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Frau und Jugendlicher überleben 120 Stunden unter Trümmern

Fünf Tage nach dem schweren Erdbeben haben Retter in Kathmandu eine Frau und einen Jugendlichenlebend geborgen. Helfer arbeiteten die ganze Nacht, um den 18-Jährigen zu befreien.

Fünf Tage nach dem Erdbeben lebend geborgen: Rettungskräfte tragen den Jugendlichen Pema Lama auf einer Bahre. (30. April 2015)
Fünf Tage nach dem Erdbeben lebend geborgen: Rettungskräfte tragen den Jugendlichen Pema Lama auf einer Bahre. (30. April 2015)
Navesh Chitrakar, Reuters
Der Teenager lag in den Trümmern eines Hotels in Kathmandu. (30. Pairl 2015)
Der Teenager lag in den Trümmern eines Hotels in Kathmandu. (30. Pairl 2015)
Navesh Chitrakar, Reuters
Fast einen Tag lang verschüttet: Bergungshelfer halten ein vier Monate altes Baby hoch, das sie in Bhaktapur gerettet haben. (26. April 2015)
Fast einen Tag lang verschüttet: Bergungshelfer halten ein vier Monate altes Baby hoch, das sie in Bhaktapur gerettet haben. (26. April 2015)
Kathmandu Today/Amul Thapa
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Fünf Tage nach dem schweren Erdbeben in Nepal sind in der Hauptstadt Kathmandu zwei weiterer Menschen gerettet worden. Rettungskräfte befreiten eine Frau nach zehnstündigen Bemühungen aus den Trümmern eines Gebäudes, wie einer der Helfer sagte.

Wenige Stunden zuvor hatten die Retter bereits einen 18-Jährigen lebend geborgen. Pema Lama habe in den Überresten eines Hauses in der Hauptstadt Kathmandu überlebt, teilte die Hilfsorganisation Usaid mit. Er habe zwar nicht sehr tief im Schutt gesteckt, sei aber zwischen zwei zusammengebrochenen Deckenkonstruktionen eingesperrt gewesen. Die Helfer hätten die ganze Nacht gearbeitet, um den Jungen freizubekommen.

Der Junge war mit Hilfe einer Kamera entdeckt worden, sagte der Leiter des Teams, Andrew Olvera. Nur die Reste der Stahlarmierung hätten verhindert, dass riesige Betonplatten auf die Retter und den Jungen gestürzt seien. «Die ganze Operation ist gefährlich», sagte er. «Aber der Preis steht gegen das Risiko. Um ein Menschenleben zu retten, riskieren wir fast alles.»

Aus den Trümmern befreit: Rettungskräfte tragen den geretteten Teenager weg. (Video: Reuters)

Als er endlich auf einer Trage ins Freie gebracht wurde, brachen die Umstehenden in lauten Jubel aus. Der völlig verstaubte Knabe kam sofort an einen Tropf. Der 18-Jährige sei bei Bewusstsein und ansprechbar, sagte der Polizist L. B. Basnet. «Er sagte seinen Namen, seine Adresse und ich habe ihm etwas Wasser gegeben», berichtete Basnet.

Der Jugendliche stamme aus dem Distrikt Nuwakot und habe als Helfer im Hidden Guest House in der Nähe der Busstation Gongabu gearbeitet, sagte ein Sprecher des Innenministeriums weiter. Das UNO-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) erklärte auf Twitter, an der Rettung seien ein Team aus den USA und lokale Kräfte beteiligt gewesen.

Weitere Gerettete

Die Zahl der Toten des verheerenden Himalaja-Bebens liegt bei mehr als 5500. Allein in Nepal seien 5489 Menschen umgekommen und 11440 verletzt worden, teilte die Polizei der besonders stark getroffenen Hauptstadt Kathmandu mit. Weitere Tote gab es in Indien und der chinesischen Region Tibet.

Der 18-Jährige Pema Lama ist nicht der Einzige, der nach dem Erdbeben viel Glück hatte:

  • 90 Stunden nach der Katastrophe wurde ein elfjähriges Mädchen noch lebend gefunden.
  • Gestern wurde ein Mann nach 82 Stunden aus den Trümmern gezogen. Um zu überleben, trank er seinen eigenen Urin. Er habe bereits alle Hoffnungen auf Rettung aufgegeben, sagte er. Um ihn herum lagen Leichen, es habe schlimm gerochen.
  • Ebenfalls bekannt wurde die Geschichte eines Babys, das nach 22 Stunden gerettet wurde. Der vier Monate alte Sonit Awal war zuhause, als das Erdbeben das Haus einstürzen liess. Die Retter hatten die Suche bereits aufgegeben, als sein Vater Schreie hörte und das Kleinkind befreien konnte.

SDA/rar

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