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Experte: Knox hat Mordwaffe nur zum Kochen verwendet

Im neuen Prozess um die Tötung von Meredith Kercher hat Raffaele Sollecito über die Strafverfolgung als «absoluten Albtraum» geklagt. Die Position der Verteidigung wurde indes gestärkt.

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«Erschöpft, aber ruhig»: Raffaele Sollecito sitzt mit seiner Anwältin im Verhandlungssaal. (6. November 2013)
«Erschöpft, aber ruhig»: Raffaele Sollecito sitzt mit seiner Anwältin im Verhandlungssaal. (6. November 2013)
Keystone

Im neuen Prozess in Italien wegen des Mordes an der Studentin Meredith Kercher hat der Angeklagte Raffaele Sollecito abermals seine Unschuld beteuert. Vor dem Gericht in Florenz bezeichnete sich der Ex-Freund der mitangeklagten Amanda Knoxals «Opfer einer verrückten Strafverfolgung».

Die Strafverfolgung habe keinerlei Logik und erscheine ihm wie ein «unvorstellbarer Albtraum». Er sei keineswegs der «skrupellose Mörder», als der er dargestellt werde, sagte Sollecito während seines ersten Auftritts in dem neu aufgerollten Verfahren.

Sollecito und Knox müssen sich seit September erneut wegen des Mordes an Kercher verantworten; die in den USA lebende Knox will jedoch nicht vor Gericht erscheinen.

Die damals 21-jährige Britin Meredith Kercher war Anfang November 2007 halbnackt und mit durchschnittener Kehle in der Wohnung im italienischen Perugia entdeckt worden, die sie sich mit Knox teilte. Ihre Leiche wies 47 Messerstiche auf, die Studentin war vergewaltigt worden.

Vier Jahre im Gefängnis

Knox und ihr damaliger Freund Sollecito wurden 2009 in erster Instanz wegen Mordes zu 26 und 25 Jahren Haft verurteilt. Sie sassen vier Jahre lang im Gefängnis, bevor sie im Oktober 2011 in einem Berufungsverfahren freigesprochen wurden.

Knox kehrte daraufhin in die USA in ihre Heimatstadt Seattle zurück. Im März kassierte das oberste italienische Berufungsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft den Freispruch wegen diverser Widersprüche und Unzulänglichkeiten jedoch.

DNA-Spuren von Knox auf der Tatwaffe

Ein vom Gericht bestellter Experte hat mit seiner Zeugenaussage die Position der Verteidigung gestärkt. Auf der mutmasslichem Mordwaffe, einem Küchenmesser, sei DNS gefunden worden, die der von Knox nahekomme und nicht dem Mordopfer Meredith Kercher gehöre, sagte der Gutachter Andrea Berti vor Gericht in Florenz. Auch DNS von Knox' Mitangeklagtem Raffaele Sollecito und von dem in einem separaten Verfahren bereits zu 16 Jahren Haft verurteilten Rudy Guede sei darauf nicht entdeckt worden.

Der Anwalt von Knox, Luca Maori, sagte nach der Anhörung, damit sei klar, dass die US-Studentin das Messer nur zum Kochen verwendet habe und dass es sich dabei nicht um die Mordwaffe handeln könne. Die DNS-Spuren machten auch deutlich, dass das Messer nicht gereinigt worden sei, sagte Maori. «Es wäre absurd, es für einen Mord zu verwenden und dann zurückzulegen.» Die DNS-Spuren auf dem Messer waren bereits einer der zentralen Streitpunkte im ersten Verfahren und im Berufungsprozess.

Urteil Anfang 2014 möglich

Ein Urteil in dem Prozess könnte im Januar 2014 fallen, das Gericht legte bis dahin sechs weitere Prozesstermine fest.

(SDA)

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