Zum Hauptinhalt springen

Formationsflüge werden nach Absturz in Dittingen gestrichen

Nach dem tödlichen Unglück an den Dittinger Flugtagen finden an zwei weiteren Flugmeetings in den nächsten Wochen keine Formationsflüge privater Flugstaffeln statt.

Eines der beiden Ultraleichtflugzeuge, die an der Flugshow zusammenstiessen, landete in einem Garten. (23. August 2015)
Eines der beiden Ultraleichtflugzeuge, die an der Flugshow zusammenstiessen, landete in einem Garten. (23. August 2015)
Georgios Kefalas, Keystone
Das zweite stürzte mitten im Wohngebiet ab. (23. August 2015)
Das zweite stürzte mitten im Wohngebiet ab. (23. August 2015)
Kapo Basel-Landschaft
Die Veranstalter nehmen zum Unfall Stellung: Regina Weibel (3.v.l.), OK-Präsidentin der Dittinger Flugtage und Gemeindepräsidentin von Dittingen, wendet sich an die Öffentlichkeit. (23. August 2015)
Die Veranstalter nehmen zum Unfall Stellung: Regina Weibel (3.v.l.), OK-Präsidentin der Dittinger Flugtage und Gemeindepräsidentin von Dittingen, wendet sich an die Öffentlichkeit. (23. August 2015)
Georgios Kefalas, Keystone
1 / 8

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat sich mit den Veranstaltern von zwei Flugshows geeinigt, auf die geplanten Formationsflüge zu verzichten. Betroffen sind das Flugplatzfest in St. Stephan BE im Obersimmental vom kommenden Samstag und die «Flügerchilbi» vom 6. September in Langenthal BE. Dies sagte BAZL-Mediensprecher Urs Holderegger. Konkret im Programm vorgesehen waren solche Formationsflüge allerdings nur in Langenthal.

Der Flugunfall in Dittingen hatte sich während eines Formationsflugs der deutschen Staffel «Grasshoppers» zugetragen. Laut Holderegger hat das Bazl daher eine Absprache mit den Organisatoren der zwei kommenden Meetings getroffen, dass keine solchen Flüge stattfinden sollen.

Eine Rolle spiele dabei auch die Pietät, wie der BAZL-Sprecher in der Online-Ausgabe der «Basellandschaftlichen Zeitung» zitiert wird: So kurz nach dem Unglück in Dittingen wolle man nicht wieder ähnliche Programme fliegen.

Untersuchungsbericht abwarten

Die zwei Flugveranstaltungen im Kanton Bern sind die letzten des laufenden Jahres. Weitere Massnahmen über die beiden Veranstaltungen hinaus seien derzeit keine vorgesehen. Zuerst soll der Untersuchungsbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUST) abgewartet werden. Dann werde man das Thema weiter verfolgen.

Der nun temporär geltende Verzicht auf Formationsflüge gilt laut Holderegger zudem ausschliesslich für private Fliegerstaffeln. Militärische Flugformationen wie die Patrouille Suisse oder das PC-7-Team unterstünden hingegen nicht der Aufsicht durch das Bazl.

Pro Jahr finden in der Schweiz 20 bis 30 Flugveranstaltungen unterschiedlicher Grösse statt. In den letzten 30 Jahren habe es an solchen Flugshows rund ein Dutzend Vorfälle gegeben, aber nur sehr wenige mit Todesfolge, sagte Holderegger. Nie davon betroffen gewesen seien Zuschauer oder andere Unbeteiligte.

Verunglückte Staffel überprüft

An den Flugtagen in Dittingen BL ist am Sonntag ein 50-jähriger Pilot ums Leben gekommen: Zwei Ultraleichtfugzeuge der «Grasshoppers» waren während eines Formationsflugs abgestürzt, eines von ihnen mitten auf einen Schopf im Dorf. Das Bazl hatte die Show der Staffel zuvor überprüft und keinen Grund zu Beanstandungen gesehen.

SDA/slw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch