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Der Pilot war erfahren, das Wetter war gut

Die Ursachen des Helikopterabsturzes bei der Kröntenhütte sind rätselhaft. Vier Menschen kamen ums Leben. Auch ist unklar, was zum Helikopterunfall führte, der am Samtag im Tessin geschah.

Informiert über den Unfall: Markus Lerch, Flugbetriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Swiss Helicopter AG, an einer Pressekonferenz in Erstfeld. (1. Juli 2013)
Informiert über den Unfall: Markus Lerch, Flugbetriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Swiss Helicopter AG, an einer Pressekonferenz in Erstfeld. (1. Juli 2013)
Keystone
Absturz von 2000 Metern Höhe: Grafik zum Unfall im Kanton Uri.
Absturz von 2000 Metern Höhe: Grafik zum Unfall im Kanton Uri.
Keystone
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Die Ursache des Helikopterabsturzes im Erstfeldertal, bei dem vier Personen ums Leben kamen, bleibt ein Rätsel: Der Pilot war erfahren, das Wetter gut, der Helikopter eine bewährte Maschine. Es ist das zweite Helikopterunglück mit vier Toten innert drei Tagen.

Sichtlich betroffen zeigte sich Markus Lerch, Flugbetriebsleiter der Swiss Helicopter Group an der Pressekonferenz nur wenige Stunden nach dem tödlichen Helikopterabsturz im Erstfeldertal. Es sei ein äusserst «tragisches Ereignis» - auch für sein Team, das einen sehr familiären Umgang pflege. «Heute Morgen um 7 sassen wir noch alle noch bei einer Kaffeerunde zusammen, zwei Stunden später haben wir die Nachricht des Unglücks erhalten», sagt Markus Lerch gegenüber Redaktion Tamedia. Das Team sei tief betroffen.

Zur Frage nach möglichen Gründen für den Absturz sagt Markus Lerch, man sei rat- und sprachlos. Es war ein prächtiger Morgen, als der Helikopter kurz nach 7 Uhr in der Früh in Erstfeld gestartet war. Als erstes flog er die auf 2200 Meter über Meer gelegene Leutschachhütte an. An Bord waren ein erfahrener Pilot Mitte Dreissig, zwei Flughelfer (einer ebenfalls Mitte Dreissig, der andere 25 Jahre alt) sowie ein 60-jähriger Monteur. Dieser hatte in der Hütte Arbeiten zu erledigen.

Als sie den Monteur abgesetzt hatte, flog die Maschine nach Andermatt und zurück zur Leutschachhütte, um den Monteur wieder aufzunehmen. Das nächste Ziel wäre die nicht sehr weit entfernte Kröntenhütte gewesen, um dort einen Flughelfer abzusetzen.

Kröntenhütte nicht mehr erreicht

Doch der Helikopter erreichte die auf 1900 Meter Höhe gelegene SAC-Hütte nicht mehr. Im unwegsamen Gelände stürzte er ab. «Kurz nach 9 Uhr ging bei uns die Meldung ein, ein Helikopter sei in der Nähe der Kröntenhütte abgestürzt und Rauch steige von der Unfallstelle auf», sagte Lerch.

Schon bald bewahrheitete sich die Befürchtung, dass Menschen umgekommen sind: Die vier Insassen - alles Urner - kamen an Ort und Stelle ums Leben. Im Einsatz standen die Kantonspolizei Uri, die Rega, die Feuerwehr Erstfeld, ein Care Team sowie die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST), welche eine Untersuchung eröffnete.

Der Pilot sei erfahren, der Helikopter eine bewährte, erst ein Jahr alte Maschine gewesen, sagt Lerch. «Wir warten die Maschinen selbst im Haus». Es gäbe einen täglichen Wartungsintervall

Das Flugwetter bezeichnete er als gut: «Es war der erste schöne Tag ohne Nebel oder Wind.» Die Flugroute sei «nicht schwierig». Es gäbe auch keine Hinweise auf Flughindernisse.

Auch die Urner Kantonspolizei konnte keine Angaben zur möglichen Unfallursache und zur Dauer der Untersuchungen machen.

Betrieb vorerst eingestellt

Die Swiss Helicopter Group der Basis Erstfeld, welche dort 13 Personen beschäftigt und zwei Helikopter fliegt, stellt ihren Betrieb nach dem Unglück vorerst ein. Wie lange, war am Nachmittag nicht bekannt. Landesweit beschäftigt das Unternehmen 130 Personen.

Bereits am Samstag war ein Helikopter des Tessiner Unternehmens Heli-TV in Iragna TI verunfallt. Nach einem missglückten Landemanöver auf einer Alp wollte der Helikopter zur Basis nach Lodrino zurückfliegen, als er in einen Steinbruch abstürzte. Bei dem Absturz kamen der Pilot und drei seiner Passagiere ums Leben.

Einen Zusammenhang zwischen den zwei so kurz aufeinander erfolgten Unglücken sieht Lerch nicht. «Ein tragischer Zufall», sagte er. Bei den beiden abgestürzten Maschinen handle es sich auch um zwei verschiedene Modelle. Die Ursache des Absturzes im Tessin ist ebenfalls noch immer unklar.

Markus Lerch selbst fliegt seit über 30 Jahren Helikopter und fühlte sich dabei immer sicher: «Die Maschinen sind sehr gut unterhalten, mit diesen Auflagen ist das eigentlich eine sichere Operation». Seit dem Morgen laufen die Abklärungen zur Unfallursache.

SDA/kle/fko

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