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Ein See, grösser als Frankreich und Deutschland zusammen

Über 200'000 Menschen sind mittlerweile von den Überschwemmungen in Australien betroffen. Tausende Menschen werden in Auffangzentren gebracht. In einigen Ortschaften droht Lebensmittelknappheit.

Land unter: Der Nordosten Australiens kämpft weiter gegen die Fluten. Im Bild ist die Stadt Rockhampton zu sehen.
Land unter: Der Nordosten Australiens kämpft weiter gegen die Fluten. Im Bild ist die Stadt Rockhampton zu sehen.
Reuters
Regierungsbesuch: Die australische Premierministerin Julia Gillard besucht mit einem Militärhelikopter am 7. Januar 2011 das überschwemmte Rockhampton.
Regierungsbesuch: Die australische Premierministerin Julia Gillard besucht mit einem Militärhelikopter am 7. Januar 2011 das überschwemmte Rockhampton.
Reuters
Über 200'000 Menschen sind mittlerweile von den schweren Überschwemmungen im Nordosten Australiens betroffen.
Über 200'000 Menschen sind mittlerweile von den schweren Überschwemmungen im Nordosten Australiens betroffen.
AFP
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Über 200'000 Menschen sind mittlerweile von den schweren Überschwemmungen im Nordosten Australiens betroffen. Das Wasser bedeckt nach Regierungsangaben mittlerweile eine Fläche, die grösser ist als Frankreich und Deutschland zusammen.

22 Städte und Gemeinden stünden entweder vollständig unter Wasser oder seien von der Aussenwelt abgeschnitten, sagte die Ministerpräsidentin des am schlimmsten betroffenen Staats Queensland, Anna Blight, in einem Radiointerview.

Das Hochwasser sei «ohne Zweifel eine Tragödie beispiellosen Ausmasses». Und die Katastrophe sei «noch lange nicht vorbei», warnte Blight. Tausende Menschen mussten bislang vor den schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren fliehen.

In Queensland waren vielerorts nur noch die Dächer der Häuser zu sehen. Auf vom Wasser verschonten Flächen sammelten Bewohner ihre Habseligkeiten. Mit kleineren Booten wurde die Notfallversorgung gesichert.

Allein bei der Evakuierung der Stadt Emerald wurden in den vergangenen 24 Stunden rund 1000 Menschen von den Rettungskräften in drei dafür eingerichtete Auffangzentren gebracht.

Es habe Lebensmittelknappheit gedroht und auch die Strom- und Trinkwasserversorgung sei nicht mehr gesichert gewesen, sagte County-Bürgermeister Peter Maguire. In den Tagen zuvor waren bereits zwei andere Städte evakuiert worden.

Weitere Städte bedroht

Die schweren Regenfälle der vergangenen Tage hatten am Freitag nachgelassen. Allerdings stiegen die Pegel der Flüsse vielerorts noch an, während die Flutwellen flussabwärts wanderten. Blight hatte bereits davor gewarnt, dass das Hochwasser in den überschwemmten Gemeinden noch über eine Woche anhalten könne.

In der Stadt Rockhampton an der Küste bereiteten sich die rund 60'000 Einwohner am Freitag auf das Eintreffen des Wassers vor. Die Behörden rechnen damit, dass Strassen und Bahngleise ab Samstag unpassierbar sind.

Der Flughafen der Stadt kündigte bereits die Einstellung des Betriebs übers Wochenende an. Ältere Menschen und Bewohner niedrig gelegener Stadtteile begannen damit, ihre Häuser zu räumen.

In vielen Supermärkten und Geschäften der Stadt seien Brot, Milch und Frischfleisch bereits ausverkauft, sagte Bürgermeister Brad Carter. Gary Boyer, ein Regionalmanager der Supermarktkette Woolworths, teilte mit, sein Unternehmen werde noch am Freitag 43 Lastwagen mit Versorgungsgütern nach Rockhampton schicken.

Schäden kosten Milliarden

Die Beseitigung der Schäden werde vermutlich Milliarden kosten, sagte Queenslands Ministerpräsidentin Blight. Sie hatte bereits einen Hilfsfonds in der Höhe von einer Million australischen Dollar (955'000 Franken) für die Überschwemmungsopfer angekündigt.

Die australische Ministerpräsidentin Julia Gillard versprach die gleiche Summe aus Bundesmitteln. Wegen der Überschwemmungen wurden in Queensland zahlreiche Strassen gesperrt.

Auch die Wirtschaft ist massiv betroffen. Einer der wichtigsten Häfen für den Export von Zucker musste ebenso geschlossen werden wie zahlreiche Kohleminen. Unternehmen wie Anglo American und Rio Tinto mussten ihren Betrieb verlangsamen oder ganz einstellen.

In der Landwirtschaft habe der Regen bereits Schäden in Höhe von 400 Millionen australischen Dollar angerichtet, sagte Brent Finaly, Präsident der Farmer-Lobby-Gruppe AgForce. Viele Bauern hätten ihre gesamte Ernte verloren.

SDA/mrs

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