21-jähriger Fluglotse opfert sich, um Menschen zu retten

Ein Indonesier harrt beim Beben im Tower aus bis ein Flugzeug sicher gestartet ist. Sein Pflichtbewusstsein bezahlte er mit seinem Leben.

Zerstörter Tower: Ein Luftbild nach den Beben auf Palu. (29. September 2018)

Zerstörter Tower: Ein Luftbild nach den Beben auf Palu. (29. September 2018)

(Bild: Keystone)

Ein beim schweren Erdbeben in Indonesien gestorbener Fluglotse wird wegen seines heldenhaften Einsatzes während des Bebens mit anschliessendem Tsunami auf der Insel Sulawesi als Held bezeichnet. Anthonius Gunawan Agung war im Dienst im Kontrollturm auf dem Flughafen Mutiara SIS Al-Jufrie in Palu, als die Erdstösse Sulawesi erschütterten.

Der 21-Jährige habe sich jedoch geweigert, seinen Posten zu verlassen, bevor nicht eine Maschine von Batik Air sicher gestartet sei, sagte ein Sprecher der Luftsicherheitsbehörde AirNav Indonesia.

Video: Zahl der Todesopfer steigt in Indonesien

Verheerende Folgen: Der Tsunami hat auf der Insel Sulawesi mindestens 832 Tote gefordert. (Video: AFP/Tamedia)

Agung kam ums Leben. Sein Arbeitgeber ehrte ihn mit einer posthumen Beförderung um zwei Dienstgrade. «Als sich das Erdbeben ereignete, hat er der Batik Air die Startfreigabe erteilt und gewartet, bis die Maschine sicher abhob, bevor er die Fluglotsenkabine im Tower verlassen hat», sagte der Sprecher. Nach dem Start wurden die Erdstösse immer stärker – bis zu einer maximalen Stärke von 7,5.

Agung sei mutmasslich von dem vier Stockwerke hohen Tower gesprungen, um sich zu retten. Dabei erlitt er den Angaben zufolge schwere innere Verletzungen und einen Beinbruch. Nach einer Erstversorgung kam der Rettungshubschrauber zu spät für ihn.

Der Tsunami war am Freitag von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,5 vor der Küste von Sulawesi ausgelöst worden. Das Epizentrum lag knapp 80 Kilometer nördlich von Palu, der Hauptstadt der Provinz Zentralsulawesi. Das Beben war so stark, dass es noch in mehreren hundert Kilometern Entfernung auf der benachbarten Insel Borneo zu spüren war. Die Zahl der Toten stieg bis Sonntag auf mehr als 830.

fal/afp/sda

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