Zum Hauptinhalt springen

Dieses Affenselfie sorgt für Ärger

David Slater ist Tierfotograf. Sein bekanntestes Bild ist die Nahaufnahme eines Affen. Die bemerkenswerte Aufnahme hat jedoch einen Schönheitsfehler.

Streit ums Copyright: Das umstrittene Affenselfie. (Screenshot: Wikimedia)
Streit ums Copyright: Das umstrittene Affenselfie. (Screenshot: Wikimedia)

David Slater ist bekannt für seine spektakulären Tieraufnahmen. Kämpfende Wildschweine, seltene Vögel, Wasserschildkröten oder kopulierende Insekten – der englische Fotograf versteht es, die Tierwelt in all ihren Facetten und Skurrilitäten abzubilden. Das bekannteste Bild, das Slaters Kamera je entsprang, ist zweifellos die Nahaufnahme eines weiblichen Schopfaffen.

Seit dem 21. September 2011 – dem Zeitpunkt seiner Entstehung – hat sich die Aufnahme schnell vervielfacht. Wer den Namen David Slater googelt, dem blickt das aufmüpfige Affengesicht in tausendfacher Ausführung entgegen. Ein solch populäres Bild ist der Traum eines jeden Fotografen – könnte man meinen. In Slaters Fall entwickelte sich das Bild aber zu dessen Albtraum.

«Er war fasziniert von dem Ding»

Das Foto, das ganz im Nordosten Indonesiens entstand, hat einen Schönheitsfehler: Es stammt nicht von Slater selbst, sondern vom Tier. Ein Affenselfie – das mutmasslich erste und vielleicht letzte seiner Art. Slater erinnert sich an den Schnappschuss: «Wir machten gerade eine Pause, als sich ein Affe meinem Stativ mit der Kamera näherte. Er war fasziniert von diesem Ding.» Insgesamt soll der Affe hundertmal auf den Auslöser gedrückt haben, ehe er das Interesse verlor.

Die ungewöhnlichen Affenbilder fanden darauf den Weg in viele Onlinemagazine. Auch in der Bildersammlung Wikimedia Commons taucht das Foto auf. Auf der zu Wikipedia gehörenden Plattform dürfen Inhalte zu bestimmten Zwecken frei verwendet werden.

Slater will vor Gericht

Das löste eine Debatte über Copyright-Rechte der Tieraufnahme aus. Slater hat Wikipedia gemäss dem britischen «Telegraph» schon mehrfach aufgefordert, die Bilder zu entfernen. Bisher vergeblich: Die Betreiber bestehen darauf, dass die Verwendung der Bilder legal sei.

Um die Bildhoheit zu erlangen, will Slater die Angelegenheit nun juristisch klären. Er dürfte dabei einen schweren Stand haben: Denn als Urheber gilt – Kamerabesitz hin oder her – der Affe. Der Fotograf kämpft dennoch weiter gegen Wikipedia: «Wenn der Affe das Bild gemacht hat, hat er das Urheberrecht – das ist ihr Grundargument. Was sie nicht verstehen, ist, dass so etwas von einem Gericht geklärt werden muss.»

Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob der Affe selbst die Bilder lizenzieren könnte. Theoretisch ja, auch wenn dies in den Gesetzbüchern bisher nicht geregelt ist. Doch so weit dürfte es ohnehin nie kommen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch