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Felsen putzen nach der Sprengung

Am Tag nach der Sprengung in Gurtnellen wird aufgeräumt. Erst dann kann die Gotthard-Bahnlinie wieder in Stand gesetzt werden. Wie viel die Aktion insgesamt kostet, ist noch unklar.

Vor die Gotthard-Bahnlinie wieder geöffnet werden kann, muss lockeres Gestein gelöst werden: Spezialisten begutachten den Fels nach der Sprengung. (18. Juni 2012)
Vor die Gotthard-Bahnlinie wieder geöffnet werden kann, muss lockeres Gestein gelöst werden: Spezialisten begutachten den Fels nach der Sprengung. (18. Juni 2012)
Keystone
Erst wenn Fangnetze für allfällig herabfallendes Gestein angebracht sind, können die eigentlichen Aufräumarbeiten beginnen: Experten beurteilen die Sprengung vom Gegenhang aus. (18. Juni 2012)
Erst wenn Fangnetze für allfällig herabfallendes Gestein angebracht sind, können die eigentlichen Aufräumarbeiten beginnen: Experten beurteilen die Sprengung vom Gegenhang aus. (18. Juni 2012)
Keystone
Geologen haben den Berghang als instabil bezeichnet: Der Fels über dem Gotthard-Eisenbahntrassee wird gesprengt (10. März 2012).
Geologen haben den Berghang als instabil bezeichnet: Der Fels über dem Gotthard-Eisenbahntrassee wird gesprengt (10. März 2012).
Keystone
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Einen Tag nach der Sprengung in Gurtnellen sind die Aufräumarbeiten am Fels noch immer im Gang. Bevor die Gotthard-Bahnlinie repariert werden kann, muss das lockere Gestein oberhalb der Baustelle von Hand gelöst werden.

Danach werden Fangnetze aufgebaut, um die Sicherheit der Bauarbeiter zu gewährleisten, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig der Nachrichtenagentur sda sagte. Erst danach könnten die eigentlichen Reparaturarbeiten an der Bahninfrastruktur beginnen. Beschädigte Geleise, Fahrleitungsmasten und Signalanlagen müssen ausgewechselt, in Betrieb genommen und getestet werden.

Laut Ginsig gab es durch die Sprengung keine weiteren Schäden am Bahntrassee. Dafür sorgten spezielle Schutzvorrichtungen, die die herabstürzenden Brocken auffingen. Die SBB geht darum weiterhin davon aus, die Gotthard-Bahnlinie am Abend des 2. Juli wieder in Betrieb nehmen zu können. Die Details der Planung sollen heute Abend festgelegt werden.

Höhe der Kosten noch unklar

Noch weit weniger klar als der Fahrplan sind die Kosten, die der SBB durch den Felssturz vom 5. Juni entstehen. Das Bahnunternehmen geht laut Ginsig derzeit von einem «zweistelligen Millionenbetrag» aus. Darin enthalten sind die Kosten für die Arbeiten am Fels, die Reparatur des Bahntrassees, die Ausfälle im Güterverkehr und die Umleitungen. Noch offen ist die Frage, ob die SBB ihren Kunden gegenüber für Verspätungen oder zusätzliche Kosten haftet.

Die Ausfälle sind beträchtlich. Von den 120 Güterzügen, die normalerweise pro Tag über die Gotthard-Achse rollen, können nur 45 über die Lötschberg-Simplon-Achse geführt werden. Die Zusammenarbeit mit den übrigen Bahntransportunternehmen schätzt Ginsig aber als gut ein. Die zusätzlichen Kapazitäten am Simplon seien entsprechen dem Verkehrsaufkommen am Gotthard verteilt worden.

Gestern Morgen hätten in Deutschland lediglich 20 Güterzüge auf die Durchfahrt durch die Schweiz gewartet. «Der Rest fährt», sagte Ginsig.» Welcher Teil der übrigen Güter per Bahn durch Frankreich oder Österreich fährt und welcher auf der Strasse transportiert wird, konnte der SBB-Sprecher aber nicht abschätzen.

Lastwagen-Lawine ausgeblieben

Die befürchtete Lastwagen-Lawine ist trotz der Sperrung der Gotthard-Bahnlinie bisher ausgeblieben. Rund 200 zusätzliche Camions fahren täglich durch den Strassentunnel am Gotthard. Engpässe gibt es aber beim Transport von Gefahrgut. Diese dürfen nicht durch den Gotthard-Strassentunnel transportiert werden, wie Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamts für Strassen (ASTRA) heute sagte. Und über den Pass können Sattelschlepper nicht fahren.

Probleme gibt es laut Rohrbach etwa bei der Versorgung der Tessiner Spitäler mit Sauerstoff. Das ASTRA suche derzeit nach Lösungen, sagte der Sprecher. Eine Möglichkeit, die geprüft wird, ist die nächtliche Schliessung des Gotthard-Strassentunnels für den normalen Verkehr, um einen begleiteten Konvoi mit Gefahrgut passieren zu lassen.

SDA/ami

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