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«Autos hupten, dann schossen die Flammen in die Höhe»

In England forderte eine Massenkarambolage 51 Verletzte und mindestens sieben Tote. Noch immer sind Menschen in ihren Autos eingeschlossen.

Ein Retter sagte, es sei der schlimmste Unfall, an den er sich erinnern könnte: Polizei und Rettungsmannschaften vor Ort.
Ein Retter sagte, es sei der schlimmste Unfall, an den er sich erinnern könnte: Polizei und Rettungsmannschaften vor Ort.
AFP

Bei einer Massenkarambolage mit 27 Fahrzeugen im Südwesten Englands sind mindestens sieben Menschen getötet und 51 weitere verletzt worden. Es sei davon auszugehen, dass noch immer Menschen in ihren Autos eingeschlossen seien, teilte die Polizei heute mit.

Der Präsident des britischen Autoverbands, Edmund King, sprach vom schwersten Verkehrsunfall in Grossbritannien seit 20 Jahren. Der Unfall ereignete sich gestern Abend auf der Autobahn M5 bei Taunton bei dichtem Nebel und nasser Fahrbahn. Das Fernsehen zeigte Bilder von brennenden Autos und Lastwagen, die teilweise auf die Seite gekippt waren. Etwa 50 Feuerwehrleute versuchten Autofahrer zu befreien, die in den Wracks ihrer Fahrzeuge eingeschlossen waren. «Die Einsatzkräfte sahen sich bei ihrem Eintreffen einer sehr sehr schwierigen Situation ausgesetzt», sagte der Polizeibeamte Anthony Bangham dem Rundfunksender «BBC». Nahezu alle Fahrzeuge seien in Flammen aufgegangen, einige komplett ausgebrannt.

Augenzeugen berichteten von Explosionen, herumliegenden Trümmerteilen und Todesopfern. Sie habe von ihrem Haus aus eine «Feuerwand von etwa 200 Metern» gesehen, sagte die Anwohnerin Bev Davis. «Alles, was wir hören konnten, waren Hupen, und dann schossen die Flammen in die Höhe, und die Geräusche waren schrecklich.» Auch der Autofahrer Paul O'Connor sprach von «grauenhaften» Szenen. «Ich habe so etwas noch nie erlebt, ich konnte Menschen sehen, die am Strassenrand lagen», sagte er dem Sender Sky News.

Die Verletzten wurden nach Angaben der Feuerwehr in Krankenhäuser gebracht. Mindestens zehn von ihnen seien «äusserst schwer verletzt» worden. Die Mediziner erklärten, die Verletzungen reichten von Knochenbrüchen über Brustkorb- und Bauchverletzungen.

Feuer durch Benzintanks ausgelöst

Dem Automobilverband zufolge war es der schwerste Unfall in Grossbritannien seit zwei Jahrzehnten. Der letzte vergleichbare Unfall habe sich im März 1991 ereignet, als auf der Autobahn M4 51 Fahrzeuge in eine Massenkarambolage verwickelt waren, sagte Verbandpräsident King. Damals kamen zehn Menschen ums Leben.

Das grosse Feuer sei vermutlich durch die Benzintanks ausgelöst worden, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr. Mindestens zwei Lastwagen hätten offenbar grosse Mengen Benzin transportiert. Bislang gebe es aber keine Hinweise darauf, dass auch giftige oder chemische Substanzen transportiert worden seien. Das Feuer wurde nach Angaben der Polizei nach mehreren Stunden gelöscht, heute Morgen waren aber noch immer Einsatzkräfte damit beschäftigt, den Autobahnabschnitt freizuräumen. Die Strecke sollte nicht vor 22.00 Uhr wieder geöffnet werden.

sda/afp/dapd/kle

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