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Bus Force One

US-Präsident Barack Obama reist in einem schwarzen Secret-Service-Bus durch den Mittleren Westen. Das Gefährt hat 1,1 Millionen Dollar gekostet – und sein Innenleben beschäftigt die Nation und politische Gegner.

Ganz in Schwarz: Der Präsidentenbus am 16. August in LeClaire im Bundesstaat Iowa.
Ganz in Schwarz: Der Präsidentenbus am 16. August in LeClaire im Bundesstaat Iowa.
Reuters
Kritiker und Anhänger am Strassenrand: Das Publikum versammelte sich an vielen Orten entlang der Reiseroute.
Kritiker und Anhänger am Strassenrand: Das Publikum versammelte sich an vielen Orten entlang der Reiseroute.
Keystone
... begleiten Sicherheitsleute und viele Mitarbeiter den Präsidenten.
... begleiten Sicherheitsleute und viele Mitarbeiter den Präsidenten.
Keystone
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Der Secret Service der Vereinigten Staaten hat jegliche Auskunft zur Ausrüstung des geheimnisvollen Busses verweigert – und folgerichtig spriessen die Gerüchte. Wurde in «Bus Force One», wie das Gefährt in Medien in Anspielung auf das Präsidentenflugzeug genannt wird, wirklich ein virtueller Golfsimulator eingebaut? Oder eine luxuriöse Innenausstattung mit Himmelbetten, so wie in anderen Bussen des Herstellers Hemphill Brothers in Nashville, Tennessee, für anspruchsvolle Naturen wie Jennifer Lopez, Cher oder Britney Spears?

Nichts von alledem, wenn man einem Pressebericht des Senders ABC News glaubt, der sich auf anonyme Quellen im automobilen Umfeld des Präsidenten beruft. Im Frontbereich befindet sich demnach eine Sitzgruppe aus einem Sofa und zwei Sesseln für Konferenzen, ebenso ein Vier-Stuhl-Arrangement im hinteren Teil. Für die Kommunikation des Regierungschefs stehen freilich zahlreiche Telefone zur Verfügung, ebenso weitere Kanäle, die für den Präsidenten notwendig sind.

Grosser Aufwand für die Sicherheit

Dass der Bus gegen nahezu alle denkbaren Angriffe gesichert ist, versteht sich von selbst: schusssichere Scheiben und Reifen, eine verstärkte Hülle – und, so berichtet das National Public Radio auf seiner Webseite, eine eigene Sauerstoffversorgung für den Fall, dass der Passagier und seine Mitarbeiter den Bus nicht verlassen können. «Battle Bus» nannte der britische «Telegraph» das Gefährt – obwohl auch diese Redaktion nichts über allfällige Waffensysteme an Bord herausfinden konnte.

Das eiserne Schweigen der Sicherheitsbehörden und des Busherstellers nutzen politische Gegner des Präsidenten für humoristische Mutmassungen über das Innere. Ein konservativer Blogger namens Doug Ross publizierte online eine Skizze, auf der nebst einer X-Box und einer Gourmetküche auch ein virtueller Golfsimulator eingezeichnet ist. Und der konservative Sender Fox News titelte, dass die Busse für Obamas Reise die Steuerzahler Millionen gekostet hätten.

Entwicklung des US-Geheimdienstes

2,2 Millionen Dollar für zwei Exemplare, um genau zu sein: Aus der Höhe der Investitionen hat der Geheimdienst nie einen Hehl gemacht – und Fachleute vermuten, dass diese Lösung letztlich günstiger kommen dürfte als die frühere Praxis, vorhandene Busse auf den Stand der Sicherheitstechnik aufzurüsten. «Unsere Fahrzeuge selbst zu gestalten», sagte ein Sprecher schon im vergangenen April, «erlaubt uns ein Sicherheitslevel, das wir nicht erreichen können, wenn wir einen Bus leasen und ausrüsten.»

Zudem gibt es für die Konservativen im Land eine gute Nachricht: Auch ihr Spitzenkandidat bei der kommenden Präsidentenwahl wird eins der hochgerüsteten Fahrzeuge für seine Reisen verwenden dürfen. Allerdings dürfen keine Logos, Plakate oder Wahlbanner daran befestigt werden – die Busse sind schliesslich Eigentum der Regierung der Vereinigten Staaten.

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