Bootsdrama fordert wohl weit über 100 Tote

Über 180 Menschen befanden sich an Bord zweier Schlauchboote, als diese untergingen. Nur die wenigsten trugen Rettungswesten.

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Vor der libyschen Küste ereignete sich dagegen eine Tragödie: Anfang September wurden in der Strasse von Gibraltar 157 Flüchtlinge gerettet. (8. September 2018)

(Bild: AFP Marcos Moreno)

Vor der libyschen Küste sind Anfang des Monats nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen (MSF) offenbar mehr als hundert Flüchtlinge ums Leben gekommen. Beim Untergang zweier Boote seien mehr als hundert Migranten, darunter mindestens 20 Kinder umgekommen, teilte die Hilfsorganisation am Montag unter Berufung auf Überlebende mit.

Augenzeugen berichteten der Organisation, dass zwei Schlauchboote am 1. September von der libyschen Küste abgelegt hätten. Die Flüchtlinge stammten demnach aus dem Sudan, Mali, Niger, Kamerun, Ghana, Libyen, Algerien und Ägypten.

Schwangere Frauen unter Überlebenden

Einem Überlebenden zufolge versagte zunächst der Motor des einen Bootes. Das andere habe seine Fahrt zunächst fortgesetzt, dann sei die Luft entwichen. «An Bord waren 165 Erwachsene und 20 Kinder», berichtete der Überlebende laut MSF. Nur wenige hatten demnach Rettungswesten oder konnten schwimmen. Nur diejenigen, die sich am Schiffsrumpf festgehalten hätten, hätten überlebt. Insgesamt gab es demnach 55 Überlebende.

Am 2. September brachte die libysche Küstenwache eine Gruppe von 276 Menschen in den Hafen von Choms rund 120 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis, wie MSF mitteilte. Unter den Menschen seien auch die 55 Überlebenden des gesunkenen Bootes gewesen. MSF zufolge waren unter den Überlebenden schwangere Frauen, Kinder und Babys. Einige erlitten demnach Verbrennungen durch ausgetretenen Treibstoff, andere Lungenentzündungen durch die lange Zeit im Wasser.

roy/AFP

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