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Cameron tritt in Italien ins Fettnäpfchen

Berühmtheiten können sich in den Ferien nicht einfach gehen lassen. Der britische Premierminister David Cameron muss sich ätzende Kritik an seiner Aufmachung – und seinem Benehmen gefallen lassen.

Ferien in der Toskana: Der britische Premierminister David Cameron (rechts) mit Frau Samantha in einem Café in Montevarchi bei Siena. (31. Juli 2011)
Ferien in der Toskana: Der britische Premierminister David Cameron (rechts) mit Frau Samantha in einem Café in Montevarchi bei Siena. (31. Juli 2011)
Keystone
Hat wohl bei Flipflops oder Socken gespart, mutmasst die «Times»: David Cameron ohne Socken. (31. Juli 2011)
Hat wohl bei Flipflops oder Socken gespart, mutmasst die «Times»: David Cameron ohne Socken. (31. Juli 2011)
Keystone
Cameron am Pool des Resorts und Weinguts Petrolo di Mercatale, wo er mit seiner Familie und zwei befreundeten Familien die Ferien verbringt. (2. August 2011)
Cameron am Pool des Resorts und Weinguts Petrolo di Mercatale, wo er mit seiner Familie und zwei befreundeten Familien die Ferien verbringt. (2. August 2011)
Keystone
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Wenn selbst die konservative «Times» über die Socken des Premierministers schreibt, hat das Sommerloch auch Grossbritannien erreicht. David Cameron weilt mit Frau Samantha und den drei Kindern in der Toskana. Mit von der Partie sind selbstverständlich eine Meute von Paparazzi. Stil- und Etikette-Experten kommentieren die Garderobe und das Benehmen der prominenten Ferienreisenden von der Heimat aus.

Schon am ersten Tag an der Sonne trat der britische Regierungschef ins Fettnäpfchen. Er zeigte sich sockenlos in aller Öffentlichkeit. Zum nackten Fuss trug er Arbeitsschuhe. Die «Times» lästerte, Cameron habe wohl bei Flipflops oder Socken gespart, während die Modeexpertin der «Daily Mail» gleich zwei grundsätzliche Übel zur Erklärung des stilistischen Fauxpas anführte.

Schwierige Entspannung für Schwerarbeiter

Erstens, so Liz Jones: «Britische Männer kriegen es scheinbar nie auf die Reihe in den Ferien, und Politiker sind die schlimmsten von allen.» Und zweitens signalisiere Camerons Kleidung und sein Auftreten etwas, das so viele Menschen, die beruflich unter Druck stehen, ausmache: «Er kämpft hart mit dem Drang aufs Blackberry zu schauen, das in einer überhitzten Tasche wartet.»

Auch Kanzler Osborne konnte es im fernen Kalifornien den Experten zu Hause nicht recht machen. Er wurde in einer «unvorteilhaften Kombination von blauen Jeans und einem grauen Jackett» gesichtet.

Eine Frage des Trinkgelds

Aber zurück zum Premierminister. Der erste Ferientag brachte noch ein weiteres Fettnäpfchen. Oder zumindest wurde darüber diskutiert, ob sich David Cameron gegenüber einer Serviceangestellten korrekt verhalten habe, als er kein Trinkgeld bezahlte.

In der Dolcenero-Bar in Montevarchi bestellte der britische Premier Kaffees. Die Frau hinter der Bar wies ihn an, er solle die Tassen selber auf die Terrasse raustragen. «Ich habe keine Zeit», gab die 27-jährige Francesca Ariani als Grund an. Die britische Presse enthüllte weitere Details des Vorfalls. Demnach hat Cameron die zwei Cappuccinos und einen Espresso mit einer 50-Euro-Note bezahlt, aber kein Trinkgeld hinterlassen.

«Es tut mir sehr leid»

Als Ariani erfuhr, wen sie da schnöde zum Hilfskellner machte, tat es ihr furchtbar leid. «Ich schäme mich sehr», gab sie der «Daily Mail» zu Protokoll. «Es tut mir sehr leid, wenn ich unhöflich erschien. Das war nicht meine Absicht. Ich war nur die einzige Bedienung und wirklich beschäftigt.»

Die Kellnerin zur heiklen Trinkgeldfrage: «Ich denke, es ist in Ordnung. Ich habe die Tassen ja nicht zum Tisch rausgetragen. Aber er hätte die kleinen Münzen trotzdem liegen lassen können.»

«Wir geben manchmal zu viel Trinkgeld»

Zur weiteren Klärung des Vorfalls bot Sky News den Experten William Hanson auf. Und dieser befand, Cameron habe sich «völlig im Rahmen seiner Rechte bewegt». «Wenn der Premierminister mit dem Service nicht zufrieden war, dann gibt es keinen Grund, ein Trinkgeld zu geben.»

Und auch hier wird ein allgemeineres Übel als tiefer liegender Grund für die Aufregung diagnostiziert: «In Grossbritannien geben wir manchmal zu viel Trinkgeld, auch wenn der Service unterdurchschnittlich ist. Und dann glaubt das Servicepersonal, es würde für mittelmässigen Service belohnt.» Fürwahr, hier könnten wir in der Schweiz aus den Ferienerlebnissen des britischen Premierministers auch noch etwas lernen.

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