Zum Hauptinhalt springen

Befruchtungspanne ruft Justiz auf den Plan

Zwei Embryos wurden in Italien versehentlich der falschen Mutter eingepflanzt. Nach einem Gerichtsurteil darf diese die Zwillinge nun behalten und muss sie nicht den leiblichen Eltern übergeben.

Verwechslung in Italien: Eine Eizelle wird im Labor befruchtet. (Archivbild)
Verwechslung in Italien: Eine Eizelle wird im Labor befruchtet. (Archivbild)
Keystone

Nach einer Verwechslung bei einer künstlichen Befruchtung in Italien hat die Justiz zugunsten der Frau entschieden, die die Zwillinge ausgetragen hat. Gemäss italienischem Recht gehörten die Kinder «zu der Mutter, die sie geboren hat».

Der Sorgerechtsanspruch der leiblichen Eltern, deren Embryo versehentlich einer anderen Frau eingepflanzt worden war, entspreche nicht den Interessen der Kinder, entschied die Richterin Silvia Albano am Freitag in Rom.

Bereits in den ersten Tagen nach der Geburt am vergangenen Wochenende hätten die Zwillinge eine «affektive Bindung» zu ihren Eltern aufgebaut, erklärte die Richterin weiter. Der Mann werde nach geltendem Recht der legale Vater der Kinder, wenn seine Frau in der Geburtsurkunde erkläre, dass die Kinder in der Ehe geboren worden seien.

Zu ähnliche Nachnamen

Der Irrtum geht offenbar auf die ähnlichen Nachnamen der beiden Paare zurück. Nach Informationen der Zeitung «La Repubblica» sind fünf von sieben Buchstaben identisch. Die Verwechselung war bei einem Gentest im dritten Schwangerschaftsmonat entdeckt worden.

Dabei kam heraus, dass weder die werdende Mutter noch ihr Partner die biologischen Eltern der Zwillinge sind. Das Paar weigerte sich jedoch, die Kinder den klagenden Eltern zu überlassen. Diese zogen deshalb vor Gericht.

Erfreut und traurig zugleich

Die leiblichen Eltern äusserten sich am Wochenende erfreut über die Geburt der Zwillinge, bedauerten aber, «dass wir nicht das Glück hatten, unsere Neugeborenen in den Armen zu halten». Das andere Paar sagte der Zeitung «La Stampa»: «Wir können ihren Schmerz nachvollziehen und auch wir leiden. Wir haben vorgeschlagen, dass wir uns treffen, aber sie haben uns nicht geantwortet.»

Richterin Albano erklärte, sie sehe das «menschliche Drama» für die leiblichen Eltern. Doch hätten sie nach der Panne im Spital nur Recht auf eine Entschädigung.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch