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Tierschutz: «Der Zoo hat das einzig Richtige gemacht»

Ein seltenes Krokodil musste nach einer Attacke auf eine Pflegerin im Zürcher Zoo erschossen werden. Die Reaktionen darauf sind gemischt.

Der Angriff des raren Krokodils hat sich bei den Putzarbeiten im Gehege ereignet. (Bild: Zoo Zürich)
Der Angriff des raren Krokodils hat sich bei den Putzarbeiten im Gehege ereignet. (Bild: Zoo Zürich)

Im Zoo Zürich kam es am Montagabend zu einem Drama: Ein seltenes Philippinen-Krokodil musste erschossen werden. Es hatte der Tierpflegerin während Reinigungsarbeiten in die Hand gebissen und minutenlang nicht mehr losgelassen.

Gemäss Notfallkonzept für solche Fälle entschied der Zoo, das rund zwölf Jahre alte Krokodil zu erschiessen. Wie es dem Männchen gelang, aus dem abgetrennten Bereich zu gelangen, wird nun abgeklärt – auch die Stadtpolizei Zürich ermittelt.

Die Pflegerin wurde mit unbestimmten Handverletzungen ins Spital gebracht und notfallmässig operiert. «Den Umständen entsprechend geht es ihr gut», sagt Zoodirektor Alex Rübel am Donnerstag gegenüber 20 Minuten. Gemäss seinem aktuellen Kenntnisstand konnte die Hand der Pflegerin gerettet werden. Der Zoodirektor ist traurig, dass es zur Erschiessung kam – «aber das Leben und die Gesundheit der Tierpflegerin hatten natürlich Vorrang».

Leserinnen und Leser kritisieren das Vorgehen und hätten sich gewünscht, dass man das Krokodil nur hätte betäuben sollen. Dazu erklärt Rübel: «Eine Betäubung hätte zu lange gedauert. Bis das Tier geschlafen hätte, wäre die Hand der Tierpflegerin noch stärker verletzt worden.»

Zoo hat als Arbeitgeber eine Verantwortung

Auch beim Zürcher Tierschutz hat man Verständnis für das Vorgehen: «Der Zoo hat das einzig Richtige gemacht in dieser Situation, nämlich die Tierpflegerin gerettet, bevor sie die Hand verlor», sagt Nadja Brodmann, Mitglied der Geschäftsleitung. Als Arbeitgeber habe der Zoo auch seinen Angestellten gegenüber eine Verantwortung. «Und in einer Güterabwägung kommt der Schutz des Menschen immer noch vor dem Schutz eines einzelnen Tieres.»

Brodmann bezweifelt, dass es eine andere Möglichkeit gegeben hätte . «Es war ja ein tragischer Einzelfall, der gemäss den Sicherheitsvorkehrungen gar nicht hätte passieren dürfen.» Dass es mit dem Philippinen-Krokodil ein seltenes und geschütztes Tier erwischt habe, sei tragisch. Aber: «Der Zoo Zürich kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn die Art auf den Philippinen ausstirbt.»

Kritik zum System Zoo

Bei der Tierrechtsorganisation Animal Rights Switzerland wünscht man der verletzten Pflegerin gute Besserung. «Für das Krokodil kommen aber leider alle Wünsche zu spät», meint Geschäftsleiter Pablo Labhardt. Damit es in Zukunft nicht mehr zu solchen bedauerlichen Vorfällen kommt, müsse man das System Zoo überdenken und kritisch hinterfragen, da es nicht mehr zeitgemäss sei. «Es werden Tiere eingesperrt und ausgestellt, damit sie uns unterhalten. Wenn diese Tiere dann in Gefangenschaft auch noch erschossen werden, ist das schockierend und schlimm.»

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