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Erstes Baby mit Zika-Missbildung in Europa

In Spanien ist ein Zika-infiziertes Baby mit einer Schädel- und weiteren Fehlbildungen auf die Welt gekommen. Es ist der erste Fall, der in Europa bekannt ist.

Auf einer Lateinamerikareise mit dem Virus infiziert: Die Steckmücke Aedes aegypti in einem Labor in Kolumbien.(11. Februar 2016)
Auf einer Lateinamerikareise mit dem Virus infiziert: Die Steckmücke Aedes aegypti in einem Labor in Kolumbien.(11. Februar 2016)

Zum ersten Mal ist in Europa ein Baby mit den typischen Fehlbildung nach einer Zika-Infektion der Mutter geboren worden. Wie das Universitätskrankenhaus Vall d'Hebron in Barcelona am Montag mitteilte, hat das Baby einen ungewöhnlich kleinen Kopfumfang, war aber nach der Kaiserschnitt-Geburt ohne weitere medizinische Hilfe lebensfähig.

Ein Forscherteam veröffentlichte in der Zeitschrift «Nature Microbiology» Berechnungen, nach denen die in Südamerika grassierende Infektion weltweit zehntausende solcher Fälle zur Folge haben könnte. Das Krankenhaus in der nordspanischen Stadt teilte nicht mit, ob das Neugeborene ein Junge oder Mädchen ist. Die Eltern wussten schon seit Mai von der Fehlbildung, sie entschieden sich dafür, dass das Kind zur Welt kommen solle. Vom Krankenhaus wurde lediglich mitgeteilt, dass die Mutter sich bei einer Auslandsreise infiziert habe. Im Krankenhaus war darüber hinaus zu erfahren, dass die Reise angeblich nach Lateinamerika führte.

93,4 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert

Das Zika-Virus hat sich seit dem vergangenen Jahr in Lateinamerika und der Karibik rasend schnell ausgebreitet. Bis zum Ende der derzeitigen Epidemie könnten sich 93,4 Millionen Menschen mit dem Virus infizieren, unter ihnen 1,65 Millionen schwangere Frauen, heisst es in der vom Fachmagazin «Nature Microbiology» veröffentlichten Studie.

In den besonders gefährlichen ersten Wochen einer Schwangerschaft würden ein bis 13 Prozent der Föten von infizierten Frauen eine sogenannte Mikrozephalie oder andere Komplikationen entwickeln, schreiben die Forscher aus den USA, Grossbritannien und Schweden. Das bedeute, dass in Lateinamerika und in der Karibik «zehntausende» Babys betroffen sein könnten, sagte Alex Perkins von der Universität Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana.

Absage bei den Olympischen Spielen

Das durch Stechmücken übertragene Zika-Virus kann bei ungeborenen Kindern unter anderem Mikrozephalie auslösen – eine Fehlbildung, bei der Babys mit einem kleinen Kopf und damit einhergehenden Hirnschäden auf die Welt kommen. Allein in Brasilien kamen bislang 1700 Babys mit Missbildungen auf die Welt.

Die Epidemie hat auch gewaltige Sorgen mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro ausgelöst. Aus Angst vor dem Zika-Virus ergreifen viele Länder Vorsichtsmassnahmen, mehrere prominente Sportler sagten ihre Teilnahme ab.

AFP/bee

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