«Das bisschen Fieber steck' ich weg, dachte ich»

Das gab es noch nie: Mitten in der Sendung musste die «Tagesschau» abgebrochen werden. Der Moderatorin Cornelia Boesch war schlecht geworden. Sie äusserte sich auf Twitter zum Vorfall.

Plötzlich erkrankt: Die «Tagesschau»-Sendung mit Moderatorin Cornelia Boesch musste abgebrochen werden. (Video: SRF)

Wie gewohnt eröffnete «Tagesschau»-Moderatorin Cornelia Boesch um 19.30 Uhr die Sendung. Erstes Thema: Die Wahlen in Griechenland. Es folgte eine Schaltung zum Griechenland-Korrespondenten Werner van Gent. Danach ging es aber nicht zurück zu Boesch, sondern zu Sport-Reporter Sascha Ruefer, der sich normalerweise erst am Ende der Sendung einschaltet.

Nachdem Ruefer die Sport-Nachrichten des Tages präsentiert hatte, beendete er die Sendung abrupt: Moderatorin Boesch sei erkrankt und könne nicht mehr weiter moderieren. Genaueres gab er nicht bekannt. Statt den weiteren Nachrichten des Tages zeigte das SRF danach Landschaftsbilder.

Boesch äusserte sich eineinhalb Stunden später auf Twitter:

«Ihr wurde schwarz vor Augen»

Boesch wirkte während der Sendung tatsächlich angeschlagen. Ihr sei schlecht und schwarz vor Augen geworden, sagte SRF-Sprecherin Andrea Wenger gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Das Unwohlsein sei plötzlich aufgetreten. Zu Beginn sei Boesch noch fit gewesen, «sonst wäre sie sicher nicht auf Sendung gegangen. Das Wichtigste ist: Jetzt geht es ihr wieder gut.»

Bei der «Tagesschau» handle es sich um eine Live-Sendung ohne doppeltes Netz, da könne niemand so rasch einspringen, sagte Wenger weiter. Auch die Ausgabe vor Mitternacht hätte von Boesch moderiert werden sollen. Die Moderatorin wurde jedoch ersetzt. SRF-Chefredaktor Tristan Brenn entschuldigte sich auf Twitter für den Zwischenfall.

Für Sportmoderator Sascha Ruefer war es «eine völlig ungewohnte Situation», wie er gegenüber 20min.ch sagt. «Klar, dass es da etwas hektisch wird.» Er sei jetzt aber vor allem froh, dass es Cornelia Boesch wieder besser gehe.

1981 schon einmal unterbrochen

Es ist wahrscheinlich das erste Mal in der Geschichte der «Tagesschau», dass die Sendung nicht zu Ende geführt werden konnte. Am 3. Mai 1981 musste sie für kurze Zeit unterbrochen werden, weil zwei vermummte Gestalten das Studio gestürmt und ein Transparent mit der Aufschrift «Freedom and Sunshine for Giorgio Bellini» entrollt hatten (siehe Video). Bellini war ein Mitglied der Zürcher Jugendbewegung, der aufgrund eines italienischen Haftbefehls festgenommen worden war. Nach circa zwei Minuten erschien wieder der etwas blasse Moderator Léon Huber, entschuldigte sich «für die Störung» und setzte die Sendung fort.

«Freedom and Sunshine for Giorgio Bellini». (Video: Archiv SRF)

fko

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