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Barbies Traum in Pink

Am Alexanderplatz in Berlin wurde das «Barbie Dreamhouse» eröffnet. Drinnen schwelgten Besucher in der 2500 Quadratmeter grossen rosa Welt, draussen demonstrierten Femen und «Occupy Barbie Dreamhouse».

Geräumige Küche: Zwei Besucherinnen im 'Barbie Dreamhouse' in Berlin. (15. Mai 2013)
Geräumige Küche: Zwei Besucherinnen im 'Barbie Dreamhouse' in Berlin. (15. Mai 2013)
Reuters
2500 rosa Quadratmeter: Eine Angestellte des Barbie-Hauses. (15. Mai 2013)
2500 rosa Quadratmeter: Eine Angestellte des Barbie-Hauses. (15. Mai 2013)
Reuters
Brennende Barbie: Eine Femen-Aktivistin protestiert vor dem Barbie-Haus. (15. Mai 2013)
Brennende Barbie: Eine Femen-Aktivistin protestiert vor dem Barbie-Haus. (15. Mai 2013)
AFP
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Sie ist vielleicht die bekannteste Blondine der Welt: Barbie ist zwar nur eine Puppe, doch seit sie Ende der fünfziger Jahre auf den Markt kam, haben ihr wallendes Haar, ihre Wespentaille und ihr absolut flacher Bauch das Schönheitsideal von Frauen beeinflusst. Am Donnerstag zieht Barbie gewissermassen nach Berlin an den Alexanderplatz – in das «Barbie Dreamhouse» (Barbie-Traumhaus), mit dem Spielzeughersteller Mattel sehr junge Käuferinnen anlocken will.

Rund 2500 Quadratmeter ist das Berliner Heim von Barbie gross. Pate gestanden hat die luftige Architektur der Strandhäuser an der Küste Kaliforniens, der sogenannten «Malibu-Häuser»: Türmchen, versetzte Dächer über Bogengängen und runde Fenster erwarten die Besucher. Farblich ist alles in intensivem Pink und Magenta - den Lieblingsfarben vieler kleiner Mädchen – gehalten.

Teurer Eintritt

Das leuchtende Rosa von Barbies Kleidern ist auch im Innern des Hauses allgegenwärtig – wie die Puppe selbst. Laut Internetseite des Berliner Barbie-Traumhauses sind dort «noch nie dagewesene Einblicke in Interieur und Lifestyle» zu finden. Es gibt «einen begehbaren Kleiderschrank der «Stil-Ikone», «hippe Outfits» und die Möglichkeit, «in der Barbie Dreamhouse-Küche einen virtuellen Cupcake zu kreieren».

Reichlich Möglichkeiten zum Einkaufen erhalten die Besucher selbstverständlich auch. Der Eintritt ist teuer: Bei zwölf Euro für Kinder bis 13 fängt es an, ein Familienticket für bis zu zwei Erwachsene und drei Kinder kostet 49 Euro.

«Occupy Barbie Dreamhouse»

Doch eine Protestbewegung mit Namen «Occupy Barbie Dreamhouse» (Besetzt das Barbie-Traumhaus) schickt sich an, das pinkfarbene Idyll am Alex zu stören. «Was wird jungen Frauen im Barbie-Haus für ein Rollenbild präsentiert?», fragt ihr Anführer Michael Koschitzki, der auch Mitglied der Jugendorganisation der Linken ist. Wählen könne Frau in dieser Welt nur «zwischen zwei Laufbahnen wählen: Model oder Popstar».

Koschitzki und seine Leute haben eine Facebook-Seite ins Leben gerufen, die gegen das Haus anschreibt. Rund 1700 Besucher von «Occupy Barbie-Dreamhouse» klickten bereits «Gefällt mir», etwa 700 «sprechen darüber». Es gibt täglichen Zulauf.

Unfruchtbar, mit Osteoporose und Bandscheibenprobleme

Die Seite verweist auf einen Zeitungsartikel, der beschreibt, dass eine lebendige Barbie eine kranke Frau wäre: unfruchtbar, mit Osteoporose und Bandscheibenprobleme. «Sie wäre magersüchtig und ihr Leben würde daraus bestehen, im Auto auf Ken zu warten», sagt Koschitzki. Am Donnerstagnachmittag ist eine Demo vor dem Haus geplant. Plakate und Flyer für die Veranstaltung zeigen eine Faust, die den «Barbie Dreamhouse»-Schriftzug durchschlägt.

Hersteller Mattel weist darauf hin, dass Barbies Image modernisiert wurde. Sie verkörpere nicht mehr nur eine Strandschönheit, sondern auch eine Schönheitschirurgin oder eine Präsidentschaftskandidatin. Barbie sei für manche nur «Mittel zum Zweck», um eigene Ziele zu verfolgen, sagt eine Sprecherin der deutschen Niederlassung.

Schon vor der Eröffnung zieht das Haus in Berlin die Blicke der Passanten auf sich. Eine israelische Touristin bleibt neugierig stehen und sagt, es sei schon richtig, dass Barbie bei jungen Mädchen den Eindruck erwecken könne, «dass alle blond, gross und vollbusig» sein müssten. «Es ist Sache der Eltern, den Kindern zu erklären, dass es sich bei Barbie nur um eine Puppe handelt», sagt dagegen die Berlinerin Emma, deren vier- und eine sechsjährigen Töchter das Haus unbedingt sehen wollen.

Lange wird Barbie nicht in Berlin wohnen. Ende August zieht sie weiter in andere europäische Städte – die Puppe liebt es eben zu reisen.

AFP/kpn

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