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Ex-Geisel erklärt Familienzuwachs

Das von Taliban-Verbündeten in Afghanistan entführte Paar zeugte mehrere Kinder in Gefangenschaft. Jetzt äussert sich der Vater erstmals dazu.

Zurück in Kanada: Vater B. spielt mit seinem Sohn Joshua im Garten. (14. Oktober 2017)
Zurück in Kanada: Vater B. spielt mit seinem Sohn Joshua im Garten. (14. Oktober 2017)
Lars Hagberg/The Canadian Press, Keystone
B. beantwortet Fragen der Journalisten nach seiner Ankunft am Toronto Pearson Flughafen.
B. beantwortet Fragen der Journalisten nach seiner Ankunft am Toronto Pearson Flughafen.
CBS News, AFP
Pakistanische Soldaten bewachen einen Checkpoint in Parachinar. (22. Januar 2017)
Pakistanische Soldaten bewachen einen Checkpoint in Parachinar. (22. Januar 2017)
Basit Gilani, AFP
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Fünf Jahre lang war das amerikanisch-kanadische Paar als Geiseln gehalten worden. In der Zeit zeugte es mehrere Kinder. Sie hätten das Beste aus ihrer misslichen Lage machen wollen, erklärt der Vater.

Eine frühere Geisel islamistischer Extremisten hat erklärt, warum er und seine Ehefrau in Gefangenschaft Kinder gezeugt haben. Sie hätten immer eine grosse Familie gründen wollen und sich deshalb entschieden, das Beste aus der Situation zu machen, schrieb der Kanadier Joshua B. am Montag in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP.

Weiteres Kind wurde gezeugt

«Ehrlich gesagt haben wir immer geplant, eine Familie mit fünf, zehn, zwölf Kindern zu haben», schrieb er. Im Spass fügte er hinzu: «Wir sind Iren.» Als Geiseln habe man eine Menge Zeit. «Wir wollten immer so viele wie möglich haben und wir wollten keine Zeit verlieren. Cait ist in ihren Dreissigern, die Uhr tickt.» Seine Kinder seien nun vier Jahre, zwei Jahre und «irgendetwas um die sechs Monate» alt, schrieb B. weiter.

B. und seine amerikanische Ehefrau Caitlan C. waren vor fünf Jahren während einer Reise in Afghanistan von dem mit den radikalislamischen Taliban verbündeten Haqqani-Netzwerk gefangen genommen und Mitte vergangener Woche mit drei Kindern freigelassen worden, die in Gefangenschaft zur Welt gekommen waren. B. sagte später, ein anderes gemeinsames Kind sei während dieser Zeit getötet und C. vergewaltigt worden. Eine Frage zu dem vierten Kind beantwortete B. in dem E-Mail-Verkehr nicht. Die Taliban hatten am Sonntag erklärt, es habe sich um eine Fehlgeburt gehandelt.

Barbarische Haftbedingungen

B. schrieb weiter, während ihrer Leidenszeit seien sie in mindestens drei Gefängnisse gebracht worden. Die Bedingungen seien unterschiedlich gewesen: Das erste sei überaus barbarisch gewesen, das zweite behaglicher und das dritte ein Ort der Gewalt, in dem seine Frau und er regelmässig voneinander getrennt und geschlagen worden seien.

Nach der Rückkehr aus Pakistan nach Smiths Falls in der kanadischen Provinz Ontario schrieb B., die Kinder seien erstmals in einem Zuhause angekommen. Während des Rückflugs am Freitag hätten die Kinder an jedem Flughafen gefragt, ob dies ihr neues Haus wäre. Mittlerweile habe sein Sohn «den ersten Kühlschrank seines Lebens» überfallen, schrieb der Vater.

AP/sep

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