären sie jedoch genau auf und weisen auch darauf hin, dass die Pille nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt», so Nordin.

Bei diesem Thema gäbe es noch grossen Handlungsbedarf, meint Annette Bischof-Campbell des Vereins Lilly für Prävention und Beratung junger Frauen: «In unserer Beratung fällt mir auf, dass das Wissen über sexuell übertragbare Infektionen oft mangelhaft ist.»

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