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Erdbeben erschüttert Zagreb – viele Verletzte und schwere Schäden

Nach zwei mittelstarken Erdstösse nördlich der Hauptstadt Zagreb ringt eine 15-Jährige um ihr Leben. Das grösste Spital des Landes wurde beschädigt.

In Zagreb bebte am Sonntagmorgen die Erde. Ein Leserreporter filmte die Schäden.

Zwei Erdbeben haben in der kroatischen Hauptstadt Zagreb Dutzende Menschen verletzt und schwere Schäden angerichtet. Die mittelstarken Erdstösse erfolgten in einer Abfolge von etwas mehr als einer halben Stunde.

Eine 15-Jährige, die aus Trümmern geborgen wurde, rang im Spital um ihr Leben, berichtete der private Fernsehsender RTL unter Berufung auf Krankenhausärzte. Das European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) gab die Stärke des ersten Bebens um 6.24 Uhr am Sonntagmorgen mit 5,4, die des zweiten Bebens um 7.01 Uhr mit 5,0 an. Die Zentren der beiden Beben lagen sieben beziehungsweise zehn Kilometer nördlich von Zagreb. Es war das schwerste Beben, welches das EU-Land Kroatien seit 140 Jahren heimsuchte.

Ziegel fielen von Dächern, Fassaden bekamen Risse, Mauern stürzten ein und Trümmer beschädigten parkende Autos. Auch die Kathedrale im Zentrum, das Wahrzeichen der Stadt, wurde beschädigt - eine der beiden Turmspitzen fiel aus mehr als 100 Meter Höhe zu Boden. Aus zwei Spitälern mussten Patienten in Sicherheit gebracht werden, weil Gebäudeteile schwer beschädigt wurden.

Neu-Mütter mussten Hals über Kopf aus dem Kreissaal eines Spitals flüchten. Bild: Twitter.
Neu-Mütter mussten Hals über Kopf aus dem Kreissaal eines Spitals flüchten. Bild: Twitter.

Menschen liefen erschrocken aus den Häusern. Das Innenministerium rief die Bürger dazu auf, nicht auf den Sicherheitsabstand zu vergessen, der angesichts der Coronavirus-Pandemie geboten ist. Kroatien verzeichnete bis zum Sonntag 204 nachgewiesene Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2, doch steigen die Zahlen derzeit von Tag zu Tag rasch an.

«Alle engagieren sich, die Kathedrale wird bereits gereinigt», erklärte Ministerpräsident Andrej Plenkovic nach einem Rundgang durch die Innenstadt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach den Kroaten nach dem Erdbeben Mut zu. «Bleibt stark! Die EU steht an Eurer Seite!», twitterte sie nach einem Telefonat mit Plenkovic. Dessen Land hat im ersten Halbjahr 2020 zudem den EU-Ratsvorsitz inne.

Die Balkan-Region ist stark erdbebengefährdet, weil sich dort die afrikanische Platte unter die eurasische schiebt.

Auf Twitter kursieren Bilder von verwüsteten Bereichen des grössten Spitals des Landes, das Universitätsklinikum Zagreb.

(reuters/sda)

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