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Familien lebten trotz Räumungsbescheid in einsturzgefährdetem Haus

Die Zahl der Toten ist nach einem Hauseinsturz in Mumbai auf 60 gestiegen. Unklar ist, ob Renovationsarbeiten das Haus zum Einsturz brachten.

Nach dem Einsturz eines fünfstöckigen Wohnhauses in der südindischen Metropole Mumbai ist die Zahl nach Abschluss der Rettungsarbeiten auf 60 gestiegen. Die Suche nach weiteren Menschen unter den Trümmern wurde eingestellt.

Dies sagte ein Polizeivertreter der Nachrichtenagentur AFP. Das Haus, in dem Stadtangestellte trotz eines Räumungsbescheids mit ihren Familien lebten, war am Freitagmorgen aus ungeklärter Ursache eingestürzt.

33 Personen lebend geborgen

Bei dem Einsturz des Wohnblocks in einem östlichen Vorort der Millionenmetropole wurden die meisten Bewohner im Schlaf überrascht. Laut einem Vertreter der Katastrophenschutzbehörde wurden 33 Personen lebend geborgen – zuletzt am Samstagnachmittag ein etwa 40 Jahre alter Mann.

Nach Angaben der Stadtverwaltung, der das Gebäude gehörte, waren mehrere ihrer Angestellten mit ihren Familien in dem Haus untergebracht. Insgesamt wohnten demnach 22 Familien in dem Gebäude. Im April seien sie zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert worden, doch hätten sie die Aufforderung ignoriert.

Einsturz wegen Renovierungsarbeiten?

Unklar war, ob ihnen ein Ausweichquartier angeboten worden war. Berichten örtlicher Medien zufolge war das Haus als «dringend renovierungsbedürftig» gelistet. Demnach wurde der Besitzer einer Firma im Erdgeschoss festgenommen, der womöglich durch Renovierungsarbeiten den Einsturz ausgelöst hatte.

In der Region von Mumbai waren in den vergangenen Monaten bereits fünf Gebäude eingestürzt, beim schlimmsten Unglück Anfang April kamen 74 Menschen ums Leben. In Indien werden beim Bau mehrstöckiger Häuser oftmals Genehmigungen nicht eingeholt und Sicherheitsauflagen ignoriert. Vor allem in Mumbai herrscht grosse Wohnungsnot. Die wenigen freien Wohnungen sind so teuer, dass viele sie sich nicht leisten können. Mehr als die Hälfte der Einwohner lebt deshalb in Slums.

AFP/mw

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