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«Die volle Aufmerksamkeit liegt nun beim Wiederaufbau»

US-Präsident Barack Obama sprach den Betroffenen des Tornados in Oklahoma Mut zu. Die anfänglich genannte Zahl von bis zu 91 Toten wurde inzwischen deutlich nach unten korrigiert.

Apokalyptische Szenerie: Moore nach dem verheerenden Tornado. (21. Mai 2013)
Apokalyptische Szenerie: Moore nach dem verheerenden Tornado. (21. Mai 2013)
AFP
Ganze Strassenzüge sind verwüstet: Blick von oben auf die Stadt Moore. (22. Mai 2013)
Ganze Strassenzüge sind verwüstet: Blick von oben auf die Stadt Moore. (22. Mai 2013)
AFP
US-Präsident Barack Obama wurde laufend über die Situation informiert: Eine Frau trägt ihr Kind von den Trümmern weg. (20. Mai 2013)
US-Präsident Barack Obama wurde laufend über die Situation informiert: Eine Frau trägt ihr Kind von den Trümmern weg. (20. Mai 2013)
Reuters
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Nach dem schweren Tornado in Oklahoma hat US-Präsident Barack Obama den Menschen in den betroffenen Gebieten seine Unterstützung zugesagt. «Als Nation liegt unsere volle Aufmerksamkeit jetzt auf der dringenden Arbeit der Rettung und der harten Arbeit des Wiederaufbaus, die vor uns liegt», sagte Obama heute in Washington.

In einem Telefonat mit Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin habe er versprochen, dafür alle benötigten Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Gestern Abend habe er ausserdem den Notstand ausgerufen, um schnelle Hilfen durch die Bundesregierung zu ermöglichen, erklärte der Präsident. Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Craig Fugate, befinde sich auf dem Weg nach Oklahoma. An den Rettungsarbeiten dort seien bereits FEMA-Experten beteiligt.

Dank an die Rettungskräfte

Obama dankte den Rettungskräften und den Helfern in der Kleinstadt Moore, die am Montag von dem Tornado verwüstet wurde. Der Präsident würdigte auch die Lehrer, die sich in zwei Grundschulen um den Schutz der Kinder gekümmert hätten. «Unsere Gebete sind heute mit den Menschen in Oklahoma», sagte er.

Nach dem verheerenden Sturm im US-Bundesstaat Oklahoma haben die Behörden inzwischen die Opferzahl nach unten korrigiert. Nach derzeitigem Stand gebe es mindestens 24 bestätigte Tote, erklärte Amy Elliott von der Gerichtsmedizin des Bundesstaates. Zuvor hatte sie gesagt, sie gehe von bis zu 91 Toten aus. Gewisse Opfer sind offenbar doppelt gezählt worden.

Der Wirbelsturm war gestern über die Kleinstadt Moore, einen Vorort von Oklahoma City, hinweggefegt und hatte eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Ganze Strassenzüge wurden zerstört. Unter den Trümmern einer Grundschule wurden mehrere Kinder verschüttet. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 km/h fegte der Wirbelsturm über Moore, einen Vorort von Oklahoma City, hinweg, verwüstete ganze Strassenzüge und schleuderte Autos wie Spielzeuge durch die Luft.

Auch ein Krankenhaus wurde beschädigt

Unter den Toten seien auch viele Kinder, die meisten unter zwölf Jahren, hiess es. Diese Angaben müssen jedoch noch offiziell bestätigt werden. Durch den Tornado wurden zwei Grundschulen schwer beschädigt, allerdings wurden bislang nur aus der einen Einrichtung Opfer gemeldet. Auch ein Krankenhaus wurde schwer beschädigt.

Die Gouverneurin von Oklahoma, Mary Fallin, rief den Notstand für fünf weitere Bezirke aus. Insgesamt galt der Notstand damit für 21 Bezirke in dem Bundesstaat. Fallin sprach von «vielen Verletzten». Ausserdem habe der Tornado in Moore sowie im gesamten Bundesstaat enorme Sachschäden angerichtet. Laut CNN kamen mindestens 145 Verletzte ins Krankenhaus. Der örtliche Polizeichef Jerry Sillings rief die Einwohner auf, das Sturmgebiet zu verlassen. «Es gibt eine Menge Sicherheitsprobleme», warnte Sillings. So habe der Sturm Gas- und Stromleitungen zerstört.

Tornado war drei Kilometer breit

Gegen drei Uhr am Nachmittag schlug der Tornado ein, nur 16 Minuten nachdem die ersten Warnungen an die Ortschaften herausgegangen waren, sagte eine Sprecherin des Nationalen Wetterdienstes der «New York Times». Dann sei der Tornado 40 Minuten lang am Boden geblieben, in dieser Zeit habe er 20 Meilen zurückgelegt und die Städte Newcastle und Moore getroffen.

Fernsehsender zeigten eine riesige schwarze Sturmsäule, die alles mitriss, was auf ihrem Weg lag. Der Streifen der Zerstörung, den der Tornado durch das dicht besiedelte Gebiet am Rand von Oklahoma City zog, war Meteorologen zufolge drei Kilometer breit. US-Präsident Barack Obama stufte den Tornado als Katastrophe ein und mobilisierte die Nationalgarde zur Unterstützung der Rettungsteams vor Ort.

«Betet für uns»

Auch einige Pferde liefen orientierungslos durch die zerstörten Strassenzüge. Als der Tornado auf die Stadt traf, sei der Lärm «unerträglich» gewesen, sagte ein Arbeiter. In der Plaza-Towers-Grundschule suchten Einsatzkräfte weiter nach Überlebenden, mehrere Kinder wurden aus den Trümmern geborgen. Verzweifelte Eltern warteten vor der Schule auf Lebenszeichen. «Betet für uns», sagte ein schockierter Sprecher der Stadt Moore zu Pressevertretern.

Oklahoma City liegt in der sogenannten Tornadopassage, Wirbelstürme sind in den weiten Ebenen der Gegend häufig. Der Tornado vom Montag folgte ungefähr derselben Route, die 1999 ein Wirbelsturm genommen hatte. Damals waren 44 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden. Etwa tausend Häuser wurden zerstört.

Seit dem Wochenende wird der Mittlere Westen der USA von einer Reihe schwerer Wirbelstürme heimgesucht. Am Sonntag waren zwei ältere Männer ums Leben gekommen, als ein Tornado über den Ort Shawnee im Bundesstaat Oklahoma hinwegzog. Seit Sonntag wurden zudem Dutzende weitere Tornados aus den Bundesstaaten Oklahoma, Kansas, Iowa, Illinois und Missouri gemeldet.

AFP/kle

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