Zum Hauptinhalt springen

Berner in Tansania ermordet

Ein Schweizer ist in seiner Wohnung in Dar es Salaam in Tansania tot aufgefunden worden. Offenbar wurde er von Räubern ermordet. Der 30-Jährige arbeitete für das Schweizerische Institut Swiss TPH.

Das letzte halbe Jahr hat Jan P.* vor allem in Tansania verbracht. Der Informatiker aus Bern arbeitete für das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut, Swiss TPH (siehe Kasten). «Es hat ihm sehr gut gefallen in Tansania», sagt Marcel Tanner, Direktor des Swiss TPH. Deshalb wollte Jan für zwei weitere Jahre in Tansania arbeiten, so Tanner.

Der Berner kehrte im Sommer nur für kurze Zeit in die Schweiz zurück, vor wenigen Wochen reiste er wieder nach Tansania. Dort wurde er am 17. August in seiner Wohnung in Dar es Salaam tot aufgefunden. Gemäss lokalen Zeitungsberichten wurde er mutmasslich von Räubern ermordet, welche sich Zutritt zu seinem Appartement verschafft hatten.

«Wir sind tief betroffen»

Das EDA bestätigte gestern Nachmittag, dass ein Schweizer in Tansania starb. Die Schweizer Botschaft sei in Kontakt mit den lokalen Behörden in Dar es Salaam, welche die Todesumstände des Schweizers untersuchten, liess das EDA verlauten.

Bei Marcel Tanner sitzt der Schock über den Verlust seines Mitarbeiters tief: «Wir sind alle sehr betroffen. Ich habe ihn selbst eingestellt. Kurz vor seinem Abflug nach Tansania habe ich Jan noch einmal gesehen und ihm alles Gute gewünscht.» Es sei das erste Mal, dass ein Mitarbeiter des Swiss TPH im Ausland gestorben sei. «Wir werden jetzt unsere Richtlinien überprüfen», so Tanner.

Ein Zaun schützt die Wohnsiedlung

Obwohl Tansania eigentlich eher als sicheres Land gilt, lebte Jan P. wie viele ausländische Arbeiter in Dar es Salaam in einer sogenannten Gated Community. Einer Wohnsiedlung, die von einem Zaun umringt ist und die über eigenes Wachpersonal verfügt. Dass er dennoch einem Verbrechen zum Opfer fallen konnte, ist für Marcel Tanner unerklärlich. «Wir sind in Kontakt mit der Schweizer Botschaft und den lokalen Behörden in Tansania. Aber wir wissen nicht mehr, als in den lokalen Zeitungen stand», so Tanner. «Es war wohl einfach ein extrem unglücklicher Zufall.»

Eine Abdankung für Jan P. fand letzte Woche in Dar es Salaam statt. Im Beisein von Jans Eltern und seiner Geschwister.

*Name der Redaktion bekannt

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch