Flixbus-Fahrer mit Handy am Steuer gefilmt

Eine Woche nach dem schweren Car-Unfall in Zürich stoppte die Autobahnpolizei einen Chauffeur, der freihändig fuhr. Er wurde suspendiert.

Der Reisecar war auf der A1 zwischen Winterthur und Zürich unterwegs. (Video: Leserreporterin 20 Minuten)

Eine Woche nach dem schweren Reisecarunfall in Zürich, der 47 Verletzte und ein Todesopfer forderte, beobachtete am Donnerstag Mittag eine Leserreporterin von 20 Minuten einen Flixbusfahrer ohne Hände am Steuer.

Die 29-Jährige war zusammen mit einem Freund auf der Autobahn nach Wallisellen unterwegs. Dieser hat den Vorfall vom Beifahrersitz aus gefilmt. «Ich war schockiert, als er an mir vorbeifuhr. Er hatte nicht nur keine Hände am Steuer, sondern auch das Bein hochgelagert und das Handy in der Hand. Das ist so verantwortungslos!»

Der Reisecar war um 12 Uhr auf der A1 zwischen Winterthur und Zürich unterwegs. «Der Bus war voll mit Passagieren. So darf man ja wohl keine Gäste befördern.» Die Frau kontaktierte sofort die Autobahnpolizei. Innerhalb weniger Sekunden sei schon ein Streifenwagen vor Ort gewesen und habe den Bus angehalten. Diese hat den Chauffeur aber weiterfahren lassen. «Kurz vor Weihnachten muss man zwar niemanden mehr feuern, aber ich fordere von Flixbus, dass der Fahrer mindestens eine Abmahnung bekommt.»

Patrouille sofort ausgerückt

Die Autobahnpolizei bestätigt den Anruf. «Die Patrouille ist sofort ausgerückt und hat den Car angehalten. Wir haben anschliessend nach dem geltenden Recht gehandelt und den Car weiterfahren lassen», sagt Mediensprecher Marc Besson. Der Fahrer könne verzeigt werden.

Bildstrecke – Tödlicher Reisecar-Unfall bei Zürich

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«Der Fahrer ist mit sofortiger Wirkung vom Einsatz im Flixbus Dienst gesperrt», sagt der Pressesprecher von Flixbus, Martin Mangiapia. Gespräche mit dem Buspartner fänden gerade statt, der Fahrer müsse mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

«Verstösse gegen Sicherheitsbestimmungen wie im vorliegenden Fall werden von uns keinesfalls toleriert und wir gehen jedem Hinweis konsequent nach. Nach erfolgreicher Prüfung und Verifizierung des Hinweises wurden die Informationen umgehend an den entsprechenden Buspartner weitergeleitet.» Flixbus wähle seine Partner genau und schule sie intensiv. Die Sicherheit der Fahrgäste habe oberste Priorität.

Video – Der Reisecar am Unfallort

Beim Unfall am 16. Dezember 2018 wurde eine 37-jährige Italienerin getötet und 44 Menschen verletzt. (Video: Tamedia/20Minuten)

Übernommen von 20 Minuten und bearbeitet von Bernerzeitung.ch/Newsnetz.

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