Drohnenvideo zeigt Brandruine am Zürcher HB

Aufnahmen aus der Luft zeigen den massiven Schaden am Geschäftsgebäude, das in der Nacht auf Samstag gebrannt hat.

Bei Tageslicht offenbaren sich die Schäden im Gebäude. (Video: Tamedia/SDA)

In unmittelbarer Nähe des Zürcher Hauptbahnhofes ist in der Nacht auf Samstag ein leer stehendes Geschäftsgebäude in Flammen aufgegangen. Das Haus wurde weitgehend zerstört, wie Drohnenbilder vom Sonntag zeigen (siehe Video oben). Der Sachschaden ist gewaltig. Bei den Löscharbeiten wurde ein Polizist verletzt.

Wegen Einsturzgefahr musste der Verkehr grossräumig gesperrt werden. Am Sonntag hob die Polizei die Verkehrsbeschränkungen beim Bahnhofplatz und Bahnhofquai wieder auf, nachdem Statiker den betroffenen Gebäudekomplex untersucht hatten. Auch die Unterführung vom Landesmuseum zur Rudolf-Brun-Brücke konnte wieder in beide Richtungen befahren werden, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte. Gesperrt blieb der kleine, aber für den Fliessverkehr nicht wichtige Strassenabschnitt direkt vor dem Gebäude am Bahnhofquai.

Dachstock in Vollbrand

Die Rettungskräfte wurden am Samstag um 2.16 Uhr alarmiert, wie ein Sprecher von Schutz & Rettung Zürich vor Ort der Agentur Keystone-SDA sagte. Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dach und waren in der Stadt von weither zu sehen. Innert kurzer Zeit gingen bei der Polizei über 50 Notrufe ein, einer auch aus der Nachbargemeinde Kilchberg. Nach Ausbruch des Feuers waren noch viele Passanten und Nachtschwärmer unterwegs.

Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, stand der Dachstock des Eckhauses am Bahnhofplatz und am Bahnhofquai in Vollbrand. Die Flammen breiteten sich rasch vom Dachstock her aus.

Video: Grossbrand am HB

Drohnenaufnahmen des Brandes und Augenzeugenvideos der Explosionen zeigen das Ausmass. (Tamedia)

Die Rettungskräfte standen nach eigenen Angaben mit einem Grossaufgebot im Einsatz, um das Feuer einzudämmen und ein Übergreifen auf andere Gebäude zu verhindern. Die Feuerwehrleute bekämpften den Brand von Drehleitern und Hubrettern aus von mehreren Seiten her. Noch am Samstagmorgen löschten sie Glutnester.

Die Rettungskräfte brachten das Feuer im Dachstock mit einem Grossaufgebot gegen vier Uhr unter Kontrolle. Im Einsatz standen neben der Berufs- und Milizfeuerwehr Zürich sowie Schutz & Rettung auch die Stützpunktfeuerwehren von Wallisellen und Kloten. Hinzu kamen Polizei, Elektrizitätswerk und Verkehrsbetriebe.

Zwei heftige Explosionen

Im Gebäude gab es gemäss einer Mitarbeiterin von Keystone-SDA gegen 2.30 Uhr zwei heftige Explosionen. Dabei explodierte mindestens eine Gasflasche. Ein Trümmerteil wurde nach Behördenangaben rund 200 Meter durch die Luft geschleudert. Bei ersten Abklärungen fand die Polizei an der Bahnhofstrasse ein zwei Kilogramm schweres Metallteil einer Gasflasche. Hinweise auf ein Delikt lagen am Morgen nicht vor.

So heftig waren die Explosionen. (Video: Tamedia/Leserreporter)

Bei den beiden Explosionen zog sich ein Polizist ein Hörtrauma zu. Er musste sich im Verlauf des Samstags einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Von weiteren Verletzten hatten die Rettungskräfte nach eigenen Angaben keine Kenntnis. In dem betroffenen Gebäude fanden seit einiger Zeit Bauarbeiten statt. Es war unbewohnt. Der Sachschaden lässt sich noch nicht beziffern, ist aber laut Schutz & Rettung Zürich«immens».

Die Brandursache war Gegenstand von Ermittlungen. Diese führen die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Detektive der Stadtpolizei sowie Brandermittler der Kantonspolizei durch. Die Polizei sucht Zeugen.

«Trümmerteile flogen 200 Meter weit»: Polizeisprecher Marco Cortesi über das Feuer beim Hauptbahnhof. (Video: SDA)

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