Frau stirbt nach Carunfall im Tessin – 14 Personen verletzt

Ein Reisecar wurde am Sonntag geradezu aufgeschlitzt, als er auf der A2 bei Lugano in einen Pfosten raste. Eine Deutsche ist im Spital ihren Verletzungen erlegen.

Auf der A2 im Tessin hat sich am Sonntagmorgen ein tragisches Busunglück ereignet. (Video: SDA/Tamedia)
Hans Brandt@tagesanzeiger

Es geschieht kurz vor acht Uhr in der Früh an der Ausfahrt zur Baustelle des Ceneri-Basistunnels nördlich von Lugano: Der deutsche Reisecar aus der Region Köln, Richtung Süden unterwegs, kommt in der Kurve aus der Spur, rast über die Leitplanken, welche die Abfahrt markieren, und prallt in den Eisenpfosten einer Signalanlage, die sich über die Autobahn erstreckt. Auf der Fahrerseite wird der Bus vom Pfosten aufgeschlitzt. Bilder zeigen eine völlig zerstörte Front, die ersten Sitzreihen sind ineinandergestaucht. Hier waren einige Verletzte Stunden nach dem Aufprall noch eingeklemmt.

Unterwegs zum heiligen Franziskus

Am späten Sonntagabend teilte die Tessiner Kantonspolizei mit: Eine 27-jährige Frau aus Deutschland ist im Spital gestorben. Stunden vorher, kurz nach dem Unglück, sagte Polizeisprecher Claudio Ferrari dieser Zeitung: «Von den drei schwer verletzten Personen ist eine in kritischem Zustand.» Acht Personen erlitten mittelschwere, vier weitere leichte Verletzungen. Niemand schwebe mehr in Lebensgefahr, hiess es am Abend.

Polizei und Rettungskräfte waren schnell zur Stelle, der A2-Abschnitt zwischen Rivera und Lugano-Nord wurde Richtung Süden gesperrt. Anfangs berichtete die Tessiner Kantonspolizei, dass 40 Person an Bord gewesen seien. Später wurde die Fahrgastzahl auf 25 gesenkt. Im Bus waren überwiegend Jugendliche aus dem Raum Köln. Sie seien zwischen 15 und 20 Jahre alt, sagte Ferrari. Zu ihren Begleitpersonen gehörten auch zwei Chauffeure. Es habe sich um eine kirchliche Gruppe gehandelt, berichtete der Tessiner Sender RSI. Die Reisenden seien nach Assisi unterwegs gewesen, dem Herkunftsort des heiligen Franziskus, schrieb der «Kölner Stadt-Anzeiger».

Versehentlich abgebogen?

Über die genaue Ursache des Unfalls konnte die Polizei gestern noch nichts sagen. Der Car war am Samstag gegen 22 Uhr in der Nähe von Köln abgefahren.

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Auffällig ist die Unfallstelle: Der Reisebus ist direkt in der Ausfahrt zur Alptransit-Baustelle in den Pfosten geprallt. Diese Ausfahrt ist für den normalen Verkehr gesperrt. Ist der Chauffeur versehentlich abgebogen und hat dann versucht, seinen Fehler zu korrigieren?

Der 15,4 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel zwischen Bellinzona und Lugano ist der letzte Abschnitt der SBB-Schnellstrecke unter den Alpen. Der Tunnel soll 2020 eröffnet werden. Der Gotthard-Basistunnel zwischen Erstfeld und Bodio wurde 2016 eröffnet.

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